Pfarrhof Sulgen. Archiv-Foto: him

Am kom­men­den Mon­tag, 20. Mai ab 20 Uhr im Pfarr­hof Sul­gen hat die­se Ver­an­stal­tungs­form Pre­mie­re. Zwei Poli­ti­ker dis­ku­tie­ren das The­ma „Kann Poli­tik Brü­cken bau­en“: Die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Kers­tin And­reae und der Minis­te­ri­al­di­rek­tor a.D. und ehe­ma­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Her­bert O. Zinell wer­den sich mit vie­len Fas­set­ten die­ses The­mas aus­ein­an­der­set­zen. 

Die bei­den Gesprächs­teil­neh­mer haben die Ver­an­stal­ter laut Pres­se­mit­tei­lung vor­ab um eini­ge Stich­punk­te zu dem The­ma gebe­ten.

Für die Wirt­schafts­po­li­ti­ke­rin Kers­tin And­reae steht im Vor­der­grund die Brü­cke zwi­schen Öko­lo­gie und Öko­no­mie. Mit der Künst­li­chen Intel­li­genz in der Wirt­schaft (Stich­wort Arbeit 4.0) wird es immer not­wen­di­ger, Brü­cken in die Zukunft zu bau­en, Befä­hi­gun­gen für die neue Arbeits­welt zu schaf­fen ohne die sich dar­aus unter Umstän­den erge­ben­den sozia­len Kon­flik­te zu ver­nach­läs­si­gen. Hier ist ver­ant­wort­li­che Poli­tik gefor­dert, ent­spre­chen­de Brü­cken, auch zwi­schen den Par­tei­en, zu bau­en.

Kers­tin And­reae. Foto: pm

Es geht auch dar­um, Ent­frem­dun­gen in der Arbeits­welt ent­ge­gen zu wir­ken – Brü­cken zu schla­gen zwi­schen Poli­tik und Gesell­schaft. Auch damit Men­schen und gar gan­ze Regio­nen nicht abge­hängt wer­den. Und hier kommt dann eine ganz ent­schei­den­de Brü­cke ins Spiel: Die Bil­dungs­po­li­tik muss eine zukunfts­fä­hi­ge, trag­fä­hi­ge und vor­sor­gen­de Brü­cke bil­den.

Dr. Zinell führt aus: Ange­sichts der Glo­ba­li­sie­rung, wel­che auch mit der Aus­bil­dung gren­zen­los agie­ren­der Groß­un­ter­neh­men ein­her­geht, dro­hen sozia­le und öko­lo­gi­sche Anlie­gen ins Hin­ter­tref­fen zu gera­ten. So kommt aus Gemein­wohl­grün­den der Schaf­fung eines „Drei­klangs aus Öko­no­mie, Öko­lo­gie und sozia­ler Gerech­tig­keit“ im Sin­ne einer „öko­so­zia­len Markt­wirt­schaft“  eine enor­me Bedeu­tung zu.

Her­bert O. Zinell. Foto: pm

Auch in klei­ne­ren Städ­ten kön­nen sich durch die­se und ande­re glo­ba­le Ent­wick­lun­gen sozia­le Pro­ble­me zwangs­läu­fig erge­ben. Dies ver­stärkt auch die Ten­denz zu einer gerin­ge­ren sozia­len Durch­läs­sig­keit der Milieus und eines damit ver­bun­de­nen Ver­lus­tes des Bezu­ges zur sozia­len Rea­li­tät ande­rer Schich­ten und Berei­che. Die­se Ent­wick­lun­gen gehen auch mit einer zuneh­men­den Pola­ri­sie­rung in der Gesell­schaft und damit, statt des not­we­ni­gen Dia­lo­ges, mit einem Rück­zug in eine Dis­kurs­ver­wei­ge­rung ein­her.

Wie die­se Stich­wor­te zei­gen, muss das Bau­en von Brü­cken zwi­schen unter­schied­li­chen Inter­es­sen eigent­lich der Nor­mal- und nicht der Aus­nah­me­zu­stand sein. Es wird sich eine inter­es­san­te Dis­kus­si­ons­run­de erge­ben, auf die man gespannt sein darf.  Im Anschluss wird es wie immer die Mög­lich­keit geben, die Dis­ku­tan­ten zu befra­gen oder beim soge­nann­ten Markt­platz wei­ter mit ihnen zu dis­ku­tie­ren.