Mir reicht’s ist es ein Hilfeschrei gegen die empfundene oder erlittene Ungerechtigkeit. Es ist ein Wendepunkt, der einen gangbaren Ausweg oder eine andere Richtung als Alternative zwischen Nicht-genug-Bekommen und bewusst gelebter Genügsamkeit aufzeigen soll. Darum geht es laut Pressemitteilung in diesem Jahr bei Marktplatz Kirche in Schramberg. Hier das Jahresprogramm:

Die Veranstaltungsreihe beginnt am 23. April 2018 im Pfarrhof von St. Laurentius in Sulgen mit Prof. Dr. Alexander Lohner. Er ist Theologischer Grundsatzreferent im Bischöflichen Hilfswerk Misereor in Aachen und Professor für Angewandte Ethik an der Universität Kassel. Er spricht zum Thema: „Einfach leben. Neue Wege gehen“. Aus der Entwicklungszusammenarbeit zieht er das Fazit: „Würden alle Menschen so leben wie wir in Europa, bräuchten wir fast drei Planeten von der Qualität der Erde. Nehmen wir also anderen Menschen den Lebensraum? Welche neuen Wege müssten wir gehen?“

Am 7. Juni kommt Bruder Dr. Niklaus Kuster nach Heiligenbronn. Als Theologe lehrt er an den Universitäten Luzern, Münster und Madrid. Er ist Franziskusforscher und als Kapuziner zugleich Reform-Franziskaner. Sein Thema bei Marktplatz KIRCHE lautet: „Bettelarm und beziehungsreich – zur Lebenskunst der Kapuziner.“ In seinem reich illustrierten Vortrag über Armut und Reichtum des Franziskus vermittelt er Einblicke, wie die eigene Gemeinschaft materielle Abhängigkeit mit Solidarität und Freiheit verbindet, getragen von reichen Beziehungen: „Nicht möglichst wenig haben, sondern möglichst viel teilen.“

Prof. Dr. Benjamin Schliesser von der Universität Bern nimmt am 27. September im Evangelischen Gemeindehaus in Schramberg zum Thema: Wenn Jesus der Kragen platzt…“ Stellung. Dabei beleuchtet er wenig beachtete, befremdliche Seiten Jesu; den ungezähmten, wütenden, impulsiven Gottessohn. Seine Familie hielt ihn für verrückt, an seine Nachfolger stellte er scheinbar absurde Forderungen, Ungläubige weiß er in der Hölle, sein Wirtschaftskonzept ist ruinös, und in einem Wutanfall setzte er den Tempel außer Betrieb.

Pfarrer Heinz Gerstlauer, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Gesellschaft „eva“ Stuttgart beschließt am 8. November die Veranstaltungsreihe 2018 von Marktplatz KIRCHE. Er berichtet aus der vielfältigen diakonischen Arbeit für die zunehmende Zahl von Menschen, die in unserem reichen Land von Armut betroffen sind. Wie der Ausgrenzung durch Armut entgegengewirkt und konkrete Hilfe geleistet werden kann, stehen Mittelpunkt des Abends: „…und wenn es nicht mehr reicht? Arm vor unserer Haustür“.

Bei allen Abenden gibt es im Anschluss an die Referate Fragerunden und danach den sogenannten Marktplatz, wo in kleinen Gruppen weiterdiskutiert werden kann.

 

 

 

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