SCHRAMBERG (pm) – Am Sonn­tag, 14. Mai, wird in der evan­ge­li­schen Stadt­kir­che Bachs Kan­ta­te „Ein fes­te Burg ist unser Gott“ auf­ge­führt. Die­ses schwie­ri­ge und daher sel­ten zu hören­de Werk wird im Rah­men des Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­ums zu Gehör gebracht. Der Kan­ta­ten­got­tes­dienst beginnt laut Pres­se­mit­tei­lung um 10 Uhr.

Beim Cho­ral „Ein fes­te Burg“ han­delt es sich um das wohl bekann­tes­te Lied Mar­tin Luthers. Es ist im Lauf der Zei­ten so etwas wie eine Hym­ne des Pro­tes­tan­tis­mus gewor­den. Das Lied, das 1529 zum ers­ten Mal erschien, lässt viel von Luthers eige­nen Glau­bens­er­fah­run­gen erken­nen. Schon zu Johann Sebas­ti­an Bachs Zei­ten war das Lied so mit der Geschich­te der Refor­ma­ti­on ver­bun­den, dass es Bach sei­ner Fest­kan­ta­te zum Refor­ma­ti­ons­fest 1728 in Leip­zig zugrun­de leg­te, obwohl es ande­re Lie­der gab, die die Leh­re und den Inhalt der Refor­ma­ti­on trans­por­tie­ren.

Die kämp­fe­ri­sche Begriff­lich­keit des Luther­lie­des mit dem „alt­bö­sen Feind“ sowie der „Wehr und Waf­fen“, wel­che durch den zusätz­li­chen Text der Bach­kan­ta­te noch ver­stärkt wird, ver­langt nach einer Inter­pre­ta­ti­on, was der Refor­ma­tor ursprüng­lich damit gemeint hat. Die Aus­le­gung des Lie­des wird Stadt­pfar­rer Micha­el Jonas im Rah­men der Pre­digt ver­su­chen.

Bachs Kan­ta­te „Ein fes­te Burg“ ist mit acht Sät­zen breit ange­legt und auf­fäl­lig groß besetzt: Drei Trom­pe­ten, Pau­ken, zwei Obo­en und Eng­lisch­horn kom­men zu den Strei­chern. Vier Gesangs­so­lis­ten tei­len sich die Ari­en und Rezi­ta­ti­ve. Ein­drück­lich ist vor allem die Stro­phe, in der der Chor ein­stim­mig und tap­fer gegen das brau­sen­de Orches­ter ansingt „Und wenn die Welt voll Teu­fel wär…“.

Es singt die evan­ge­li­sche Kan­to­rei Schram­berg mit Pro­jekt­sän­gern. Die Solis­ten sind Clau­dia Haber­mann (Sopran), San­dra Heinz (Alt), Andre­as Lin­sen­mann (Tenor) und Mike Krell (Bass).

Das Orches­ter mit Kräf­ten aus Schram­berg und Umge­bung hat Kan­to­rin Judith Kils­bach zusam­men­ge­stellt. Sie hat auch die Gesamt­lei­tung über die­ses anspruchs­vol­le Pro­jekt.