-1.8 C
Rottweil
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start Kirch­li­ches Sucht – die fehl­ge­lei­te­te Sehn­sucht nach Wert

Sucht – die fehlgeleitete Sehnsucht nach Wert

  Kom­ple­xes The­ma beim Frau­en­abend des Öku­me­ni­schen Frau­en­teams Lau­ter­bach.

-

Wie seit vie­len Jah­ren im Sep­tem­ber üblich, hat­te das Öku­me­ni­sche Frau­en­team von Lau­ter­bach wie­der zu einem The­men­abend ein­ge­la­den. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag sprach die gelern­te Kran­ken­schwes­ter und biblisch the­ra­peu­ti­sche Seel­sor­ge­rin Gud­run Dre­her zum The­ma: „End­sta­ti­on Sucht – von Suche, Sehn­sucht und Sucht“. Dar­über berich­tet die Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de Schram­berg und Lau­ter­bach in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Nach­dem sich die Refe­ren­tin vor­ge­stellt hat­te, dank­te sie den Anwe­sen­den für ihr Kom­men und traf die Aus­sa­ge, daß sicher­lich nie­mand im Kreis süch­tig ist. Denn, so Dre­her, emp­fin­den die Betrof­fe­nen eine tie­fe Scham wegen ihres Sucht­ver­hal­tens. Bun­des­weit sprä­che man von 1,6 Mil­lio­nen Alko­hol­süch­ti­gen, 2,3 Mil­lio­nen Medi­ka­men­ten­ab­hän­gi­gen, 600.000 Men­schen, die ille­ga­le Dro­gen kon­su­mie­ren und mitt­ler­wei­se auf dem Vor­marsch eine gro­ße Zahl an Com­pu­ter­spiel­süch­ti­gen.

Schlech­te Ange­wohn­hei­ten wer­den zur har­ten Sucht, oft auf­grund von psy­chi­schen Pro­ble­men oder gerin­gem Selbst­wert. Ein Aus­stieg aus der Abhän­gig­keit ist nur durch aus­rei­chen­de Moti­va­ti­on mög­lich. Hier sind beson­ders die nächs­ten Ange­hö­ri­gen oder Bezugs­per­so­nen gefor­dert, die Kon­se­quenz zei­gen müs­sen, daß sie das Sucht­ver­hal­ten nicht mehr unter­stüt­zen, indem sie zum Bei­spiel das Sucht­mit­tel besor­gen, oder das Ver­hal­ten der Abhän­gi­gen ver­tu­schen in Form von Ver­harm­lo­sung oder Ver­schwei­gen.

Erst wenn der Süch­ti­ge die bit­te­re Ein­sicht hat, daß er allei­ne dasteht auf­grund sei­nes Ver­hal­tens, beginnt ein Pro­zess, wo er sich selbst  begeg­net und sich unwei­ger­lich die Fra­ge nach dem Sinn des Lebens stellt. An die­sem Punkt setzt die biblisch the­ra­peu­ti­sche Seel­sor­ge an. ”Durch unser Fehl­ver­hal­ten laden wir Schuld auf uns. Die­se müs­sen wir ein­ge­ste­hen”, so die Refe­ren­tin.

Vor Gott ist die Schuld von Abhän­gi­gen nicht schwe­rer als die von Nicht­ab­hän­gi­gen. Er liebt die Men­schen und hat einen Plan für unser Leben. Er schenkt Hei­lung an unse­rem Herz und in unse­ren Bezie­hun­gen. Aus die­ser Moti­va­ti­on her­aus ist es mög­lich durch­zu­hal­ten, Zie­le zu ent­wi­ckeln, Pro­ble­me anzu­ge­hen, Gefüh­le zu ord­nen und Stär­ken und Resour­cen zu ent­de­cken.

Das Ziel ist, den Fokus auf die Vor­tei­le zu len­ken, die eine völ­li­ge Absti­nenz mög­lich machen. Mit einem herbst­li­chen Blu­men­prä­sent bedank­te sich Gabrie­le Aber­le vom öku­me­ni­schen Frau­en­team bei Frau Dre­her als auch bei Frau Beisswan­ger, die eben­falls von der BTS Bera­tungs­pra­xis aus Schram­berg unter­stüt­zend an die­sem Vor­trag anwe­send war. Im Anschluß fand noch ein reger Aus­tausch bei einer Tas­se Tee und Blät­ter­teig­ge­bäck statt.

 

- Adver­tis­ment -