KREIS ROTTWEIL, 8. Okto­ber (pm) – „Weil uns weit mehr ver­bin­det als uns trennt!“,
aus die­sem Gedan­ken her­aus ent­stand die Moti­va­ti­on für ein gemein­sa­mes Pro­jekt der evan­ge­li­schen, neu­apos­to­li­schen und katho­li­schen Chris­ten. Ursprüng­lich als Zelt­kir­che ange­dacht, ent­wi­ckel­te sich vor gut zwei Jah­ren eine ganz neue Kon­zep­ti­on mit erstaun­li­cher Eigen­dy­na­mik: Eine bun­te Mischung aus 15 Ver­an­stal­tun­gen inner­halb 9 Tagen wur­de für die Zeit ab 27. Sep­tem­ber geplant und in den Kir­chen, Gemein­de­häu­sern und Hal­len ver­or­tet, heißt es in einem Bericht der Ver­an­stal­ter.

Gezähl­te annä­hernd 1500 Mails, die wäh­rend der Vor­be­rei­tungs­zeit zwi­schen Flu­orn, Win­zeln und Wald­mös­sin­gen hin und her gin­gen, zeu­gen vom öku­me­ni­schen Geist, dem Bemü­hen um den Dia­log und die Zusam­men­ar­beit christ­li­cher Kon­fes­sio­nen.
Ein Pro­jekt von Men­schen und für Men­schen. Wür­den die Ange­bo­te von ihnen ange­nom­men wer­den? Einem „Inter­mez­zo“ (Zwi­schen­spiel) ent­spre­chend soll­te es spie­le­risch zwi­schen Men­schen, Orten, Kon­fes­sio­nen und Gott zuge­hen; eine Ein­la­dung zur Unter­bre­chung des All­tags.
Das Mot­to „Glau­be bewegt!“ kann dabei durch­aus glei­cher­ma­ßen als Auf­for­de­rung, Ver­pflich­tung, Selbst­ver­ständ­nis und Lebens­ge­fühl ver­stan­den wer­den. Dass auf sehr viel­fäl­ti­ge Art und Wei­se der Glau­be an Gott zur Spra­che kam, das ist das Beson­de­re. Der Kin­der­bi­bel­tag mach­te den Anfang. 80 Mäd­chen und Buben erfuh­ren von Jesus und sei­ner hei­len­den Wir­kung, die auf­recht durchs Leben gehen lässt. Ein gemein­sa­mes Kon­zert von Kir­chen­chor und Musik­ver­ein begeis­ter­te in der bis auf den letz­ten Platz gefüll­ten Pfarr­kir­che in Win­zeln, unter ande­rem mit der hin­ein­neh­men­den Dra­ma­tik der Mess­lit­ur­gie der „Mis­sa Katha­ri­na“ von Jacob de Haan.
Die Hal­le Flu­orn bot den Rah­men für den kurz­wei­li­gen Vor­trag mit Refe­rent Frank Pahn­ke zum The­ma Stress und Bur­nout, der eben­falls gro­ßes Inter­es­se fand. Daß der Glau­be an Jesus Chris­tus trägt, zeig­te ein­drück­lich das Enga­ge­ment im Lebens­zen­trum „Feld­son­ne“, wo Men­schen in Kri­sen­si­tua­tio­nen auf­ge­nom­men und beglei­tet wer­den. Authen­tisch, per­sön­lich und ein­dring­lich erleb­ten am Don­ners­tag­abend über 300 Besu­cher in der Hal­le Win­zeln Micha­el Stahl, der aus sei­nem beweg­ten Leben berich­te­te: Von sei­nem Schei­tern als Vater und Ehe­mann, von kör­per­li­chen und see­li­schen Ver­let­zun­gen, von Ver­ge­bung und Lie­be und schließ­lich von sei­ner erkämpf­ten Lebens­weis­heit – dem Glau­ben. Bereits am Nach­mit­tag hat­te der ehe­ma­li­ge VIP-Body­guard Stahl einer gro­ßen Schar Kin­dern und Jugend­li­chen auf­ge­zeigt, den eige­nen Wert zu erken­nen und zu bewah­ren – not­falls mit Selbst­ver­tei­di­gung, um Angrei­fern Gren­zen zu set­zen.
Eine kuli­na­ri­sche Tour ließ den „Tag der deut­schen Ein­heit“ auch zu einem Tag der Ein­heit der betei­lig­ten Orte wer­den: Ein Old­ti­mer­bus kut­schier­te die zahl­rei­chen und gut gelaun­ten Gäs­te bei herr­li­chem Herbst­wet­ter zu Vor­spei­se, Sup­pe, Haupt­gang und Des­sert. Neben­bei konn­ten Ein­bli­cke in die Beson­der­hei­ten der jewei­li­gen Kir­chen­ge­mein­den gewon­nen wer­den. Gast­freund­schaft, gespickt mit viel Humor und eine unbe­schwer­te Stim­mung in Bus und bei Tisch waren kenn­zeich­nend für das „Tages­mahl“. Eine Dame erzähl­te ergrif­fen: „Jetzt muss ich erst 85 Jah­re alt wer­den, um so etwas erle­ben zu dür­fen.“ Und sie mein­te damit auch das Novum, daß Evan­ge­li­sche, Katho­li­sche und Neu­apos­to­li­sche hier ver­bin­dend tätig sind.
Die „Not­fall­nach­sor­ge“ war dann inter­es­san­tes The­ma am Abend in der Hal­le Flu­orn. Gril­len, Chill­out in der Bar, Kino und Dis­co bot die „First Inter­mez­zo Night“, die Kin­der und Jugend­li­che – kei­nes­wegs nur kir­chen­na­he – im Gemein­de­haus Wald­mös­sin­gen behei­ma­te­te. Gute Lau­ne und Spaß an der Gemein­schaft zeich­ne­ten die­se Nacht aus.
Am Sams­tag fan­den sich 100 Frau­en und Män­ner ein, um nach einem Früh­stück an lie­be­voll gedeck­ten Tischen von Refe­ren­tin Ger­di Stoll mehr über die Ent­schleu­ni­gung des Lebens und die Wie­der­ent­de­ckung christ­li­cher Wer­te zu erfah­ren. Des­wei­te­ren konn­te man sich dann am Nach­mit­tag beim „Markt der Kir­chen“ bei den cari­ta­ti­ven Ein­rich­tun­gen dar­über infor­mie­ren, was Kir­che sonst noch tut. Anschau­lich wur­de, was Christ sein auch aus­macht: Der Dienst für den Nächs­ten!
Mit einer erfri­schen­den Show aus Illu­si­on, Jon­gla­ge und Artis­tik wuss­te Mr. Joy in der Kas­tell­hal­le Wald­mös­sin­gen ein gro­ßes Publi­kum in sei­nen Bann zu zie­hen. Spie­le­risch und mit gro­ßer Leich­tig­keit ver­stand er es, das Evan­ge­li­um in sei­ne Tricks und akro­ba­ti­schen Vor­füh­run­gen ein­zu­flech­ten. Mit der fas­zi­nie­ren­den Erkennt­nis, daß es funk­tio­niert, auch wenn wir nicht alles sehen kön­nen, stell­te die­ser Sams­tag­abend gleich­falls ein ech­tes „Wort zum Sonn­tag“ dar.
Bewe­gend waren auch die „Wort­wel­ten­wan­de­rer“, das Kon­zert mit Chris­toph Zehend­ner, das den Abschluss des Inter­mez­zo krön­te.
Die bei­den Sonn­ta­ge hat­ten im Zei­chen der gemein­sa­men Fei­ern gestan­den, zele­briert vom katho­li­schen Pfar­rer Chris­ti­an Albrecht, dem evan­ge­li­schen Pfar­rer Wolf­gang Kil­per und dem neu­apos­to­li­schen Kir­chen­vor­ste­her Jür­gen Arm­brus­ter. Und wie bei jedem Fest durf­te auch hier gutes Essen nicht feh­len.
Damit all die Begeg­nun­gen gelin­gen konn­ten, dazu tru­gen vie­le Ein­zel­per­so­nen, Ver­ei­ne und Grup­pen bei: Mit tage­lan­gem Stüh­le rücken, deko­rie­ren, kochen, auf­räu­men, schrei­ben, kopie­ren, gestal­ten. Aber auch sport­lich und musi­ka­lisch durch Orches­ter, Bands und Chö­re wur­de das Inter­mez­zo-Pro­gramm berei­chert.
Jeder brach­te sich ein, jeder nahm auch etwas mit. Der Ein­la­dung zu die­sem neun­tä­gi­gen Inter­mez­zo waren ins­ge­samt über 3500 Men­schen gefolgt. Das ange­neh­me Wet­ter tat sein übri­ges.
Wer am Mitt­woch­abend unter­wegs war, wun­der­te sich viel­leicht über vier weit­hin sicht­ba­re Strah­len, die in den ster­nen­kla­ren Nacht­him­mel leuch­te­ten und sich dort an einem Punkt kreuz­ten. Unglaub­lich auch, was auf den Stra­ßen los war: Bei den INTER­MEZ­ZO-Nacht­lich­tern in Flu­orn, Win­zeln und Wald­mös­sin­gen hat­ten sich weit über 400 Men­schen zu einer nächt­li­chen Ent­de­ckungs­rei­se auf den Weg gemacht, um in den vier ver­schie­de­nen Kir­chen Lich­ter, Impul­se, Gebe­te und Musik auf beson­de­re Wei­se zu erle­ben. Wech­seln­de Far­ben ver­än­der­ten die Stim­mung wohl­tu­end und bei medi­ta­ti­ven Klän­gen konn­te man zur Ruhe kom­men, zu einem „Inne-Hal­ten“ vom All­tag.
Ein Besu­cher schil­der­te: „Der offe­ne Got­tes­dienst in der neu­apos­to­li­schen Kir­che Flu­orn war sehr schön und gut besucht. In der evan­ge­li­schen Kir­che Flu­orn wur­den die Men­schen mit viel Wär­me ange­spro­chen und die Lie­der gin­gen unter die Haut. Was Maria für die katho­li­sche Kir­che bedeu­tet, konn­ten die Besu­cher in Win­zeln nach­emp­fin­den und Wald­mös­sin­gen hat es wie­der geschafft, die Men­schen mit den ver­schie­de­nen Licht­spie­len zu ver­zau­bern. Die­ser Abend hat begeis­tert und wird den Men­schen sicher noch lan­ge in Erin­ne­rung blei­ben.“ Die Nacht­lich­ter nah­men einen zen­tra­len Platz in der Ver­an­stal­tungs­rei­he ein, sinn­bild­lich für den Glau­ben, der Dreh- und Angel­punkt im christ­li­chen Leben ist.
Die Fra­ge, wie es denn mit dem INTERMEZZO wei­ter­ge­hen wird, wur­de inzwi­schen mehr­fach gestellt. Die­se bleibt in der Tat span­nend. Denn unter Got­tes Segen kann da noch Vie­les gesche­hen….