ROTTWEIL – Auf Ein­la­dung der Kir­chen­pfle­ge der Katho­li­schen Gemein­de des Pas­to­ral­raums Brugg-Win­disch kamen zehn Mit­glie­der des Kir­chen­ge­mein­de­rats (KGR) der Hei­lig-Kreuz-Gemein­de Rott­weil wie­der ein­mal in die Schwei­zer Part­ner­stadt.  Es waren an Begeg­nun­gen, Infor­ma­tio­nen und schö­nen Ein­drü­cken reich erfüll­te Tage.

Das Gre­mi­um Kir­chen­pfle­ge in der Schweiz ist ver­gleich­bar mit dem deut­schen  Kir­chen­ge­mein­de­rat. Seit der Neuor­dung der Gemein­den in Pas­to­ral­räu­men 2016 gibt es kei­ne Gemein­de­lei­ter mehr, wohl aber (noch!) Theo­lo­gin­nen und Theo­lo­gen als Ansprech­per­so­nen in jeder Teil­ge­mein­de. Gemein­de- und Pas­to­ral­raum­lei­ter ist in Brugg Pas­to­ral­as­sis­tent Simon Mei­er, zusam­men mit dem lei­ten­den Prie­ser, Pater Solo­mon Oba­si aus Nige­ria.

Hans Schil­ling, Prä­si­dent der Kir­chen­pfle­ge, und Sil­via Schnei­der, Finanz­ver­wal­te­rin, sowie Vize­prä­si­dent Leo Grü­nen­fel­der hat­ten, gemein­sam mit einem Team, ein Pro­gramm zum Mot­to „Unter­wegs im Pas­to­ral­raum Brugg-Win­disch“ zusam­men­ge­stellt. Die Rott­wei­ler Grup­pe wur­de beglei­tet vom zwei­ten Vor­sit­zen­den des KGR, Bernd Gar­ten. Lei­der konn­te Pfar­rer Mar­tin Stöf­fel­mai­er aus dienst­li­chen Grün­den an der Fahrt  nicht teil­neh­men. 

Nach der Begrü­ßung im Gemein­de­haus bei der Kir­che St. Niko­laus in Brugg stie­gen die Mit­glie­der der Gre­mi­en aus Brugg und Rott­weil gemein­sam in einen Bus. Sowohl bei den Rott­wei­lern als auch bei den Brug­gern waren auch man­che  Part­ne­rin­nen und Part­ner dabei, die zum Zei­chen des Dan­kes eben­falls ein­ge­la­den waren, denn ein Ehren­amt muss ja immer auch von der Fami­lie mit­ge­tra­gen wer­den.

Eine Rund­fahrt führ­te bei Son­nen­schein durch früh­lings­haft blü­hen­de Land­schaf­ten zu den vier Kir­chen­zen­tren im Umland von Brugg. Ers­te Sta­ti­on war St. Fran­zis­kus in Schinz­nach-Dorf mit der 1994 ein­ge­weih­ten Kir­che St. Fran­zis­kus. Der oval­för­mi­ge Raum und die Aus­ge­stal­tung mit viel Holz wur­den anschau­lich erläu­tert und als sehr anspre­chend emp­fun­den. Am Schluss-Segen des „Fir­man­den-Tages“  mit Jugend­li­chen und deren Paten zum Beginn der Vor­be­rei­tung auf die Fir­mung konn­ten alle in der Kir­che teil­neh­men und auf die­se Wei­se auch ein beson­de­res Ange­bot der Gemein­de erle­ben. Wei­ter ging die Fahrt zum größ­ten Regio­nal­flug­platz der Schweiz in Birr. Im dor­ti­gen Restau­rant durf­te die Grup­pe ein aus­ge­zeich­ne­tes Mit­tag­essen bei anre­gen­den Tisch­ge­sprä­chen genie­ßen.

Nächs­te Sta­ti­on war das Katho­li­sche Kir­chen­zen­trum St. Pau­lus in Birr. In das seit der Refor­ma­ti­on gänz­lich refor­mier­te Gebiet kamen durch die Grün­dung einer gro­ßen Fir­ma vie­le Katho­li­ken, die sich eine eige­ne Kir­che wünsch­ten. Jede Genera­ti­on hat dann zu dem zelt­för­mi­gen Kir­chen­bau von 1966 bei­getra­gen. Vie­les wur­de von den Gemein­de­mit­glie­dern selbst gestal­tet, wie zum Bei­spiel Altar und Taber­na­kel. Neben der Kir­che befin­det sich das Gemein­de­haus, eine Bara­cke, die ehe­mals als Kir­chen­ge­bäu­de in Schinz­nach gedient hat­te. Ein­zel­ne Par­zel­len des Gar­tens dahin­ter wer­den an Inter­es­sen­ten ver­mie­tet. Gar­ten­ar­beit, Grill­aben­de und Fes­te geben Gele­gen­heit zu Begeg­nun­gen.

Erfahr­bar wird hier das „Ler­nen mit Herz, Kopf und Hand“, das Hein­rich Pes­ta­loz­zi för­der­te, der in der Nähe als Reform­päd­ago­ge wirk­te. Bei der fol­gen­den Bus­fahrt konn­te die Schön­heit die­ser Land­schaft des Aar­gaus mit Wie­sen, Wein­ber­gen und Wäl­dern im Wech­sel mit klei­nen Orten und Bur­gen, wie der Stamm­burg der Habs­bur­ger, bewun­dert wer­den. Der nächs­te Halt wur­de an einem beson­de­ren Natur­denk­mal ein­ge­legt, der Lin­de von Linn. Ihre Grö­ße ist beein­dru­ckend, ihr Alter wird des­halb auf meh­re­re hun­dert Jah­re geschätzt. Der nächs­te Besuch galt dem Öku­me­ni­schen Zen­trum LEE in Rini­ken, zugleich Katho­li­sches Kir­chen­zen­trum Brugg-Nord.

1976 wur­de die refor­mier­te Kir­che gebaut , die heu­te von bei­den Kon­fes­sio­nen mit vie­len öku­me­ni­schen Ange­bo­ten genützt wird. St. Mari­en, eine gro­ße katho­li­sche Kir­che von 1965 in Win­disch, neben dem römi­schen Amphi­thea­ter, war das nächs­te Ziel. In der Sonn­tag-Vor­abend­mes­se wur­den alle, beson­ders auch die Rott­wei­ler, von Pater Solo­mon, freund­lich begrüßt. Sei­ne herz­er­fri­schen­de Art und beein­dru­cken­de Pre­digt begeis­ter­te. Er konn­te auch beim anschlie­ßen­den Abend­essen in Brugg dabei sein. Bernd Gar­ten dank­te mit Gast­ge­schen­ken für die Ein­la­dung nach Brugg, für das sorg­fäl­tig durch­dach­te Pro­gramm und die her­vor­ra­gen­de Ver­kös­ti­gung. Bis in den spä­ten Abend wur­den in fro­her Tisch­ge­mein­schaft inter­es­san­te Gesprä­che geführt.

Am fol­gen­den Sonn­tag­mor­gen erläu­ter­te Simon Mei­er die Struk­tu­ren des Pas­to­ral­rau­mes Brugg-Win­disch und das Kir­chen­zen­trum mit der Kir­che St. Niko­laus, 1907 im Stil des Barock erbaut. In einer Stadt­füh­rung, gelei­tet von Rolf Alder, der 20 Jah­re Stadt­am­mann (Bür­ger­meis­ter) gewe­sen ist, erhielt die Grup­pe Ein­blick in Geschich­te und Stadt­bild von Brugg. Den Abschluss bil­de­te der Besuch in einem wun­der­schö­nen pri­va­ten Gar­ten an der Stadt­mau­er.

Hier erfreu­ten gleich meh­re­re Über­ra­schun­gen die Besu­cher. Ein hei­te­res musi­ka­lisch-lite­ra­ri­sches Pro­gramm bot der Künst­ler Mar­tin Mei­er. Frau Stadt­am­mann Bar­ba­ra Hor­la­cher, Bür­ger­meis­te­rin von Brugg, begrüß­te die Rott­wei­ler und nahm die Grü­ße der Gemein­de Hei­lig-Kreuz und der Stadt Rott­weil ent­ge­gen. Das Mit­tag­essen im Gar­ten wur­de vom Cate­ring der Stif­tung „Domi­no“, einer Ein­rich­tung für Men­schen mit und ohne Behin­de­rung, ser­viert. Die Rott­wei­ler Grup­pe dank­te zum Abschied bei St. Niko­laus noch­mals für die über­aus herz­li­che Gast­freund­schaft. Die Brug­ger über­ga­ben als Prä­sent den Kir­chen­ge­mein­de­rä­ten ein Buch über die Geschich­te der Katho­li­ken im Bezirk Brugg. „Öku­me­ne ist heu­te kein Pro­blem mehr. Aber heu­te ist noch nicht so lan­ge“, fass­te Hans Schil­ling das heut­zu­ta­ge gute öku­me­ni­sche Mit­ein­an­der zusam­men.

Wie die Neu­ge­stal­tung von pas­to­ra­len Räu­men, die auch in Deutsch­land ein The­ma ist, aus­se­hen kann, war in der Begeg­nung mit den Schwei­zer Nach­barn erfahr­bar gewor­den. Die Kon­tak­te wer­den wei­ter­ge­führt. Eine Ein­la­dung an die Brug­ger nach Rott­weil ist schon aus­ge­spro­chen.