St.-Maria-Kirchturm. Archivfoto: him

SCHRAMBERG (pm) – Die katho­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung hat­te zum „Gespräch im Turm” ein­ge­la­den. Dar­über berich­tet Peter Schi­mak vom Arbeits­kreis Glau­ben & Leben der Kath­po­li­schen Erwach­sen­bil­dung St, Maria, Hl Geist::

Der Bio­lo­ge und Theo­lo­ge Klaus Gei­sen sprach im voll­be­setz­ten Turm­zim­mer zum The­ma: „Der Schöp­fungs­be­richt zwi­schen Theo­lo­gie und Natur­wis­sen­schaft –  Ver­such einer Neu­for­mu­lie­rung”

Haupt­an­lie­gen von Gei­sen war, die Schöp­fungs­er­zäh­lung der „Gene­sis” im Alten Tes­ta­ment in Bezie­hung zu  set­zen  zu den Erkennt­nis­sen der moder­nen Natur­wis­sen­schaf­ten zur Ent­ste­hung von Leben auf unse­rer Erde.

So gibt es heu­te sehr dif­fe­ren­zier­te Erkenntns­se in der Phy­sik, die unse­re tra­di­tio­nel­le Vor­stel­lung von Mate­rie sehr in Fra­ge stel­len. Die ursprüng­li­chen Bau­stei­ne der Welt sei­en nur zu einem klei­nen Teil Mate­rie­tei­le im trad­tio­nel­len Sin­ne, son­dern Ener­gie­pro­zes­se.

Ange­sichts sol­cher Erkennt­nis­se sei die Dar­stel­lung in der Gene­sis für vie­le Men­schen schwer nach­zu­voll­zie­hen.  Das gesche­he dann, wenn man die bibli­sche Erzäh­lung über die Ent­ste­hung der Schöp­fung als kon­kur­rie­rend zur Dar­stel­lung der Natur­wis­sen­schaf­ten sehe.

Auch wenn die moder­nen Natur­wis­sen­schaf­ten sehr weit vor­an­ge­kom­men sei­en in der Erklä­rung von Leben, so habe sie aber bis heu­te kei­ne Ant­wort auf der Fra­ge, wer oder was die­se grund­le­gen­den Lebens­pro­zes­se initi­iert habe.

Gei­sen geht davon aus, dass Gott über die Natur­ge­set­ze Muta­tio­nen und Selek­ti­on frei ent­wi­ckeln lässt und so in allem das Gesche­hen vor­an­trei­be. So kön­ne die Welt und das Leben die Gestalt anneh­men, zu der Gott sie füh­ren möch­te.

Nur wenn der Mensch das  gött­li­che Wir­ken in der Schöp­fung in sich sel­ber zulas­se und ent­fal­te, bekom­me er ein tie­fe­res Ver­ständ­nis von Welt und Natur. In die­sem Pro­zess kom­me  der Mensch zum Heil und kön­ne see­li­sche Gesun­dung erfah­ren.

Der Mensch kön­ne als Abbild Got­tes sei­ne Mit­ver­ant­wor­tung für die Schöp­fung erken­nen und im Sin­ne Got­tes mit­ge­stal­ten.

Im Anschluss dar­an enstand eine sehr leb­haf­te und zum Teil kon­tro­ver­se Dis­kus­si­on.

Einig waren sich die Anwe­sen­den, dass die Bedeu­tung von Reli­gi­on und Glau­ben  auch danach gemes­sen wer­den müs­se, inwie­weit Men­schen einen Rah­men und Ori­en­tie­rung fin­den, die Erde heu­te posi­tiv mit­zu­ge­stal­ten.