Rottweils Grüne treten mit siebzehn Frauen und neun Männern an

Vorne (v.l.n.r.): Jörg Hügel (Nichtkandidat), Ira Hugger, Nora Olivia Estudillo-Heizmann, Gabriele Schneider, Ingeborg Gekle-Maier, Margarita Gärtner, Maria Sinner, Beatrice Siegel, Frank Sucker - Mitte (v.l.n.r.): Jochen Baumann (Nichtkandidat), Rosalie Bott, Claudio Boetzel, Andreas Rebmann, Evelyn Bruker, Vera Niedermann-Wolf, Magdalena Rau, Franziska Weber, Helmut Schwörer, Jörg Mokinski - hinten (v.l.n.r.): Michael Bach, Stefan Mauch, Hubert Nowack. Foto: pm

ROTTWEIL – Die Regu­la­ri­en für Ver­samm­lun­gen, die die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten für die Gemein­de­rats­wahl bestim­men, sind tückisch. Leicht kann so ein Tref­fen ent­glei­sen. Die bei­den Orts­vor­stän­de Jörg Hügel und Andre­as Reb­mann hat­ten alles im Griff. Dafür gab’s kräf­ti­gen Applaus. Hilf­reich waren sicher auch die inten­si­ven Vor­ge­sprä­che unter den Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern. Die Schluss­ab­stim­mung besie­gel­te dann: Rott­weils Grü­ne tre­ten mit sieb­zehn Frau­en und neun Män­nern an. Ergänzt um drei Ersatz­kan­di­da­ten.

Vor dem Wahl­akt stell­ten sich alle Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten kurz vor und die ter­min­lich Ver­hin­der­ten wur­den von ande­ren por­trä­tiert. Dabei ent­stand ein erstaun­lich bun­tes Bild, wie die Grü­nen in ihrem Bericht schrei­ben. Die Alters­pan­ne umfasst blut­jung bis reif. Viel­fäl­ti­ge beruf­li­che Wel­ten und Lebens­sti­le sind ver­tre­ten. Das belegt laut Pres­se­mit­tei­lung: „Rott­weils Grü­ne reprä­sen­tie­ren längst nicht mehr eine enge „Öko-Sze­ne“ – sie sind selbst­be­wuss­ter Teil der Stadt­ge­sell­schaft.“

Anschlie­ßend an die Wahl mel­de­ten sich die bei­den Spit­zen­kan­di­da­ten Inge­borg Gek­le-Mai­er und Hubert Nowack zu Wort. In ihrem State­ment beton­te Gek­le-Mai­er, dass sie ihre bis­he­ri­ge Arbeit ger­ne fort­set­zen möch­te. Der Ein­stieg in den Gemein­de­rat sei ihr anfangs noch wie ein „Gang nach Canos­sa“ vor­ge­kom­men. Doch inzwi­schen fin­det sie die viel­sei­ti­ge Kom­mu­nal­po­li­tik gera­de­zu span­nend und möch­te ande­re zum Mit­ma­chen ermun­tern: „Das Rin­gen um Mehr­hei­ten macht ein­fach auch Spaß.“ Der Gemein­de­rat bie­tet vie­le Ein­fluss­mög­lich­kei­ten, „grü­ne The­men wie den sozia­len Woh­nungs­bau ein­zu­brin­gen“. Sie schätzt aber auch die vie­len neu­en Kon­tak­te. Ihr gro­ßer Wunsch: „Nach der Wahl mehr als drei Grü­ne im Gemein­de­rat.“

Hubert Nowack hofft auch, dass der „grü­ne Baden-Würt­tem­berg-Schwung“ mehr Grü­ne in den Gemein­de­rat trägt. Ange­sichts einer star­ken AfD ist es ihm poli­tisch wich­tig, als Gegen­pol „klar grü­ne Far­be zu beken­nen“. Sehr per­sön­lich schil­der­te er, wie er sich in sei­ner Jugend poli­ti­sier­te: übers Ret­ten der Bäu­me in der Tutt­lin­ger Stra­ße oder der his­to­ri­schen Brü­cke im Neckar­tal. Geprägt hat ihn spä­ter auch der Ein­satz, den Kapu­zi­ner in eine attrak­ti­ve Begeg­nungs­stät­te für Men­schen zu ver­wan­deln statt in einen Park­platz. Und nun rüt­telt auch ihn die jun­ge Schwe­din Gre­ta Thun­berg zum Wei­ter­ma­chen auf: „Es geht um unse­re Zukunft.“

Umrahmt war die Ver­an­stal­tung mit kul­tu­rel­len Bei­trä­gen zwei­er Kan­di­da­tin­nen. Gabrie­le Schnei­der trug einen fan­ta­sie­vol­len Text vor, der in kurio­sen Vari­an­ten See­len­wan­de­run­gen durch­spielt. Kras­se Fehl­be­set­zun­gen sind etwa Trump oder Kim Jong Un, in deren erwach­se­ne Kör­per noch sehr unrei­fe See­len geschlüpft sind. Und mit zwei Schlä­gen gegen eine Klang­scha­le schuf Mag­da­le­na Rau inten­si­ve Auf­merk­sam­keit. Und sie ver­führ­te die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker-Run­de in eine Mär­chen­welt, in der Rei­che und Arme wun­der­sa­me Wand­lun­gen erfuh­ren.

Dies ist die Lis­te der Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten der Rott­wei­ler Grü­nen: 1. Inge­borg Gek­le-Mai­er (Diplom-Ver­wal­tungs­wir­tin), 2. Hubert Nowack (selb­stän­di­ger Zim­mer­meis­ter), 3. Gabrie­le Schnei­der (Senio­ren­be­auf­trag­te), 4. Frank Sucker (Leh­rer i.R.), 5. Bea­tri­ce Sie­gel (Inha­be­rin der Künst­ler­agen­tur Brief & Sie­gel), 6. Ira Hug­ger (Dipl. Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Desi­gne­rin (FH) & Illus­tra­to­rin), 7. Maria Sin­ner (selbst­stän­di­ge Kla­vier­leh­re­rin), 8. Andre­as Reb­mann (Real­schul­leh­rer), 9. Hor­ten­se Huget (Psy­cho­the­ra­peu­tin), 10. Rosa­lie Bott (Prak­ti­kan­tin), 11. Ste­fan Mauch (Stu­dent), 12. Katha­ri­na Horn­bach-Reb­mann (Real­schul­leh­re­rin), 13. Nora Oli­via Estu­dil­lo-Heiz­mann (Dipl. Ing. Archi­tek­tin), 14. Micha­el Bach (Maschi­nen­bau­in­ge­nieur) 15. Mar­ga­ri­ta Gärt­ner (Leh­re­rin i.R.), 16. Vera Nie­der­mann-Wolf (Ober­stu­di­en­rä­tin a.D.), 17. Tilo Schat­ter (Dipl. Wirt­schafts­in­ge­nieur), 18. Bri­git­te Baum (Ate­lier- und Wirt­schafts­päd­ago­gin), 19. Jörg Mokin­ski (Real­schul­leh­rer), 20. Hel­mut Schwö­rer (Leh­rer i.R.), 21. Fran­zis­ka Weber (Leh­re­rin), 22. Eve­lyn Bru­ker (Tex­te­rin), 23. Clau­dio Boe­tzel (Diplom-Ver­wal­tungs­wirt), 24. Johan­na Knaus (Leh­re­rin), 25. Mag­da­le­na Rau (Päd­ago­gin), 26. Sil­ke Leicht (Leh­re­rin). Ersatz­kan­di­da­ten: Lothar Kwas­nitza (Kran­ken­pfle­ger), Hans-Joa­chim Fischer (Leh­rer i.R.), Ursu­la Swi­tek (Leh­re­rin i.R.).