NRWZ.de, 23. Mai 2021, Autor/Quelle: Andreas Linsenmann (al)

Figuren-Gruppe für Maria Hochheim?

Zum ersten Mal seit der Neugestaltung können die Katholiken der Seelsorgeeinheit Dietingen den traditionsreichen Pfingstmontags-Gottesdienst auf Maria Hochheim feiern. Gerade gibt es Überlegungen, das Kleinod mit neuen Bildwerken zusätzlich zu beleben.

Über verwinkelte Wege ist Hans Schlenker, dem umtriebigen ehemaligen Pfarrer der Seelsorgeeinheit und Vorsitzenden des Freundeskreises Maria Hochheim e.V. eine Figurengruppe angetragen worden. Sie stammt vom Dresdner Künstler Werner Rauschhardt (1949-2019), der unter anderem für Trossingen eine Bretterkrippe geschaffen hat.

Thema der Gruppe ist „Der ungläubige Thomas“. Von ihm berichtet das Johannesevangelium, er habe erst an Jesu Auferstehung geglaubt, nachdem er dessen Wundmale berühren durfte. Diese Szene bildet den Mittelpunkt des Ensembles, das insgesamt zwölf Figuren umfasst.

Werner Rauschhardt hat lange in Bautzen gewirkt und trotz der religionsfeindlichen Politik der SED aus seinen sorbischen Wurzeln eine tiefe Gläubigkeit bewahrt. Davon zeugt auch die Thomas-Gruppe, die der Künstler an die strengt stilisierte Bildsprache russischer Ikonenmalerei angelehnt hat. Aus bis zu zwei Metern hohe Brettern hat er schlanke Gestalten mit ausdrucksstarken Gesichtern herausgearbeitet. Den Jüngern, die für ihren Glauben getötet wurden, hat er Zeichen ihres Martyriums beigegeben.

Das gesamte Ensemble. Foto: privat

„Dieses Kunstwerk würde wunderbar nach Maria Hochheim passen“, ist Hans Schlenker überzeugt. In der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten könnte es in der Scheune des Mesmerhauses gezeigt werden – ähnlich, wie die zu Weihnachten 2020 für Maria Hochheim beschaffte Krippe.

Die Thomas-Gruppe könnte in das wieder engmaschigere liturgische Geschehen zu dem jüngst auch Taizé-Gebete oder das gemeinsame Entzünden aller Osterkerzen der Seelsorgeeinheit gehören, eingebunden werden. Und sie wäre ein weiterer Anziehungsfaktor für den jahrhundertealten Wallfahrtsort, der sich stetig wachsender Aufmerksamkeit erfreut und mittlerweile sogar werktags regelmäßig Besucher anzieht.

Maria Hochheim zieht immer mehr Menschen an. Sofern es die Corona-Pandemie zuließ, wurden in den vergangenen Monaten immer wider angebote gemacht – hier etwa zu einem Taizé-Gebet. Foto: al

Das alles ist derzeit jedoch offen, es muss in aller Ruhe diskutiert und beraten werden. Nicht zuletzt, weil knapp 7000 Euro für die Figuren-Gruppe aufgebracht werden müssten – Geld, das keinesfalls vom Budget für weitere Renovierungs-Maßnahmen abgeknapst werden soll, wie Hans Schlenker betont. Es müsste ganz unabhängig durch sachbezogene Spenden aufgebracht werden.

Gespräche, die Bildwerke zusammen mit anderen Gemeinden zu beschaffen und wechselnd zur Schau zu stellen, haben bislang nicht gefruchtet. Auch das Angebot, ohne Aufpreis noch eine Auferstehungs-Szene von Rauschhardt beizugeben, brachte keine Lösung.

Diese Darstellung von Petrus als „Menschenfischer“ mit dem Auferstandenene, die bereits in der Trossinger Theresienkirche zu sehen war, gäbe es als Dreingabe. Foto: privat

Momentan stocken die Überlegungen daher. Aber vielleicht bringt ja das Pfingstfest Bewegung. Schließlich gilt der Heilige Geist von jeher als Quelle neuer Ideen.

Info: Sofern es das Wetter zulässt, beginnt der traditionsreiche Pfingstmontag-Gottesdienst um 9.30 Uhr. Bei Regen wird die Messe in der Irslinger St. Martins-Kirche gefeiert.

Figuren-Gruppe für Maria Hochheim?