ROTTWEIL (hes) – Bei der Abend­mahl­mes­se am Grün­don­ners­tag­abend san­gen die Chris­ten das Kir­chen­lied: „Dank­bar bege­hen wir heu­te das Abend­mahl. Da wie den Vätern einst Gott zum Gesetz befahl.“ Pfar­rer Tho­mas Böb­el ging in sei­ner Anspra­che auf die Stun­de Jesu und sein Ver­mächt­nis ein.

Er sag­te, dass hier am Altar ein gött­li­ches König­reich ent­steht und sich aus­brei­ten will. Ein König­reich das stär­ker ist als der Tod? Ein König­reich der Lie­be, des Frie­dens, der Freu­de? Blei­ben wir in Gedan­ken noch einen Augen­blick dabei was das The­ma Jesu in sei­ner Stun­de war, sein Ver­mächt­nis an uns ist, und was wir aus die­sem Erbe machen kön­nen.“

Am Kar­frei­tag wur­den die Chris­ten durch das „Rät­schen“ zur Lit­ur­gie geru­fen. Die Glo­cken auf dem Turm ver­stumm­ten am Grün­don­ners­tag nach dem Glo­ria bei der Abend­mahl­fei­er. Im Volks­mund sagt man, sie hät­ten sich nach Rom bege­ben, um dort neu gestimmt zu wer­den.

Die Fei­er vom Lei­den und Ster­ben Jesu Chris­ti begann mit dem Gro­ßen Ein­zug in die Basi­li­ka. Danach erfolg­te die Pas­si­on nach Johan­nes. Pfar­rer Tho­mas Böb­el sag­te in sei­ner Betrach­tung zum Kar­frei­tag, „heu­te sehen wir, wie Jesus gestor­ben ist.“ Was bedeu­tet es als Jesus sag­te: „Es ist voll­bracht?“ Was war sein Lebens­werk? Jesus ist nicht Mensch gewor­den, um mensch­li­che Vor­stel­lun­gen zu befrie­di­gen. Er ist gekom­men, um den Wil­len Got­tes zu tun. „Es ist voll­bracht – Mich dürs­tet.“ Die­se bei­den Aus­sa­gen leh­ren uns zu leben und zu ster­ben. Wir kön­nen wie Jesus ster­ben, indem wir wie er bis zum Ende die Treue leben, die Lie­be und sei­ne Wahr­heit..“

Dem Wort­got­tes­dienst schloss sich die Kreuz­ver­eh­rung an. Die gan­ze Gemein­de hat­te dar­an teil­ge­nom­men. Der Kir­chen­chor umrahm­te die Fei­er mit mehr­stim­mi­gen Chor­sät­zen.

Die Fei­er der Oster­nacht begann mit der Ent­zün­dung der Oster­ker­ze am Oster­feu­er auf dem Kirch­platz der Basi­li­ka (Foto). Danach beweg­te sich die Pro­zes­si­on in die völ­lig abge­dun­kel­te Basi­li­ka und es erklang der Ruf: „Lumen Chris­ti.“ Das Oster­lob ver­kün­de­te Mario Schnei­der. Beim Wort­got­tes­dienst wur­den die Lesun­gen von den Ver­tre­te­rin­nen der Kir­chen­ge­mein­den Neuf­ra, Alt­stadt und Büh­lin­gen vor­ge­tra­gen.

In der Pre­digt ging Pfar­rer Tho­mas Böb­el auf die Frau­en am Grab von Jesus ein. „Die Frau­en waren hand­lungs­fä­hig auch in der Trau­er im Gegen­satz zu den Apos­teln. Sie pfleg­ten ihre lie­be­vol­le Bezie­hung zu Jesus über den Tod hin­aus. Sie stell­ten sich dem Tod und dem Toten. Sie berich­te­ten und teil­ten das Erleb­te mit den Apos­teln. Des­halb steht am Ende der Pre­digt der Auf­ruf: „Ver­su­chen wir mit den Frau­en, Ostern zu ler­nen und öster­lich zu leben.“

Der Kir­chen­chor sang zur Gaben­be­rei­tung das „Haec dies“ von C. Ett und zur Kom­mu­ni­on „Ihr Chö­re des neu­en Jeru­sa­lem“ v. Ch.V Stan­ford. Am Ende der Oster­nachts­fei­er wur­den die mit­ge­brach­ten Oster­spei­sen geseg­net und die geseg­ne­ten Oster­ker­zen wur­den an die Ver­tre­ter der Kir­chen­ge­mein­den St. Franz Xaver, St. Sil­ves­ter und St. Dio­ny­si­us über­ge­ben. Zum Aus­zug läu­te­ten alle Kir­chen­glo­cken und Klaus Bau­er spiel­te die Fuge über „Ite mis­sa est, Alle­lu­ja“ v. Ass­may­er.

Am Oster­sonn­tag führ­te der Kir­chen­chor die Mes­se „en I‚honneur de St. Jean­ne d‚Arc auf. Pfar­rer Tho­mas Böb­el ging in sei­ner Pre­digt auf die Bot­schaft, „Jesus ist auf­er­weckt wor­den“ ein. Er sag­te: „Theo-logisch ist es, dass der Vater den Sohn auf­er­weckt von den Toten durch den Hei­li­gen Geist. Die­ses Leben der Auf­er­ste­hung wird den Gläu­bi­gen bei der Tau­fe geschenkt. Auf­er­ste­hung ist des­halb eine Dyna­mik des christ­li­chen Lebens, die uns immer wie­der auf­ste­hen lässt in den ver­schie­dens­ten Situa­tio­nen. Ein wei­te­rer Gedan­ke aus dem Oster­evan­ge­li­um ist der Pro­zess des Ler­nens. Ostern will gelernt sein. Durch Erin­ne­rung, durch die Lesung der Bibel und durch das Öff­nen der Augen durch Jesus.“

Am Ende des Hoch­am­tes erklang das „Hal­le­lu­ja“ (Mes­si­as) von G.F. Hän­del. Zum Orgel­nach­spiel ließ Klaus Bau­er die Rei­ser­or­gel erklin­gen und spiel­te die „Toca­ta“ über GL 329 (Das ist der Tag den Gott gemacht) von Hans Brein­bau­er.

Neben der kir­chen­mu­si­ka­li­schen Gesamt­lei­tung stan­den Klaus Bau­er noch die Orga­nis­ten Moni­ka Sie­gel und Doro­thee Flaig zur Sei­te. Am Abend des Oster­sonn­tags ver­sam­mel­ten sich die Gläu­bi­gen zur fei­er­li­chen Oster­ve­s­per in der Pela­gius Basi­li­ka.