SCHRAMBERG (pm) Ganz im Zei­chen der Hir­ten von Beth­le­hem stand der Fest­got­tes­dienst in der evan­ge­li­schen Stadt­kir­che. Kan­to­rei und Orches­ter führ­ten den 2. Teil von Bachs Weih­nachts­ora­to­ri­um auf, wie die Kir­chen­ge­mein­de berich­tet.. Die zar­ten Holz­blä­ser­klän­ge der Hir­ten­sin­fo­nie eröff­ne­ten den Got­tes­dienst im voll­be­setz­ten Kir­chen­schiff.

Die Rott­wei­ler Orga­nis­tin Bea­te Vöh­rin­ger nahm gekonnt die Moti­ve des Orches­ters in ihre Impro­vi­sa­tio­nen auf und ver­band so ein­drück­lich Bachs Musik mit dem Gemein­de­ge­sang. Die Ver­kün­di­gung des Weih­nachts­evan­ge­li­ums über­nah­men, wie von Bach vor­ge­se­hen, die Gesangs­so­lis­ten: Der Tenor Timo Scha­bel über­zeug­te als Evan­ge­list, Clau­dia Haber­mann sang als strah­len­der Sopran die Wor­te des Engels und Mike Krell kom­men­tier­te als Bass sou­ve­rän die Ereig­nis­se in lyri­schen Rezi­ta­ti­ven.

Der Altis­tin San­dra Heinz kam die ruhi­ge Arie „Schla­fe, mein Liebs­ter“ zu, die sie ein­fühl­sam gestal­te­te. Höhe­punkt für die Kan­to­rei war der viel­stim­mi­ge Engel­schor „Ehre sei Gott in der Höhe“, den die Sän­ger trotz sei­ner Schwie­rig­keit gekonnt und mit jugend­lich fri­schem Klang dar­stell­ten. Der kom­po­nier­te Gegen­satz des quir­li­gen „Ehre sei Gott“ und des ruhi­gen „und Frie­de auf Erden“  geriet unter der Lei­tung von Judith Kils­bach so ein­drück­lich, dass er den Zuhö­rern sicher im Gedächt­nis blei­ben wird.

In sei­ner Fest­tags­pre­digt ging Micha­el Jonas auf das Schick­sal der Hir­ten ein. Sie sei­en ein gutes Bei­spiel dafür, von ande­ren Men­schen nach eige­nem Geschmack inter­pre­tiert zu wer­den. Wich­tig sei für den Men­schen aber nicht, was ande­re über ihn den­ken, son­dern was Gott ihm sagt. Das direk­te Wert­ur­teil Got­tes ste­he seit Beth­le­hem allen abwer­ten­den Men­schen­ur­tei­len aus­aus­lösch­bar gegen­über.