Der Kir­chen­ge­mein­de­rat von Hei­lig-Kreuz hat den Start­schuss für die Innen­re­no­va­ti­on des Müns­ters gege­ben. Damit kön­nen die Aus­schrei­bun­gen gemacht und wich­ti­ge Zuschüs­se abge­ru­fen wer­den. Der Arbeits­be­ginn ist nach dem Titu­lar­fest vor­ge­se­hen und damit wird das Müns­ters ab 14. Sep­tem­ber 2015 für min­des­tens ein Jahr geschlos­sen.

Restaurator Fabian Schorer auf dem Hubsteiger bei der Arbeit. Foto: Berthold Hildebrand
Restau­ra­tor Fabi­an Scho­rer auf dem Hub­stei­ger bei der Arbeit. Foto: Bert­hold Hil­de­brand

Meh­re­re Wochen stand unüber­seh­bar ein Hub­stei­ger im Müns­ter, zunächst im Chor­raum, danach im hin­te­ren Mit­tel­schiff. Bei der anste­hen­den Reno­vie­rung ist die Säu­be­rung der Raum­scha­le eine ganz wich­ti­ge Auf­ga­be. Restau­ra­tor Fabi­an Scho­rer hat an der bemal­ten Decke des Chor­raums an Pro­be­flä­chen ver­schie­de­ne Rei­ni­gungs­me­tho­den erprobt.

Danach wie­der­hol­te sich die Pro­ze­dur an der Raum­scha­le des Müns­ters. Es wur­de ein soge­nann­tes Pro­be­joch gerei­nigt. Das heißt, Wand und Decke wur­den auf einer Brei­te von einem Meter vom Boden der nörd­li­chen Sei­ten­ka­pel­le an der Wand hoch bis hin­auf über das Gewöl­be des Mit­tel­schiffs und wie­der hin­un­ter zum Boden am Turm innen gerei­nigt. Man muss das an einem Stück machen, damit kei­ne Fle­cken durch Farb­ab­wei­chun­gen ent­ste­hen.

An der Kirchenwand sieht man den gereinigten Streifen rechts. Unten Mörtel bemalt, oben Steine und eine zugemauerte Tür im Turm. Steine mit „Punkt“ sind echt, die anderen gemalt.
An der Kir­chen­wand sieht man den gerei­nig­ten Strei­fen rechts. Unten Mör­tel bemalt, oben Stei­ne und eine zuge­mau­er­te Tür im Turm. Stei­ne mit „Punkt“ sind echt, die ande­ren gemalt. Von Bert­hold Hil­de­brand

Von die­sen Arbei­ten berich­tet Scho­rer, dass die Far­ben im Mit­tel­schiff hel­ler sind, im Sei­ten­schiff eher gedeck­ter. Nicht alles ist Stein was man sieht. Gro­ße Tei­le, etwa am Turm innen, sind mit Steiner­gän­zungs­mör­tel ver­putzt, die Fugen sind auf­ge­malt. Er lob­te die Qua­li­tät der Arbei­ten von 1913. An der Decke sieht man Ver­fär­bun­gen, dunk­le Stel­len, die auch durch die Rei­ni­gung nicht ver­schwun­den sind. Dies sind Fle­cken von Pilz­rück­stän­den.

An der Innen­scha­le kon­den­siert die Feuch­tig­keit und bleibt als Was­ser an Decke und Mau­er­werk zurück. In hun­dert Jah­ren haben sich dar­auf Staub und Ruß aus der frü­he­ren Hei­zung fest­ge­setzt. Bei der Rei­ni­gung wird grund­sätz­lich nur der so ent­stan­de­ne Schmutz abge­nom­men. Mit Laser und ver­schie­de­nen mecha­ni­schen Ver­fah­ren wur­den die unglei­chen Unter­grün­de gerei­nigt.

Gereinigte Flächen an der Decke. Die Rippenknoten und die Flammenmalerei sind je zur Hälfte gereinigt. Man sieht die Pilzspuren und auch Risse. Die nicht gereinigten Flächen sind deutlich dunkler.  Foto: Berthold Hildebrand
Gerei­nig­te Flä­chen an der Decke. Die Rip­pen­kno­ten und die Flam­men­ma­le­rei sind je zur Hälf­te gerei­nigt. Man sieht die Pilz­spu­ren und auch Ris­se. Die nicht gerei­nig­ten Flä­chen sind deut­lich dunk­ler. Foto: Bert­hold Hil­de­brand

Dabei hat sich gezeigt, dass die Far­ben unter­schied­lich geal­tert sind und dass der Pilz doch eine gro­ße Rol­le spielt. Sechs ver­schie­de­ne Metho­den kom­men im Wech­sel zum Ein­satz, „der Weg steht fest“, sagt Scho­rer. Somit kön­ne mit der Arbeit begon­nen wer­den. Spä­ter müs­sen Lasu­ren auf­ge­tra­gen und Tei­le retu­schiert wer­den.

Als Archi­tekt Dr. Ste­fan Blum sei­ne Ide­en von der Innen­re­no­va­ti­on dem Kir­chen­ge­mein­de­rat vor­stell­te und eine mög­li­che Arbeits­dau­er von nur einem Jahr nann­te, mein­te Dr. Hei­ner Gie­se vom Bischöf­li­chen Bau­amt, dass es sich hier wohl um eine „sport­li­che Zeit­pla­nung“ hand­le. Über die wei­te­re Kon­zep­ti­on und even­tu­el­le Ver­än­de­run­gen im Kir­chen­raum ent­schei­den dem­nächst die zustän­di­gen Gre­mi­en in Abspra­che mit dem Staat­li­chen Denk­mal­amt und dem Bischöf­li­chen Bau­amt.