Schon beim ersten Gruppenbild des neu gewählten Gemeinderats im Sommer 2014 standen die beiden CDU-Stadträte Jürgen Reuter (oben im Oval) und Johannes Grimm sich nahe. Archiv-Foto: him

SCHRAMBERG   –  Mit einer eige­nen Lis­te wol­len Johan­nes Grimm und Jür­gen Reu­ter bei den Kom­mu­nal­wah­len antre­ten. Meh­re­re Anfra­gen der NRWZ in der ver­gan­ge­nen Woche haben die bei­den zwar unbe­ant­wor­tet gelas­sen, doch die Indi­zi­en spre­chen  für eine Lis­te der bei­den Stadt­rä­te, die bei der letz­ten Kom­mu­nal­wahl noch für die CDU kan­di­diert hat­ten.

Wie in den Wahl­kämp­fen der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te auch wol­len die Par­tei­en und Grup­pie­run­gen auf eine Pla­ka­tie­rung ver­zich­ten. Dies­mal hat der CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de und Stadt­rat Tho­mas Brant­ner  bei den ande­ren Par­tei­en und Grup­pie­run­gen ange­fragt, ob sie bereit wären auf Wahl­pla­ka­te zu ver­zich­ten. „Ich habe Zusa­gen von der SPD, von Bunt­specht, von der Frei­en Lis­te, der ÖDP und auch von Johan­nes Grimm“, so Brant­ner auf Nach­fra­ge der NRWZ. 

Anfang Janu­ar hat­te die NRWZ Grimm nach dem Stand der Din­ge gefragt, und Grimm erklär­te, er wol­le „erst kurz vor Bewer­bungs­schluss“, dem 29. März über die nach sei­nen Wor­ten „omi­nö­se Lis­te“ infor­mie­ren. Da eine Nomi­nie­rungs­ver­samm­lung nicht öffent­lich sein muss, ist in der Öffent­lich­keit weder bekannt, wann eine sol­che Ver­an­stal­tung abge­hal­ten wur­de oder wird und wer gege­be­nen­falls neben Grimm und Reu­ter noch zur Wahl steht.

Eini­ge bekann­te­re Leu­te haben in den ver­gan­ge­nen Mona­ten Grimm und Reu­ter abge­sagt. Joe Fink etwa oder Anne­lie­se Ben­dig­keit. Fink fand im Gespräch mit der NRWZ zwar, es sei „Zeit, dass sich was dreht“. Er selbst habe aber kei­ne Zeit, um sich für den Gemein­de­rat auf­stel­len zu las­sen. Hil­mar Büh­ler war sich im ver­gan­ge­nen Som­mer nicht sicher, „ob ich mir den Stress antue“. Ben­dig­keit erklär­te damals, „ganz bestimmt nicht“ mit den bei­den auf eine Lis­te gehen zu wol­len. Gerüch­te besa­gen nun, die bei­den hät­ten acht Mit-Kan­di­da­ten gefun­den.

Beiden CDU-Mitgliedern droht kein Parteiausschluss

Nach dau­ern­den frak­ti­ons­in­ter­nen Strei­te­rei­en hat­te die CDU-Frak­ti­on im Janu­ar 2016 Jür­gen Reu­ter wegen „unüber­brück­ba­rer Dif­fe­ren­zen“ aus der Frak­ti­on aus­ge­schlos­sen. Johan­nes Grimm hat­te sich ein hal­bes Jahr krank gemel­det.  Im ver­gan­ge­nen Okto­ber hat­te die CDU-Frak­ti­on Grimm von Frak­ti­ons­sit­zun­gen, nicht jedoch aus der Frak­ti­on aus­ge­schlos­sen.

Grimm und Reu­ter stim­men, wenn sie denn an den Sit­zun­gen teil­neh­men, häu­fig im Rat ein­heit­lich ab, ent­hal­ten sich der Stim­me oder stim­men gegen eine Ver­wal­tungs­vor­la­ge. Den Haus­halt 2019 hat Reu­ter abge­lehnt, dies aber inhalt­lich nicht begrün­det. Reu­ter beschäf­tigt das Frei­bur­ger Regie­rungs­prä­si­di­um stark mit Ein­ga­ben und Dienst­auf­sichts­be­schwer­den, die sich gegen Mit­ar­bei­ter und den Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schram­berg rich­ten.  

Sowohl Grimm als auch Reu­ter sind wei­ter­hin Mit­glie­der der CDU. Das Antre­ten auf einer kon­kur­rie­ren­den Lis­te bei Kom­mu­nal­wah­len wird in ande­ren Par­tei­en nicht gedul­det und zieht ein Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren wegen par­tei­schä­di­gen­dem Ver­hal­ten nach sich. Die CDU ist da nicht so streng. Es wer­de kein Ver­fah­ren gegen die bei­den geben, so Brant­ner.