ROTTWEIL – Der Volks­bund Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge (VdK) und die Stadt Rott­weil haben am Volks­trau­er­tag die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zur jähr­li­chen Gedenk­fei­er auf den Stadt­fried­hof ein­ge­la­den.

Pfar­re­rin Esther Kuhn-Luz sag­te, es sei ein wich­ti­ger Tag, an dem ein Volk trau­ert in Erin­ne­rung an die­je­ni­gen, die in den Krie­gen ums Leben kamen. In einem Schrei­ben des VdK habe sie gele­sen, es blei­be uns die Fra­ge nicht erspart, ob die Gefal­le­nen unse­re Erin­ne­rung „ver­dient“ hät­ten. „Sind sie für eine gute Sache gestor­ben oder wenigs­tens im guten Glau­ben dar­an?“

Kuhn-Luz mein­te, es sol­le uns Anlass für ein mah­nen­des Geden­ken sein und uns die eige­ne Ver­führ­bar­keit vor Augen füh­ren. Bei einer öku­me­ni­schen Kon­fe­renz 1948 hät­ten die bei­den christ­li­chen Kir­chen im Ange­sicht der furcht­ba­ren Zer­stö­rung gesagt, Krieg dür­fe um Got­tes Wil­len nicht sein. Sie frag­te, war­um nicht um der Men­schen wil­len? Krieg ent­ste­he oft dann, wenn sich Men­schen einer bestimm­ten Nati­on bes­ser, hoch­wer­ti­ger oder klü­ger als ande­re emp­fin­den.

Eine Ideo­lo­gie der Aus­gren­zung und Selbst­über­hö­hung sei immer der Anlass für Krieg und Gewalt. Die Wür­de des Men­schen ist aber unan­tast­bar, steht im Grund­ge­setz. Und weil jeder Mensch ein Eben­bild Got­tes sei, kön­ne sich nie­mand als etwas Bes­se­res, Höher­ste­hen­des defi­nie­ren als der ande­re. „Woher soll ich mir die Erlaub­nis geben las­sen, ein Eben­bild Got­tes zu töten?“ Sie sagen Frie­den, Frie­den – und es ist doch kein Frie­den, steht schon in den Pro­phe­ten­bü­chern. Staa­ten, die heu­te von Frie­den rede­ten, sei­en aber gleich­zei­tig Waf­fen­lie­fe­ran­ten. „Wie kann man jeman­dem Glau­ben schen­ken, der dich mit der rech­ten Hand strei­chelt, wäh­rend er dich mit der lin­ken Hand schlägt?“, zitier­te sie Papst Fran­zis­kus.

Die Fei­er wur­de musi­ka­lisch umrahmt vom Musik­ver­ein „Froh­sinn“ Rott­weil-Alt­stadt und der Chor­ge­mein­schaft Rott­weil.“ Am Ende der Fei­er­stun­de leg­ten Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Ruf für die Stadt Rott­weil, Ver­tre­ter der Orts­grup­pe Rott­weil des Volks­bun­des Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge, des VdK Orts­ver­bands Rott­weil sowie der Reser­vis­ten­ka­me­rad­schaft Rott­weil-Obern­dorf Krän­ze am Ehren­mal nie­der. Wer­ner Weiss vom Volks­bund Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge bedank­te sich bei allen die gekom­men sind und die zum Gelin­gen die­ser Gedenk­fei­er bei­getra­gen haben.