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Donnerstag, 16. Juli 2020
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    „Die Wiese ein Paradies nebenan“ – Kino und Diskussion im Subiaco in Schramberg

    Auf Initiative von Bündnis 90/Die GRÜNEN zeigte das Subiaco-Kino in Schramberg am Mittwochabend den Dokumentarfilm „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ von Jan Haff. Darüber berichten die Grünen in einer Pressemitteilung:

    In wunderbaren Nahaufnahmen brachte der Film den Zuschauern die kleinen und großen Naturereignisse in einer solchen Wiese näher. Die Geburt von Rehkitzen, der Tod einer Ameise in den Fängen einer Spinne oder die Tricks besonderer Orchideen zu einem Bestäuber zu kommen. Auch die Schattenseiten der Massentierhaltung und der großräumigen Landwirtschaft hat der Film eindrucksvoll dargestellt.

    Franz Niebel vom Subiaco freute sich über den regen Besuch: „Bei Dokumentarfilmen ist das Interesse leider oft nicht so groß.“ Dass es an diesem Abend anders war, lag wohl auch daran, dass die Grüne Landtagsabgeordnete Martina Braun aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis sich anschließend den Fragen der Besucher stellte.

    Braun, die selbst einen Milchbetrieb mit Weideland und Bioanbau betreibt, lobte den Film weil er einerseits sehr realistisch sei, die Bauern aber nicht zu den „Umweltsündern Nummer eins“ abstemple. „Die Höfe haben ökonomische Zwänge“, machte sie klar. Bei Stundenlöhnen unter drei Euro könne man verstehen, dass Landwirte Probleme haben. Ihre Forderung „Gute Ware für einen guten Preis, das wäre besser als die Hilfen für die Landwirte über Fördertöpfe.“ Die Lebensmittelpreise seien in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gesunken.

    Der Film sei nicht mit dem „erhobenen Zeigefinger daher gekommen“, sondern zeige die Auswirkungen einer verfehlten Agrarpolitik. Ihr Credo sei „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“. das heiße, die Landwirte sollten dafür bezahlt werden, dass sie beispielsweise Blühstreifen anlegen und pflegen, und nicht wie bisher einfach für die Fläche, ganz egal, was sie mit der machen.

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    In der Diskussion wies Ela Hartelt darauf hin, dass auch die Verbraucher eine große Verantwortung haben. „Wenn eine Gurke 39 Cent kostet, davon kann kein Bauer leben.“ Angesichts der Berichte über das Artensterben müsste jetzt doch ein Ruck durch die Gesellschaft gehen. Braun erwiderte, für das Artensterben seien viele Faktoren verantwortlich. Dazu gehörte auch das Anlegen von Schottergärten oder das Rasenmähen, kaum ist ein Grashalm aus dem Boden gewachsen.

    Sie wies aber auch darauf hin, dass die Agrarpolitik reagiere: So werden Blühstreifen inzwischen besser gefördert und Hecken und andere nicht genutzte Flächen dürften die Landwirte bei der Förderung einrechnen. Auch sogenannte Lerchenfenster in den Wiesen seien heute vorgesehen.

    Sonja Rajsp sprach die Solidarische Landwirtschaft an, bei der das Risiko vom Landwirt auch die Verbraucher verlagert werde. Solche Projekte wie die Ackernative oder Baar-Food seien eine gute Möglichkeit, so Braun, auch für die Verbraucher selbst zu erleben, woher ihr Gemüse kommt. „Eine win-win-Situation für alle.“

     

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