Andreas Schwab bei seinem Vortrag bei ACI. Fotos: pm

Poli­tik trifft Wirt­schaft. In dem Fall ganz  kon­kret: Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter und inno­va­ti­ver Unter­neh­mer im Gespräch. Oder ganz genau: In einer gut zwei­stün­di­gen Ver­an­stal­tung des CDU-Orts­ver­bands Zim­mern in den Räum­lich­kei­ten der aci group auf dem Gelän­de des Gewer­be­ge­bie­tes IN.KOM tausch­ten sich Dr. Andre­as Schwab, seit 15 Jah­ren süd­ba­di­scher Abge­ord­ne­ter in Straß­burg und Brüs­sel und Prof. Dr.-Ing. Wolf­gang Schmutz als Chef eines Welt­un­ter­neh­mens aus.

Drü­ber berich­tet die CDU in einer Pres­se­mit­tei­lung: Unter auf­merk­sa­mer Betei­li­gung des Publi­kums, das in der Dis­kus­si­on die Fra­gen stell­te, die den Men­schen auf den Nägeln bren­nen. „Sie wer­den eine span­nen­de Ver­an­stal­tung erle­ben“, hat­te die CDU-Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de von Zim­mern, Moni­ka Schnei­der ver­spro­chen. Und sie hat Recht behal­ten.

Gut drei Wochen vor den Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment stan­den mit dem The­ma „Ener­gie und Mobi­li­tät“ zwei Begrif­fe in der Über­schrift über dem Gedan­ken­aus­tausch, die gera­de an dem Ort, an dem ein pri­vat­wirt­schaft­li­ches Unter­neh­men, die aci group mit dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Boli­vi­en, dem Land mit dem grö­ßen Lithi­um-Vor­kom­men welt­weit, ein joint-ven­ture-Abkom­men zum Abbau des für die Pro­duk­ti­on von Bat­te­ri­en not­wen­di­gen Stof­fes geschlos­sen hat, das wahr­lich sei­nes­glei­chen sucht. Und nir­gends fin­den wird. „Wir sind ja nur eine Schwarz­wald­klit­sche“, schmun­zel­te Prof. Schmutz über man­che despek­tier­li­che Äuße­rung.

Wie kann das gehen, ein sol­ches Unter­fan­gen, das es so noch nie gege­ben hat und mit dem aci „gänz­lich neue Wege geht“, wie er sag­te. „Ich bin es ja nicht allei­ne“, sag­te er und ver­wies auf  eben­falls anwe­sen­de Mit­ar­bei­ter sei­nes Teams: „Was wir tun, geht nur mit den bes­ten Inge­nieu­ren, Tech­ni­kern und auch mit der not­wen­di­gen juris­ti­schen Bera­tung und Absi­che­rung.“ Vor gut zwei Jah­ren began­nen die ers­ten Gesprä­che, mit dem Start der Pro­duk­ti­on wird im Jahr 2022 gerech­net.

Und das Gan­ze soll und wird eine win-win-Situa­ti­on erge­ben, die allen dient. Und nicht zuletzt Arbeits­plät­ze in Zim­mern, in Deutsch­land schafft. Ver­ein­bart ist eine Lauf­zeit von sieb­zig Jah­ren. Und was kommt danach? Viel­leicht etwas ganz ande­res? „Da sind dann ande­re zustän­dig!“ Jetzt aber liegt es an dem Unter­neh­men in Zim­mern, den  welt­wei­ten Wett­be­werb vor allem mit den Chi­ne­sen auf­zu­neh­men, in die­ser „his­to­ri­schen Chan­ce“ (Prof. Schmutz) zu bestehen.

Was zum Vor­trag, zu der Rede von Andre­as Schwab führt, die gera­de­zu den kon­ge­nia­len Unter­bau zu die­ser Initia­ti­ve bot. „Die Welt dreht sich in einer dra­ma­ti­schen Wei­se wei­ter“, beschrieb er die Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den gro­ßen Play­ern auf die­ser Erde.  Und wer setzt die Stan­dards bei den gro­ßen Aus­ein­an­der­set­zun­gen? Wäh­rend der in Ber­lin  geplan­te Flug­ha­fen BER  im Jah­re 2006  begon­nen wur­de und es längst noch nicht abzu­se­hen ist, wann er geöff­net wer­den wird, hat in der glei­chen Zeit Chi­na 50 ähn­lich gro­ße Flug­hä­fen gebaut. Ein Bei­spiel für die Dimen­sio­nen, in denen sich alles abspielt.

„Wir sind anders. Bes­ser.“, hat­te Pro­fes­sor Schmutz gesagt. Euro­pa aber kann nur bestehen, wenn es mit dabei ist. Auch dabei, wenn es um die Stan­dards geht. Wer setzt sie? Wel­che Stan­dards sol­len gel­ten? Die­se Fra­gen durch­zo­gen auch die gesam­te Dis­kus­si­ons­run­de. Teil­wei­se besorgt vor­ge­tra­gen. Aber mit der Hoff­nung und genährt durch die Über­zeu­gung von Andre­as Schwab, „dass wir als Euro­päi­sche Uni­on ein attrak­ti­ver Markt sein müs­sen, dass wir jeden Tag etwas bes­ser sein müs­sen als die ande­ren.“ Und: „Es gibt so gut wie kein The­ma, das nicht mit Euro­pa zu tun hat.“

Da wur­den dann die anfangs eben­falls ange­schnit­te­nen Berei­che wie die, die im öffent­li­chen Dis­kurs so umstrit­ten sind – Kli­ma­er­wär­mung, Ver­bren­nungs­mo­tor oder E‑Mobilität oder Brenn­stoff­zel­le zum Bei­spiel – zwar nicht beant­wor­tet, aber zum Grei­fen spür­bar war: es geht aus­schließ­lich mit Anstren­gung, mit dem Wis­sen, dem Kön­nen und dem Umset­zen durch Exper­ten, durch die  Bes­ten. Und wer gut ist und bes­ser als die ande­ren, der setzt dann auch die Stan­dards. So ein­fach und schwie­rig und so not­wen­dig ist es.

Unter der Mode­ra­ti­on der CDU-Orts­ver­bands­vor­sit­zen­den Moni­ka Schnei­der dis­ku­tier­ten Andre­as Schwab und Wolf­gang Schmutz: Poli­tik und Wirt­schaft im Gedan­ken­aus­tausch.

„Das aller­meis­te, was in Euro­pa beschlos­sen wird, hat auch mit uns zu tun, mit Deutsch­land, mit Baden-Würt­tem­berg, mit Süd­ba­den und eben auch mit Zim­mern“, hat­te Andre­as Schwab gesagt. Dar­um ist das Mit­ein­an­der so wich­tig. Und die in einer Video-Sequenz, die Pro­fes­sor Schmutz im Ver­lauf des Abends ein­streu­te, ein­ge­for­der­ten Attri­bu­te wie Gerech­tig­keit, Mut, Part­ner­schaft.

Bei der Ver­ein­ba­rung mit der boli­via­ni­schen Regie­rung waren auch die Bun­des­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er und Hei­ko Maas sowie die Lan­des­wirt­schafs­mi­nis­te­rin Nico­le Hoff­meis­ter-Kraut mit betei­ligt.  Alle zusam­men in einem Boot. Und mit den Gedan­ken und den Wer­ten die Zusam­men­ar­beit mit Boli­vi­en so  zu erfül­len, wie  ihm dies der heu­te in La Paz Pater Neu­en­ho­fer als sein dama­li­ger Reli­gi­ons­leh­rer mit auf den Weg gege­ben hat­te. So die ganz ande­re Annä­he­rung an das latein­ame­ri­ka­ni­sche Land als dies in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten an der Tages­ord­nung gewe­sen ist.

Womit auch der Bogen geschla­gen ist zu dem Hin­weis  von Moni­ka Schnei­der bei ihren ein­füh­ren­den Wor­ten, dass das „C“ als Mar­ken­zei­chen der CDU die wesent­li­che Richt­schnur für das Han­deln sein muss.