Pfarrer Timo Weber mit Patrick Mink (links) und Ralph Banholzer, die mit ihm den Gottesdienst vorbereitet haben. Foto: Berthold Hildebrand

ROTTWEIL – Am Fas­net­sonn­tag war das Müns­ter wie­der voll bis in die letz­te Bank­rei­he. Alle waren dar­auf gespannt, wie der neue Pfar­rer es im Got­tes­dienst wohl mit der Fas­net hal­ten wür­de. Und Timo Weber spann­te sei­ne Gläu­bi­gen nicht lan­ge auf die Fol­ter.

Schon zur Eröff­nung ver­kün­de­te er: „Am Fas­net­sonn­tag ist es gute Sit­te und Brauch, / und das bleibt bei mir als neu­em Pfar­rer auch, / hier im Müns­ter am Fest der Nar­ren / für eine Stun­de beim Herrn zu ver­har­ren. Ich grü­ße alle – Groß und Klein. / Es freut mich, dass wir wol­len hier bei­sam­men sein, / als Schwes­tern und Brü­der, als Gemein­schaft im Herrn, / der uns jetzt nahe kom­men will und nicht blei­ben fern./ Er will uns berüh­ren, uns hei­len, uns öff­nen die Augen, / damit wir erken­nen, was scha­det, und was für uns kann tau­gen.“

Auch die Lesung und das Evan­ge­li­um wur­den gereimt vor­ge­tra­gen. Im Sonn­tags­evan­ge­li­um nach Lukas 6, 39–45 spricht Jesus deut­li­che Wor­te. Es ist das berühm­te Wort vom Bal­ken im eige­nen Auge und dem Split­ter im Auge des Bru­ders. Das the­ma­ti­sier­te Weber in sei­ner gereim­ten Pre­digt.

Doch plötz­lich kippt die Stim­mung um, / beim heu­ti­gen Evangelium./ Die gute Stim­mung, die ist fort, / kein Spaß, kein Scherz, kein lus­ti­ges Wort. / Schickt sich viel­leicht der Lese­plan / hier heut als Spiel­ver­der­ber an? / Trotz Vor­trag locker in einem Reim, / wird der Inhalt heu­te ein erns­ter sein.“

Weber reim­te „Ich sag‘s euch zu an die­ser Stell, / der Bibel­text ist aktu­ell. / Jesus spricht uns heu­te an, / fang erst mal bei dir sel­ber an“. Nicht umsonst füh­re der Nar­ren­en­gel den Nar­ren­sprung an. Auf dem Schild steht seit ewi­ger Zeit: „Jedem zur Freud, und nie­mand zum Leid. / Dies Mot­to drängt uns ganz mas­siv, / seid stets zu andern posi­tiv. / Geht offen auf die andern zu. / Das ist an die­sem Tag der Clou.“

Zum Blick des Nar­ren aus der Lar­ve her­aus mein­te Weber „Das Seh­feld dort ist schon recht klein, / doch kann dies auch zum Vor­teil sein./ Man blickt her­aus und sieht nicht viel, / halt das, was man grad sehen will./ Man wird nicht ein­fach abge­lenkt, / weil ganz am Ran­de einer rennt. / Man sucht gezielt nach Frau oder Mann / und spricht als Narr nur die­se an./ Das Zwie­ge­spräch, das macht viel Spaß, / und bringt am Ende allen was, / und so erscheint, ich sag es schlicht / so man­cher in ganz neu­em Licht.“ Zum Abschluss mein­te er, „könn­te die Fas­net, das wäre fein, / auch ein Augen­öff­ner sein.“ Und an jene, die sonst nicht so oft im Müns­ter zu sehen sind, gab er fol­gen­de Ein­la­dung: „Nächs­te Woche dürft ihr wie­der kom­men / und auch sonst noch übers gan­ze Jahr.“

Die Minis­tran­ten boten mit ihren Bau­ern­kit­teln ein far­ben­fro­hes Bild am Altar. Die SE4 Band um Patrick Mink gestal­te­te den Got­tes­dienst musi­ka­lisch mit und bekam dafür am Ende einen herz­li­chen Applaus. Pfar­rer Weber bedank­te sich bei Patrick Mink und Ralph Ban­hol­zer, die mit ihm den Got­tes­dienst vor­be­rei­tet haben.