„Ein Juwel“: Buch würdigt Maria Hochheim

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Region – Viele in der Region freuen sich auf den Abschluss der Renovierung der Kapelle von Maria Hochheim bei Irslingen, die im Juli ansteht. Vor wenigen Tagen ist nun ein Buch erschienen, in dem das Ensemble aus Kapelle und Mesmerhaus ausgiebig als „Juwel“ und „kulturhistorisches Kleinod“ gewürdigt wird.

Auf 92 reich bebilderten Seiten blickt der Band zum einen auf die reiche Geschichte von Maria Hochheim zurück. Der bereits im 14. Jahrhundert bezeugte Wallfahrtsort war für die ganze Region bedeutend. Bis zum Ende der Reichstadtzeit war er anderthalb Jahrhunderte lang Ziel einer Rottweiler „Staatswallfahrt“.

Von der Hochphase der Wallfahrts-Frömmigkeit zeugt bis heute der humorvolle Ausdruck, jemand sei „überlenkt wie der Hauchemer Mesmer“. Er bezeichnet leicht überforderte Mitmenschen und soll darauf zurückgehen, dass der Mesmer von Maria Hochheim einst weder ein noch aus wusste, als seine Frau im Kinds­bett war, im Stall eine Kuh kalbte, seine Bienen am Schwärmen waren und noch dazu drei Wallfahrtsprozessionen auf Maria Hochheim zuzogen.

Zum andern beleuchtet das Buch die Neubelebung von Maria Hochheim. Die Wallfahrtstradition bekommt neue Impulse. Und zahlreiche Helfer aus der Region engagieren sich bei der umfassenden Neugestaltung der Kapelle. Diese soll das Kirchlein zu einer auch für künftige Generationen einladenden Stätte der Glaubensbekundung und der Begegnung machen.

Das Buch enthält zahlreiche neue Forschungsergebnisse zu Maria Hochheim und zur regionalen Frömmigkeitsgeschichte.  Namhafte Autorinnen und Autoren sind beteiligt: Der frühere Rottweiler Stadtarchivar Dr. Winfried Hecht etwa resümiert die reiche Historie, die Tübinger Kunsthistorikerin Dr. Julia Feldtkeller geht der Gestaltung des Sakralraums nach.

Der Architekt Dr. Stefan Blum, der die Innenrenovierung des Heilig-Kreuz-Münsters leitete, skizziert die Geschichte des Memsmerhauses. Und der aus Irslingen stammende Historiker und Publizist Dr. Andreas Linsenmann, derzeit Vertreter der Professur für Neuere/Neueste Geschichte an der Universität Koblenz-Landau, erläutert das neu entstandene Gnadenbild. Linsenmann hat die Festschrift auch herausgegeben.

Erste Rückmeldungen zum Buch fallen begeistert aus. Das dürfte die Förderer freuen, die durch großzügige Zuschüsse die nicht nur inhaltlich, sondern auch haptisch und gestalterisch hochwertige Publikation erst ermöglichten: Die Stiftung der Kreissparkasse Rottweil für Kunst, Kultur und Denkmalpflege, der Rottweiler Geschichts- und Altertumsverein e.V. sowie die Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Info: Das Buch ist ab Juli gegen eine Spende beim kath. Pfarramt der Seelsorgeeinheit Dietingen erhältlich: [email protected].

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