Freude über die wieder vollständige Vierergruppe

Amtseinführung von Pfarrerin Annegret Künstel

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Pfarrerin Annegret Künstel wurde von Dekan Sebastian Berghaus feierlich in ihr Amt auf der Pfarrstelle Rottweil-Nord eingesetzt . Foto: vhh

ROTTWEIL (eha) – Eine gro­ße erwar­tungs­vol­le Gemein­de sowie der Chor der Pre­di­ger­kir­che und der Posau­nen­chor waren am Sonn­tag in der Rott­wei­ler Pre­di­ger­kir­che zusam­men­ge­kom­men, um die neue Pfar­re­rin Anne­gret Küns­tel zu begrü­ßen, die von Dekan Sebas­ti­an Berg­haus aus Tutt­lin­gen in einem fest­li­chen Got­tes­dienst in ihr Amt auf der Pfarr­stel­le Rott­weil-Nord ein­ge­setzt wur­de.

Sie war bis­her im Evan­ge­li­schen Stift in Tübin­gen für die Betreu­ung und Beglei­tung der Theo­lo­gie-Stu­die­ren­den zustän­dig gewe­sen und hat­te vor­her eine Aus­bil­dung in Gemein­de­ar­beit in Freiberg/N. und Kli­nik­seel­sor­ge in Sin­del­fin­gen absol­viert.

Dekan Berg­haus beton­te, dass zwar jeder Christ durch die Tau­fe beru­fen sei, aber dass es beson­de­re Ämter wie etwa das Pfar­rer-Amt brau­che, damit das Evan­ge­li­um in Wort und Sakra­ment unver­fälscht ver­kün­digt wer­den kön­ne. Die Amts­trä­ger soll­ten nicht herr­schen, son­dern der Gemein­de die­nen, und die­se wie­der­um sol­le den Diens­ten mit Hoch­ach­tung und Lie­be begeg­nen.

So wur­de die neue Gemein­de­pfar­re­rin ent­spre­chend der lan­des­kirch­li­chen Amts­ver­pflich­tung beauf­tragt, mit­zu­hel­fen, dass das Evan­ge­li­um von Jesus Chris­tus, wie es in der Hei­li­gen Schrift gege­ben und in den Bekennt­nis­sen der Refor­ma­ti­on bezeugt ist, aller Welt ver­kün­digt wird . Dazu sol­le sie „ihren pfarr­amt­li­chen Dienst im Gehor­sam gegen Jesus Chris­tus nach der Ord­nung unse­rer Lan­des­kir­che tun und das Beicht­ge­heim­nis wah­ren“. Das Beset­zungs­gre­mi­um der Gemein­de und zwei Zeu­gen aus dem per­sön­li­chen Umfeld bestä­tig­ten die­se Amts­ein­set­zung offi­zi­ell.

In ihrer Pre­digt zum vor­ge­ge­be­nen Pre­digt­text über die Ver­su­chung des Abra­ham stell­te sie dar, dass es manch­mal gar nicht so ein­fach ist, an Gott zu glau­ben, beson­ders wenn durch Extrem­si­tua­tio­nen des Lebens gera­de die Glau­bens­hoff­nung her­aus­ge­for­dert wird. Schwer ver­ständ­lich, dass Gott anschei­nend ein grau­sa­mes Spiel mit der Zuver­sicht der auf ihn Hof­fen­den spielt, indem er wie bei Abra­ham die ver­hei­ße­ne Zukunft der Nach­kom­men­schaft wie­der infra­ge stellt. Aber zugleich sei es für die Israe­li­ten zur Zeit der Baby­lo­ni­schen Gefan­gen­schaft, in der der Text ent­stand, gera­de­zu tröst­lich gewe­sen, dass sie zu eben die­ser Nach­kom­men­schaft gehör­ten, und das Ver­trau­en Abra­hams wider allen Anschein sei ein Hoff­nungs­zei­chen dafür, dass die Ver­hei­ßung und das Leben das letz­te Wort haben und nicht der Tod.

Im Anschluss an den Got­tes­dienst wur­den der neu­en Pfar­re­rin noch eini­ge Gruß­wor­te dar­ge­bracht. Dekan Berg­haus bewun­der­te die Auf­ge­schlos­sen­heit der Rott­wei­ler Gemein­de und die Offen­heit für neue For­men der Gemein­de­ar­beit. Dabei bedank­te er sich aus­drück­lich bei der Kir­chen­ge­mein­de­rats­vor­sit­zen­den Eva-Maria Krau­se für die gute und phan­ta­sie­vol­le Koope­ra­ti­on mit dem Kir­chen­be­zirk.

Schul­de­kan Die­ter aus Freu­den­stadt, der bis­lang stell­ver­tre­tend den hie­si­gen Bezirk betreu­te, beton­te die Wich­tig­keit des kirch­li­chen Unter­richts zum Auf­bau der Gemein­den. Bernd Gar­ten von der Müns­ter­ge­mein­de über­brach­te im Auf­trag von Dekan Mar­tin Stöf­fel­mai­er die Grü­ße der katho­li­schen Schwes­ter­ge­mein­de und wür­dig­te das gute öku­me­ni­sche Mit­ein­an­der.

Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß zeig­te ver­schie­de­ne Facet­ten des Mit­ein­an­ders von Stadt und Kir­che auf, vor allem bei der Kin­der­be­treu­ung oder bei kul­tu­rel­len Anläs­sen, und nann­te als gemein­sa­mes Sym­bol den sich auf­op­fern­den Peli­kan, der in den Kir­chen und im Rat­haus zu fin­den ist.

Susan Stiegler-Iri­on von der Cari­tas freu­te sich, dass die Öku­me­ne ein wich­ti­ger Beweg­grund für die Bewer­bung von Anne­gret Küns­tel nach Rott­weil gewe­sen sei, denn das gemein­sa­me dia­ko­ni­sche Han­deln sei die Basis christ­li­cher Öku­me­ne.

Doro­thee Kadel­bach begrüß­te die neue Pfar­re­rin im Namen des Kin­der­kirch-Teams. Schließ­lich zeig­ten sich die drei ande­ren Mit­glie­der des Rott­wei­ler Pfar­rer-Teams vol­ler Freu­de, dass sie jetzt als wie­der voll­stän­dig gewor­de­ne Vie­rer­grup­pe die Arbeit auf mehr Schul­tern bes­ser ver­tei­len kön­nen, mahn­ten die neue Kol­le­gin aber auch , sich nicht zu über­neh­men, son­dern sich Ruhe zu gön­nen, zum Bei­spiel in der ihr über­reich­ten Hän­ge­mat­te.

Nach dem offi­zi­el­len Ende der Amts­ein­füh­rung konn­te man noch bei einem Steh­emp­fang in der Kir­che einen zwang­lo­sen Gedan­ken­aus­tausch pfle­gen.

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