Martina Braun, MdL (zweite von links) im Gespräch mit Besuchern des Dokumentarfilms „Die Wiese“. Foto: pm

Auf Initia­ti­ve von Bünd­nis 90/Die GRÜNEN zeig­te das Sub­ia­co-Kino in Schram­berg am Mitt­woch­abend den Doku­men­tar­film „Die Wie­se – ein Para­dies neben­an“ von Jan Haff. Dar­über berich­ten die Grü­nen in einer Pres­se­mit­tei­lung:

In wun­der­ba­ren Nah­auf­nah­men brach­te der Film den Zuschau­ern die klei­nen und gro­ßen Natur­er­eig­nis­se in einer sol­chen Wie­se näher. Die Geburt von Reh­kit­zen, der Tod einer Amei­se in den Fän­gen einer Spin­ne oder die Tricks beson­de­rer Orchi­de­en zu einem Bestäu­ber zu kom­men. Auch die Schat­ten­sei­ten der Mas­sen­tier­hal­tung und der groß­räu­mi­gen Land­wirt­schaft hat der Film ein­drucks­voll dar­ge­stellt.

Franz Nie­bel vom Sub­ia­co freu­te sich über den regen Besuch: „Bei Doku­men­tar­fil­men ist das Inter­es­se lei­der oft nicht so groß.“ Dass es an die­sem Abend anders war, lag wohl auch dar­an, dass die Grü­ne Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Mar­ti­na Braun aus dem Schwarz­wald-Baar-Kreis sich anschlie­ßend den Fra­gen der Besu­cher stell­te.

Braun, die selbst einen Milch­be­trieb mit Wei­de­land und Bio­an­bau betreibt, lob­te den Film weil er einer­seits sehr rea­lis­tisch sei, die Bau­ern aber nicht zu den „Umwelt­sün­dern Num­mer eins“ abstemp­le. „Die Höfe haben öko­no­mi­sche Zwän­ge“, mach­te sie klar. Bei Stun­den­löh­nen unter drei Euro kön­ne man ver­ste­hen, dass Land­wir­te Pro­ble­me haben. Ihre For­de­rung „Gute Ware für einen guten Preis, das wäre bes­ser als die Hil­fen für die Land­wir­te über För­der­töp­fe.“ Die Lebens­mit­tel­prei­se sei­en in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten immer wei­ter gesun­ken.

Der Film sei nicht mit dem „erho­be­nen Zei­ge­fin­ger daher gekom­men“, son­dern zei­ge die Aus­wir­kun­gen einer ver­fehl­ten Agrar­po­li­tik. Ihr Cre­do sei „öffent­li­ches Geld für öffent­li­che Leis­tun­gen“. das hei­ße, die Land­wir­te soll­ten dafür bezahlt wer­den, dass sie bei­spiels­wei­se Blüh­strei­fen anle­gen und pfle­gen, und nicht wie bis­her ein­fach für die Flä­che, ganz egal, was sie mit der machen.

In der Dis­kus­si­on wies Ela Har­telt dar­auf hin, dass auch die Ver­brau­cher eine gro­ße Ver­ant­wor­tung haben. „Wenn eine Gur­ke 39 Cent kos­tet, davon kann kein Bau­er leben.“ Ange­sichts der Berich­te über das Arten­ster­ben müss­te jetzt doch ein Ruck durch die Gesell­schaft gehen. Braun erwi­der­te, für das Arten­ster­ben sei­en vie­le Fak­to­ren ver­ant­wort­lich. Dazu gehör­te auch das Anle­gen von Schot­ter­gär­ten oder das Rasen­mä­hen, kaum ist ein Gras­halm aus dem Boden gewach­sen.

Sie wies aber auch dar­auf hin, dass die Agrar­po­li­tik reagie­re: So wer­den Blüh­strei­fen inzwi­schen bes­ser geför­dert und Hecken und ande­re nicht genutz­te Flä­chen dürf­ten die Land­wir­te bei der För­de­rung ein­rech­nen. Auch soge­nann­te Ler­chen­fens­ter in den Wie­sen sei­en heu­te vor­ge­se­hen.

Son­ja Rajsp sprach die Soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft an, bei der das Risi­ko vom Land­wirt auch die Ver­brau­cher ver­la­gert wer­de. Sol­che Pro­jek­te wie die Acker­na­ti­ve oder Baar-Food sei­en eine gute Mög­lich­keit, so Braun, auch für die Ver­brau­cher selbst zu erle­ben, woher ihr Gemü­se kommt. „Eine win-win-Situa­ti­on für alle.“