Aufführung des Kinderchor-Singspiels "Den Nagel auf den Kopf getroffen" in der Rottweiler Predigerkirche. Foto: Eberhard Hageloch

ROTTWEIL (eha) – „Den Nagel auf den Kopf getrof­fen“ hat der Kin­der­chor der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Rott­weil mit sei­nem Sing­spiel zu ver­schie­de­nen Sta­tio­nen aus dem Leben des Refor­ma­tors Mar­tin Luther, das im Fami­li­en­got­tes­dienst am Sonn­tag 9. Juli in der Pre­di­ger­kir­che auf­ge­führt wur­de. Kir­chen­mu­sik­di­rek­tor und Chor­lei­ter Johan­nes Vöh­rin­ger hat­te den Text ver­fasst und auch eini­ge Lie­der und Gesangs­stü­cke neu kom­po­niert.

Pfar­re­rin Anne­gret Küns­tel sag­te in der Begrü­ßung, dass manch­mal ein Tag oder ein ein­zel­ner Mensch die Welt ver­än­dern kön­ne und dass sich der Kin­der­chor seit eini­ger Zeit mit den Ver­än­de­run­gen beschäf­tig­te, die durch die Refor­ma­ti­on und die Per­son Mar­tin Luthers ins Bewusst­sein der Men­schen gekom­men sei­en.

Die Ent­schei­dung des jun­gen Mar­tin, als Dank für die Erret­tung vor einem Gewit­ter ins Klos­ter zu gehen, wur­de von den Musi­kan­ten Ste­fa­nie Rie­ger, David Kie­fer, Karin und Maxi­mi­lia­ne Lorenz ein­drucks­voll unter­stri­chen., aber es wur­de auch deut­lich, dass das klös­ter­li­che Dasein mit regel­mä­ßi­gem Beten und Sin­gen, Schwei­gen , Arbei­ten und Fas­ten und auch die zum Ver­kauf ange­bo­te­nen Ablass­brie­fe nicht die Ant­wort auf die tief bewe­gen­de Fra­ge geben konn­te „Wie krie­ge ich einen gnä­di­gen Gott“ .

Allein in den bibli­schen Lie­dern und Psal­men fand Luther die Erkennt­nis, dass er Gott nichts brin­gen kön­ne, son­dern alles von ihm emp­fan­gen dür­fe.. Auf dem Höhe­punkt die­ser Erkennt­nis schrieb er sei­ne 95 Grund­sät­ze auf und nagel­te sie an die Tür der Schloss­kir­che in Wit­ten­berg (nicht „Würt­tem­berg“, wie die Kin­der den Got­tes­dienst­be­su­chern ein­drück­lich ein­schärf­ten).

Alle durf­ten dann „hand­greif­lich“ wer­den und sich eini­ge die­ser Glau­bens­grund­sät­ze buch­stäb­lich „auf den Tisch klop­fen“ und damit die alt­her­ge­brach­te Spruch­weis­heit „außer The­sen nix gewe­sen“ ver­wer­fen. Dass aus der inne­ren Glau­bens­ge­wiss­heit Luthers auch die Stand­fes­tig­keit zum Bei­spiel auf dem Worm­ser Reichs­tag begrün­det wur­de, zeig­te sich in sei­nen ver­schie­de­nen Lie­dern, die immer wie­der beton­ten, dass „allein Chris­tus uns allein der Glau­be“ den Sinn des Lebens ver­mit­teln kön­ne.

Mit begeis­ter­tem Applaus bedank­ten sich die Zuhö­rer ‚dass die Kin­der­chor-Mit­glie­der, der Chor­lei­ter, die Musi­kan­ten und die Pfar­re­rin so zu Her­zen gehend die Ent­wick­lung dar­ge­stellt haben, die durch die per­sön­li­che Erleb­nis­se des Dok­tor Mar­tin Luther ange­sto­ßen wor­den und seit­her immer wie­der in den Gläu­bi­gen die Gewiss­heit bestärkt, dass jeder Mensch von Gott ange­nom­men ist, auch ohne dass er gute Ver­diens­te vor­wei­sen kann.