Mitternachtsmesse mit den Münstersängerknaben. Fotos: Berthold Hildebrand

ROTTWEIL – Für die Kin­der begann Weih­nach­ten am Hei­li­gen Abend mit einem Krip­pen­spiel. Sabi­ne Kam­me­rer und Phil­ipp Klahm haben mit der Klei­nen Kan­to­rei und der Vor­scho­la der Müns­ter­sän­ger­kna­ben das Sing­spiel „Seht euer König kommt“ von Robert Kopf ein­stu­diert.

Es waren sehr vie­le Kin­der mit ihren Eltern gekom­men, um sich die Weih­nachts­bot­schaft anzu­hö­ren. Über­aus dis­zi­pli­niert tra­ten die jun­gen Akteu­re auf der „Büh­ne“ vor dem Altar auf. Die Klei­nen san­gen vol­ler Begeis­te­rung und spiel­ten ihre Rol­len als Maria und Josef, Engel oder Hir­ten sehr authen­tisch und gin­gen sicht­bar in ihrer Rol­le auf.

In der musi­ka­li­schen Ein­stim­mung auf die Mit­ter­nachts­mes­se san­gen Vere­na Mink und Ann­kath­rin Bur­ry von der Mäd­chenkan­to­rei Auf­er­ste­hung-Chris­ti mit ihren engels­glei­chen Sopran­stim­men deut­sche und alpen­län­di­sche Weih­nachts­lie­der aus ihrem gro­ßen Reper­toire, beglei­tet von Wolf­gang Weis an der Orgel. Inzwi­schen hat­te sich das Müns­ter bis auf den letz­ten Platz gefüllt. Beim anschlie­ßen­den Got­tes­dienst san­gen die Müns­ter­sän­ger­kna­ben unter Phil­ipp Klahm bekann­te weih­nacht­li­che Wei­sen.

Pfar­rer Jür­gen Rie­ger sag­te in sei­ner Anspra­che, in der Hei­li­gen Nacht habe sich die Ankün­di­gung Jesai­as erfüllt, dass Gott Licht, Heil und Leben schen­ke. Der Stall von Beth­le­hem sei zum Epi­zen­trum der Lie­be und Men­schen­freund­lich­keit gewor­den, zum Frie­den, zur Wahr­heit und Gerech­tig­keit für die gesam­te Mensch­heits­fa­mi­lie. Mensch­li­ches Leid und mensch­li­che Not dür­fe man aber nicht aus dem Blick ver­lie­ren und weg­schau­en. So wie Gott an unse­rer Sei­te ste­he sol­len auch wir an der Sei­te derer ste­hen, die Zuwen­dung, Hil­fe, Gebor­gen­heit und mensch­li­che Nähe bräuch­ten. Wir soll­ten uns wie die Hir­ten auf den Weg machen um die­sen wun­der­ba­ren Gott zu fin­den und uns erfas­sen las­sen von sei­ner gegen die Zustän­de die­ser Welt revol­tie­ren­den Lie­be.

Am Hoch­fest von Weih­nach­ten gestal­te­te der Müns­ter­chor zusam­men mit dem Orches­ter Cap­pel­la Viva­ce den Fest­got­tes­dienst. Mit den Solis­ten Simo­ne Stü­cker-Hil­de­brand, Rose­lin­de Bucher, Mar­cel Raf­foul und Wolf­gang Stau­din­ger brach­te Chor­lei­ter Wolf­gang Weis die Nico­lai-Mes­se in G-Dur von Joseph Haydn zur Auf­füh­rung.

Im Anfang war das Wort“, so beginnt im Johan­nes­evan­ge­li­um die Heils­bot­schaft des Tages, sag­te Dekan Mar­tin Stöf­fel­mai­er in sei­ner Pre­digt. Wer sich ihr öff­ne, schaf­fe in Jesu Namen Heil. Das eröff­ne einen neu­en Zugang zum Weih­nachts­fest. Seit Anfang unse­rer Welt gebe es einen gött­li­chen Plan der durch nichts über­bo­ten wer­de und alles umfas­se, die Welt und uns Men­schen. Die Men­schen hät­ten ihr Glück aber nicht erfasst. Sie kämpf­ten gegen­ein­an­der und setz­ten sich nicht dafür ein, Not und Leid zu über­win­den. Johan­nes der Täu­fer woll­te die Men­schen dazu bewe­gen, umzu­den­ken und ver­wies auf den kom­men­den Mes­si­as. Der Evan­ge­list Johan­nes spricht an Weih­nach­ten nicht vom Kind in der Krip­pe. Er sagt nur: Er kam. Er wur­de ein Mensch nach Got­tes Plan, der zum Heil und zum Licht der Völ­ker gewor­den sei.

Im Wech­sel mit der Gemein­de sang der Chor die ver­trau­ten Weih­nachts­lie­der „O du fröh­li­che“ und „Zu Beth­le­hem gebo­ren.“ Den musi­ka­li­schen Abschluss bil­de­te das von Gemein­de, Chor, Orches­ter und Orgel gemein­sam vor­ge­tra­ge­ne Lied „Nun freut euch, ihr Chris­ten“, eine deut­sche Ver­si­on nach der alt­be­kann­ten Melo­die von „Ades­te fide­les.“ Die freu­di­ge Stim­mung die­ses Lie­des ver­stärk­te sich noch im neu­en Licht des reno­vier­ten Müns­ters. Dank­bar applau­dier­ten die Kir­chen­be­su­cher am Ende des Got­tes­diens­tes den musi­ka­li­schen Akteu­ren. Vie­le mach­ten vor dem Ver­las­sen der Kir­che noch einen Besuch an der Krip­pe, die nach der Innen­re­no­vie­rung und dem Ein­bau der Altar­zun­ge erst­mals an ihrem neu­en Platz rechts vom Apos­tel­al­tar auf­ge­stellt war.

Der Weih­nachts­tag ende­te im Müns­ter mit einem Vesper­got­tes­dienst, bei dem die Män­ner­scho­la des Müns­ter­chors zusam­men mit den im neu gestal­te­ten Chor­raum ver­sam­mel­ten Gläu­bi­gen die Psal­men sang.