Kirchenmusiker von Heilig-Kreuz geht nach Rottenburg

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Wolfgang Weis an der Münsterorgel. Foto: Hildebrand

ROTTWEIL – Regio­nal­kan­tor Wolf­gang Weis gibt sei­ne haupt­amt­li­che Stel­le in Rott­weil auf. Er folgt damit dem Ruf auf eine kirch­li­che Pro­fes­sur für Musik­theo­rie und Lit­ur­gi­sches Orgel­spiel (got­tes­dienst­li­che Orgel­im­pro­vi­sa­ti­on) an die Hoch­schu­le für Kir­chen­mu­sik in Rot­ten­burg, wo er am 1. Okto­ber sei­nen Dienst antre­ten wird. Da die Beset­zung einer haupt­amt­li­chen Kir­chen­mu­si­ker­stel­le sehr zeit­in­ten­siv ist, wird die ent­ste­hen­de Vakanz­zeit durch geeig­ne­te Aus­hil­fen über­brückt.

Am 1. Dezem­ber 2008 trat Wolf­gang Weis als ers­ter haupt­amt­li­cher Kir­chen­mu­si­ker am Hl.-Kreuz-Münster sei­nen Dienst an. Sei­ne Auf­ga­ben umfass­ten die Lei­tung des Müns­ter­cho­res, die Orgel­diens­te in den Kir­chen­ge­mein­den Hei­lig Kreuz und Auf­er­ste­hung Chris­ti und die Lei­tung der Mäd­chenkan­to­rei Auf­er­ste­hung Chris­ti.

Die haupt­amt­li­che Kir­chen­mu­si­ker-Stel­le war im Jahr 2008 in Koope­ra­ti­on von Orts-Kir­chen­ge­mein­den und Diö­ze­se neu ein­ge­rich­tet wor­den, denn es gab in Rott­weil bis dato kei­ne haupt­amt­li­che Kir­chen­mu­sik.

Frü­her, noch bis 1975 etwa Alfons Kade, waren Orga­nis­ten bzw. Chor­lei­ter in Rott­weil städ­ti­sche Ange­stell­te, die gleich­zei­tig auch für die Stadt­ka­pel­le ver­ant­wort­lich waren. Aus Grün­den der Nach­hal­tig­keit, Ent­wick­lung und Mul­ti­pli­ka­to­ren­funk­ti­on gibt es in allen deut­schen Diö­ze­sen aber auch eine Rei­he von haupt­amt­li­chen Kir­chen­mu­si­kern, die nicht nur den ört­li­chen Bedarf an kir­chen­mu­si­ka­li­schen Diens­ten abde­cken, son­dern dar­über hin­aus Ori­en­tie­rung für neben­amt­li­che Kir­chen­mu­si­ker bie­ten sol­len und für die Aus­bil­dung von Nach­wuchs­mu­si­kern ver­ant­wort­lich sind. Neben Rot­ten­burg ist Rott­weil in der Diö­ze­se die Stadt mit der ältes­ten nach­weis­ba­ren kir­chen­mu­si­ka­li­schen Tra­di­ti­on. Und das Rott­wei­ler Hl.-Kreuz-Münster gehört zwei­fel­los zu den bedeu­tends­ten und schöns­ten Kir­chen­räu­men der Diö­ze­se. In die­sem Sin­ne lag es im Jahr 2008 nahe, hier eine sol­che Regio­nal­kan­to­ren­stel­le ein­zu­rich­ten. Der Schul­mu­si­ker Peter Stras­ser kann als direk­ter Vor­gän­ger von Weis gel­ten. Er hat­te in den Berei­chen des Orga­nis­ten­diens­tes und der Lei­tung des Müns­ter­cho­res die musi­ka­li­sche Tra­di­ti­on am Hl.-Kreuz-Münster über vie­le Jah­re im Neben­amt auf­recht­erhal­ten. Aber auch der Kin­der- und Jugend­chor­be­reich der inner­städ­ti­schen Kir­chen­ge­mein­den hat­te bereits ein hohes Niveau und gro­ße Strahl­kraft: Neben den tra­di­ti­ons­rei­chen Müns­ter­sän­ger­kna­ben war in der

Auf­er­ste­hung-Chris­ti-Gemein­de im Jahr 1980 ein kirch­li­cher Chor für Mäd­chen gegrün­det wor­den, der sofort gro­ßen Zuspruch fand und bald über­re­gio­na­le Erfol­ge vor­wei­sen konn­te. All die­se kir­chen­mu­si­ka­li­schen Facet­ten der Stadt lie­fen jedoch im Neben­amt und führ­ten jeweils ein Eigen­le­ben. Die Neu­ein­rich­tung einer haupt­amt­li­chen Regio­nal­kan­to­ren­stel­le soll­te nun hel­fen, alle musi­ka­li­schen Berei­che stär­ker zu bün­deln und zu koor­di­nie­ren. Die A‑Musikerstelle wird dem­nächst von Kir­chen­ge­mein­de und Diö­ze­se gemein­sam in den Fach­me­di­en aus­ge­schrie­ben. Wolf­gang Weis wird beim Got­tes­dienst zum Titu­lar­fest von Hei­lig-Kreuz offi­zi­ell ver­ab­schie­det.

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