11.8 C
Rottweil
Samstag, 22. Februar 2020

Franz von Assisi: Mann der Armut, des Friedens und der Schöpfung

Beim „Gespräch im Turm“ in Schramberg war Franz von Asssisi kürzlich das Thema. Über den Abend berichtet Peter Schimak:

Der Einladung des Arbeitskreises „Glauben und Leben“ zum Glaubensgespräch im Turm der St. Maria-Kirche waren zahlreiche Besucherinnen und Besucher gefolgt. Thema des Abends war: „Der heilige Franz von Assisi – Mann der Armut, des Friedens und der Schöpfung“. Friedo Ruf, der Leiter der katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Rottweil, stellte in seinem einführenden Vortrag die Lebensstationen des Heiligen vor:

In einer Zeit, in der es wirtschaftlich aufwärts geht, die Bevölkerung deutlich zunimmt, aber ebenso auch die Armut, kommt Franziskus 1182 als Sohn eines reichen Tuchhändlers zur Welt. Er genießt eine gute Schulbildung und hat in seiner Jugend mit Kirche und Religion wenig zu tun.

In einem blutigen Krieg zwischen den Städten Assisi und Perugia, in der sich Franziskus bewähren und zum Ritter aufsteigen möchte, gerät er in Gefangenschaft und kehrt krank aus dieser zurück. In einer tiefen Sinnkrise spricht der Legende nach Christus zu ihm: „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“

Zunächst führt Franziskus ein mönchisches Leben in Gebet und strengem Verzicht und stellt zerfallene Kirchen in seiner Heimat wieder her. Danach bricht er mit seiner Familie und seiner bürgerlichen Herkunft und wendet sich – selbst ohne jeglichen Besitz – den Armen und Kranken zu.

1209 gründet Franziskus mit zwölf Gleichgesinnten eine Gemeinschaft. Frieden ist ihm ein großes Anliegen. Er versucht – wenn auch vergeblich – ein Kreuzfahrerheer vom Abschlachten der Muslime abzubringen und kommt dabei mit einem Sultan ins Gespräch, der von Franziskus Gedanken tief beeindruckt war. 1226 ist Franz von Assisi gestorben und zwei Jahre später bereits heiliggesprochen worden.

Im anschließenden Gespräch kamen die Forderungen des jetzigen Papstes nach einer armen Kirche und seine Kritik an Kurie und Kirchenleitungen zur Sprache. Man war sich einig, dass das Vorbild des heiligen Franziskus und die Worte des derzeitigen Papstes Auswirkungen sowohl für die Kirchen vor Ort wie auch für jeden Einzelnen haben müssten. Es gehe nicht darum, dass Jeder in totaler Armut leben sollte, sondern um die Bereitschaft jedes Einzelnen, Wohlstand und Reichtum zu teilen und sich zu begrenzen, um die Erde nicht zu zerstören. Auch die Politik sei dazu aufgefordert, die Armutsprobleme im eigenen Land und in der ganzen Welt entschiedener anzugehen.

Mit Dank an den Referenten und an die Gesprächsbereitschaft der Besucher und Besucherinnen beendete Hildegard Klaussner diesen Abend.

 

Mehr auf NRWZ.de