SCHRAMBERG  –  Der Klimawandel zieht: Am Freitagabend sorgte die bekannte Wettermoderatorin Claudia Kleinert  für eine volle Aula des Gymnasiums Schramberg. Auf Einladung von Marktplatz Kirche sprach die Physikerin zum Thema „Wetter- und Klimawandel zwingen zum globalen Brückenschlag“. Klaus Andreae begrüßte im Namen der Veranstalter die Gäste.

Claudia Kleinert zeigte ein Schaubild zu den Temperaturen im vergangenen Jahr in Deutschland. Fotos mmu
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Kleinert zeigte anhand von Schaubilder und eigenen Erlebnissen, wie sich das Klima durch Menschenhand in den vergangenen Jahrhunderten gewandelt hat. Seit Beginn der Industrialisierung stiegen die Durchschnittstemperaturen weltweit um etwa zwei Grad. Die Meeresspiegel stiegen um etwa 16 Zentimeter.

Der Klimawandel bedeute nicht nur dass es insgesamt wärmer werde, sondern dass die Wetterphänomene extremer werden. Es wird länger hochsommerlich und trocken, es wird andererseits extrem kalt über einen längeren Zeitraum.

Kleinert wies auch darauf hin, dass Klimawandel  an sich nichts Neues sei. Auch in früheren Erdzeitaltern habe es das gegeben. Damals konnten Menschen und Tiere  einfach tausend Kilometer nach Norden oder Süden  wandern, sich in für sie angenehmere Klimazonen begeben. Das ist heute angesichts einer Welt mit um die acht Milliarden Menschen einfach nicht mehr möglich.

Anhand einiger Schaubilder zeigte sie die Entwicklung auf und wies darauf hin, dass ein Abbremsen des Klimawandels nur durch eine radikale Änderung unseres Verbrauchsverhaltens zu erreichen wäre.

In der anschließenden Diskussion kamen Fachfragen zum Wetterphänomen El Nino oder dem Jetstream. Sie beantwortete Fragen zur extremen Kälte in Nordamerika vor einigen Tagen oder aber auch zum Umfang des Kleiderschranks der Moderatorin. Grün sei tabu, erzählte sie bereitwillig, weil die Wand, auf der die Wetterkarten hinter ihr im Studio projiziert werden grün sei. „Wenn ich ein Kleid mit grünen Streifen trüge, würde die Wetterkarte darauf erscheinen.“  

Eine sehr gläubige Besucherin riet, drei Mal am Tag zu Jesus Christus zu beten. Wenn das alle täten, würde in sieben Jahren alles gut werden. Ein anderer Besucher meinte etwas realistischer, man möge zu Gott beten, damit man die Einsicht erhalte, sein Verbrauchsverhalten zu ändern.

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Nach etwa anderthalb Stunden endete eine anregende Marktplatz-Kirche-Veranstaltung mit den üblichen anschließenden Gesprächen im Foyer.