Pfarrer Thomas Böbel bei der Segnung des Osterfeuers. Foto: Lothar Schick

ROTTWEIL – Die Pela­gius­ge­mein­de fei­er­te die hei­li­gen drei Tage (Tri­du­um Sacrum) vom Lei­den, vom Tod und der Auf­er­ste­hung des Herrn Jesus Chris­tus. Vie­le Gläu­bi­ge kamen zu den Got­tes­diens­ten in die Pela­gius­kir­che.

Bei der Fei­er des letz­ten Abend­mah­les am Grün­don­ners­tag stell­te Pfar­rer Tho­mas Böb­el „das Mys­te­ri­um der Lie­be und Hin­ga­be“ in den Mit­tel­punkt sei­ner Pre­digt. Was wir heu­te Abend fei­ern und was wir in jeder hei­li­gen Mes­se fei­ern, ist ein Mys­te­ri­um der Lie­be und der Hin­ga­be. Für Jesus war das so wich­tig, dass er am Abend vor sei­nem Lei­den und Ster­ben die Wor­te „Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“ zum fes­ten Ver­mächt­nis der Kir­che gemacht hat, so Pfar­rer Böb­el. Mario Schnei­der und Domi­nik Bur­kard hat­ten die­se Mess­fei­er solis­tisch mit­ge­stal­tet.

Die Kar­frei­tags­lit­ur­gie umrahm­te der Kir­chen­chor mit „Chris­tus fac­tus est“ von Anton Bruck­ner und wei­te­ren mehr­stim­mi­gen Chor­sät­zen. Nach der Schrift­le­sung wur­de die Pas­si­on, das Lei­den unse­res Herrn Jesus Chris­tus nach Johan­nes von Pfar­rer Böb­el, Jea­net­te Vier­eck und Frie­der Firn­kes vor­ge­tra­gen. Danach folg­ten die Kreuz­er­hö­hung, Kreuz­ver­eh­rung und die gro­ßen Für­bit­ten. Mit der Kom­mu­ni­on­fei­er ende­te die Kar­frei­tags­lit­ur­gie.

Die Fei­er der Oster­nacht begann am Kar­sams­tag mit der Seg­nung des Oster­feu­ers und Ent­zün­dung der Oster­ker­ze. Danach zog Pfar­rer Böb­el mit einer gro­ßen Anzahl Minis­tran­ten und sehr vie­len Gläu­bi­gen der Seel­sor­ge­ein­heit in die abge­dun­kel­te Pela­gius­kir­che ein. Mit dem Ruf „ Lumen Chris­ti“ wur­de das Oster­licht an die Gläu­bi­gen wei­ter­ge­reicht. Das Oster­lob wur­de von Kan­tor Mario Schnei­der gesun­gen. Es folg­te der Wort­got­tes­dienst mit den Schrift­le­sun­gen. Beim anschlie­ßen­den „Glo­ria“ kün­dig­ten die Glo­cken von St. Pela­gius fest­lich die „Auf­er­ste­hung unse­res Herrn Jesus Chris­tus“ an.

Das „Mys­te­ri­um der Auf­er­ste­hung“ war das The­ma der Pre­digt von Pfar­rer Tho­mas Böb­el. „Er ist auf­er­stan­den“, sagen die Engel den Frau­en im lee­ren Grab Jesu. Das ist die Oster­bot­schaft seit fast 2000 Jah­ren. Trotz­dem tun sich vie­le Chris­ten in unse­rem Land schwer mit die­ser Bot­schaft. Nicht weni­ger schwer schei­nen sich die Theo­lo­gen in unse­rem Land mit dem Oster­mys­te­ri­um zu tun.

Das lee­re Grab kann ver­schie­de­ne Grün­de haben. Aber die Erschei­nun­gen des auf­er­stan­de­nen Herrn Jesus Chris­tus erklä­ren, war­um das Grab Jesu leer war. Die Erschei­nun­gen des Auf­er­stan­de­nen sind aber offen­sicht­lich kei­ne Visio­nen, die sich inner­see­lisch abspie­len. Die Evan­ge­li­en erzäh­len ein­deu­tig von leib­haf­ten Erschei­nun­gen. Sie machen aber auch deut­lich, dass der Leib des Auf­er­stan­de­nen anders ist als der irdi­sche Leib. Es muss also etwas gesche­hen sein in der Oster­nacht, das wir nicht erklä­ren kön­nen.

Die Auf­er­ste­hung Jesu ist einer­seits unglaub­lich und ande­rer­seits höchst glaub­haft. Aber dazu müs­sen wir uns mit den Wider­stän­den gegen das Oster­mys­te­ri­um aus­ein­an­der­set­zen. Nur so kön­nen wir auch Zeu­gen der wun­der­ba­ren Bot­schaft sein, dass Gott mit Jesus bereits die neue Schöp­fung begon­nen hat.

Es folg­te die „Aller­hei­li­gen Lita­nei“, danach die Wei­he des Tauf­was­sers und die Erneue­rung des Tauf­ver­spre­chens. Danach begann die Eucha­ris­tie­fei­er. Der Kir­chen­chor umrahm­te die­se Oster­nachts­fei­er mit mehr­stim­mi­gen Chor­sät­zen. Das „Hal­le­lu­ja (Mes­si­as) von G.F. Hän­del war der wür­di­ge musi­ka­li­sche Abschluss die­ser fei­er­li­chen Oster­nacht in St. Pela­gius. Am Ende der Eucha­ris­tie­fei­er wur­den die mit­ge­brach­ten Oster­spei­sen geseg­net und Pfar­rer Böb­el über­reich­te den Ver­tre­tern der Kir­chen­ge­mein­den Büh­lin­gen, Gölls­dorf und Neuf­ra die neu­en Oster­ker­zen. Die musi­ka­li­sche Lei­tung an die­sen Oster­ta­gen hat­te Doro­thee Flaig. Die Rei­ser Orgel spiel­te Moni­ka Sie­gel.

Das Hoch­amt am Oster­sonn­tag wur­de die­ses Jahr in der Kir­che St. Franz-Xaver in Gölls­dorf gefei­ert und von der Jugend­kan­to­rei Gölls­dorf, unter der Lei­tung von Alex­an­der Zwei­fel mit­ge­stal­tet. Mit der abend­li­chen Ves­per und sakra­men­ta­lem Segen in St. Pela­gius ende­te die­ses Oster­fest.