Friedo Ruf sprach über Franz von Assissi. Foto: pm

Beim „Gespräch im Turm” in Schram­berg war Franz von Ass­si­si kürz­lich das The­ma. Über den Abend berich­tet Peter Schi­mak:

Der Ein­la­dung des Arbeits­krei­ses „Glau­ben und Leben” zum Glau­bens­ge­spräch im Turm der St. Maria-Kir­che waren zahl­rei­che Besu­che­rin­nen und Besu­cher gefolgt. The­ma des Abends war: „Der hei­li­ge Franz von Assi­si – Mann der Armut, des Frie­dens und der Schöp­fung”. Frie­do Ruf, der Lei­ter der katho­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung im Kreis Rott­weil, stell­te in sei­nem ein­füh­ren­den Vor­trag die Lebens­sta­tio­nen des Hei­li­gen vor:

In einer Zeit, in der es wirt­schaft­lich auf­wärts geht, die Bevöl­ke­rung deut­lich zunimmt, aber eben­so auch die Armut, kommt Fran­zis­kus 1182 als Sohn eines rei­chen Tuch­händ­lers zur Welt. Er genießt eine gute Schul­bil­dung und hat in sei­ner Jugend mit Kir­che und Reli­gi­on wenig zu tun.

In einem blu­ti­gen Krieg zwi­schen den Städ­ten Assi­si und Perugia, in der sich Fran­zis­kus bewäh­ren und zum Rit­ter auf­stei­gen möch­te, gerät er in Gefan­gen­schaft und kehrt krank aus die­ser zurück. In einer tie­fen Sinn­kri­se spricht der Legen­de nach Chris­tus zu ihm: „Fran­zis­kus, geh und baue mein Haus wie­der auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Ver­fall gerät.”

Zunächst führt Fran­zis­kus ein mön­chi­sches Leben in Gebet und stren­gem Ver­zicht und stellt zer­fal­le­ne Kir­chen in sei­ner Hei­mat wie­der her. Danach bricht er mit sei­ner Fami­lie und sei­ner bür­ger­li­chen Her­kunft und wen­det sich – selbst ohne jeg­li­chen Besitz – den Armen und Kran­ken zu.

1209 grün­det Fran­zis­kus mit zwölf Gleich­ge­sinn­ten eine Gemein­schaft. Frie­den ist ihm ein gro­ßes Anlie­gen. Er ver­sucht – wenn auch ver­geb­lich – ein Kreuz­fah­rer­heer vom Abschlach­ten der Mus­li­me abzu­brin­gen und kommt dabei mit einem Sul­tan ins Gespräch, der von Fran­zis­kus Gedan­ken tief beein­druckt war. 1226 ist Franz von Assi­si gestor­ben und zwei Jah­re spä­ter bereits hei­lig­ge­spro­chen wor­den.

Im anschlie­ßen­den Gespräch kamen die For­de­run­gen des jet­zi­gen Paps­tes nach einer armen Kir­che und sei­ne Kri­tik an Kurie und Kir­chen­lei­tun­gen zur Spra­che. Man war sich einig, dass das Vor­bild des hei­li­gen Fran­zis­kus und die Wor­te des der­zei­ti­gen Paps­tes Aus­wir­kun­gen sowohl für die Kir­chen vor Ort wie auch für jeden Ein­zel­nen haben müss­ten. Es gehe nicht dar­um, dass Jeder in tota­ler Armut leben soll­te, son­dern um die Bereit­schaft jedes Ein­zel­nen, Wohl­stand und Reich­tum zu tei­len und sich zu begren­zen, um die Erde nicht zu zer­stö­ren. Auch die Poli­tik sei dazu auf­ge­for­dert, die Armuts­pro­ble­me im eige­nen Land und in der gan­zen Welt ent­schie­de­ner anzu­ge­hen.

Mit Dank an den Refe­ren­ten und an die Gesprächs­be­reit­schaft der Besu­cher und Besu­che­rin­nen been­de­te Hil­de­gard Klauss­ner die­sen Abend.