Pfarrer Timo Weber hält an der Tradition fest

ROTTWEIL – Am Fasnetsonntag war das Münster wieder voll bis in die letzte Bankreihe. Alle waren darauf gespannt, wie der neue Pfarrer es im Gottesdienst wohl mit der Fasnet halten würde. Und Timo Weber spannte seine Gläubigen nicht lange auf die Folter.

Schon zur Eröffnung verkündete er: „Am Fasnetsonntag ist es gute Sitte und Brauch, / und das bleibt bei mir als neuem Pfarrer auch, / hier im Münster am Fest der Narren / für eine Stunde beim Herrn zu verharren. Ich grüße alle – Groß und Klein. / Es freut mich, dass wir wollen hier beisammen sein, / als Schwestern und Brüder, als Gemeinschaft im Herrn, / der uns jetzt nahe kommen will und nicht bleiben fern./ Er will uns berühren, uns heilen, uns öffnen die Augen, / damit wir erkennen, was schadet, und was für uns kann taugen.“

Auch die Lesung und das Evangelium wurden gereimt vorgetragen. Im Sonntagsevangelium nach Lukas 6, 39-45 spricht Jesus deutliche Worte. Es ist das berühmte Wort vom Balken im eigenen Auge und dem Splitter im Auge des Bruders. Das thematisierte Weber in seiner gereimten Predigt.

„Doch plötzlich kippt die Stimmung um, / beim heutigen Evangelium./ Die gute Stimmung, die ist fort, / kein Spaß, kein Scherz, kein lustiges Wort. / Schickt sich vielleicht der Leseplan / hier heut als Spielverderber an? / Trotz Vortrag locker in einem Reim, / wird der Inhalt heute ein ernster sein.“

Weber reimte „Ich sag‘s euch zu an dieser Stell, / der Bibeltext ist aktuell. / Jesus spricht uns heute an, / fang erst mal bei dir selber an“. Nicht umsonst führe der Narrenengel den Narrensprung an. Auf dem Schild steht seit ewiger Zeit: „Jedem zur Freud, und niemand zum Leid. / Dies Motto drängt uns ganz massiv, / seid stets zu andern positiv. / Geht offen auf die andern zu. / Das ist an diesem Tag der Clou.“

Zum Blick des Narren aus der Larve heraus meinte Weber „Das Sehfeld dort ist schon recht klein, / doch kann dies auch zum Vorteil sein./ Man blickt heraus und sieht nicht viel, / halt das, was man grad sehen will./ Man wird nicht einfach abgelenkt, / weil ganz am Rande einer rennt. / Man sucht gezielt nach Frau oder Mann / und spricht als Narr nur diese an./ Das Zwiegespräch, das macht viel Spaß, / und bringt am Ende allen was, / und so erscheint, ich sag es schlicht / so mancher in ganz neuem Licht.“ Zum Abschluss meinte er, „könnte die Fasnet, das wäre fein, / auch ein Augenöffner sein.“ Und an jene, die sonst nicht so oft im Münster zu sehen sind, gab er folgende Einladung: „Nächste Woche dürft ihr wieder kommen / und auch sonst noch übers ganze Jahr.“

Die Ministranten boten mit ihren Bauernkitteln ein farbenfrohes Bild am Altar. Die SE4 Band um Patrick Mink gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit und bekam dafür am Ende einen herzlichen Applaus. Pfarrer Weber bedankte sich bei Patrick Mink und Ralph Banholzer, die mit ihm den Gottesdienst vorbereitet haben. 

 

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