Faten Mukarker bei ihrem Vortrag. Foto: Zimmerer

ROTTWEIL – Für einen bewe­gen­den und infor­ma­ti­ven Vor­trag war die christ­li­che Paläs­ti­nen­se­rin Faten Mukar­ker aus Beth­le­hem zu Gast in der Kir­chen­ge­mein­de Auf­er­ste­hung Chris­ti und der katho­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung Rott­weil.

Mit viel Bild­ma­te­ri­al und enor­mer Fach­kennt­nis gab sie den 60 Zuhö­rern einen Über­blick der Geschich­te des Kon­flik­tes zwi­schen Isra­el und Paläs­ti­na seit Beginn des 20.Jahrhunderts. Danach berich­te­te sie anhand ihrer eige­nen Geschich­te über das Leben im Schat­ten der Mau­er, wel­che Israe­lis zum Schutz ihrer Sied­lun­gen in paläs­ti­nen­si­schem Gebiet gebaut hat­ten.

Auch ihr Zeug­nis über das Leben als Chris­ten zwi­schen mus­li­mi­schen Ara­bern und jüdi­scher Mehr­heit beweg­te die Anwe­sen­den sehr. Mukar­ker ver­stand es, trotz ihrer ver­ständ­li­cher­wei­se hohen emo­tio­na­len Betei­li­gung an dem The­ma immer wie­der Brü­cken zwi­schen den Kon­flikt­par­tei­en zu bau­en und tie­fer als in ein gro­bes Schwarz-Weiß-Den­ken zu bli­cken. So erstand vor den Zuhö­rern die­ser Kon­flikt immer mehr als ein Para­dig­ma für die zahl­rei­chen Kon­flik­te auf der Welt, die so oder so ähn­lich ablau­fen und durch Hass und Rache in eine ver­fah­re­ne Situa­ti­on geführt wer­den.

Nicht zuletzt wur­de an die­sem Abend das hohe Gut der Demo­kra­tie und ihre Ver­letz­lich­keit durch popu­lis­ti­sche Het­ze bewusst. „Zeit­zeu­gen kön­nen weit mehr ver­mit­teln als es das bes­te Buch je ver­möch­te, zumal die­ses The­ma der­zeit hin­ter all den ande­ren Kon­flikt­her­den zu ver­schwin­den droht“, fass­te ein Zuhö­rer den Vor­trag zusam­men.