Die Verkehrsentlastung der historischen Innenstadt liegt den Grünen am Herzen. Foto: pm

ROTTWEIL – Bei Sit­zun­gen am 1. April ist Vor­sicht gebo­ten. Was ist ernst, was ist Scherz? Doch die bei­den Vor­stands­spre­cher Jörg Hügel und Frank Sucker stell­ten den Fly­er zur Gemein­de­rats­wahl so glaub­haft vor, dass alle spür­ten: kein April­scherz. Nach auf­wän­di­gen Abstim­mun­gen unter den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten war er nun tat­säch­lich unter Dach und Fach. Die­se Schluss­ver­si­on wur­de ein­stim­mig abge­seg­net und fand umge­hend den Weg ins Netz.

Wie Frank Sucker erläu­ter­te, klingt aus dem knap­pen Text­teil viel Zukunfts­mu­sik. Doch Rott­weils Grü­ne ver­zich­ten in ihrer Bro­schü­re bewusst auf ver­krampf­te Wer­be­gags. Sie grei­fen auch nicht nach den Ster­nen, son­dern rich­ten den Blick ganz auf das irdi­sche, schö­ne Rott­weil, denn: „Hier ist Zukunft zuhau­se“. So kon­zen­trie­ren sie sich auf Her­aus­for­de­run­gen des All­tags­le­bens: den sozia­len Zusam­men­halt etwa oder den Kli­ma­schutz, die Arten­viel­falt, die men­schen- und stadt­freund­li­che Ver­kehrs­wen­de oder das huma­ne Gestal­ten des digi­ta­len Zeit­al­ters.

Und damit das nicht bloß Wahl­kampf­sprü­che blei­ben, unter­füt­tern sie die Aus­sa­gen mit Erfol­gen der letz­ten fünf Jah­re. Das soll ermu­ti­gen: Ja, man kann Rott­weil ver­än­dern. „Dazu muss man nicht stän­dig mit Spek­ta­ku­lä­rem auf­trump­fen, son­dern kann städ­ti­sche Struk­tu­ren unter Mit­wir­kung von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern schritt­wei­se in Rich­tung Nach­hal­tig­keit steu­ern“, meint die Öko­par­tei in ihrer Pres­se­mit­tei­lung.

Ste­fan Mauch schil­der­te, wie er gera­de die „fet­zi­gen“ Wahl­kampf­bei­trä­ge anpackt, die vor allem eher jun­ge, netz­af­fi­ne Leu­te anspre­chen. So nimmt er gera­de mit Rosa­lie Bott spon­ta­ne Vide­os mit Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten auf, die auch etwas von deren Per­sön­lich­keit ver­ra­ten. Die­se Clips wer­den im Wech­sel in den Face­book-Auf­tritt der Orts­grü­nen ein­ge­streut.

Im übri­gen set­zen Rott­weils Grü­ne unauf­ge­regt ihre bewähr­ten Grü­nen Stamm­ti­sche fort. Die­se sind garan­tiert frei von Wahl­kampf­ge­tö­se, denn in die­sen Run­den denkt man sach­ori­en­tiert über Pro­blem­lö­sun­gen nach. Der Kli­ma­schutz steht in nächs­ter Zeit ganz oben.

So dis­ku­tie­ren die Orts­grü­nen am 9. April in der Holz­ma­nu­fak­tur Rott­weil GmbH über „Denk­mal­schutz im Span­nungs­feld von Gebäu­de­nut­zung und öko­lo­gi­scher Sanie­rung“. Eine wich­ti­ge Fra­ge unter ande­rem für die bau­li­che Ent­wick­lung der his­to­ri­schen Innen­stadt. Und am 7. Mai ist die Rott­wei­ler Fir­ma „ene­rix“ Gast am Grü­nen Stamm­tisch im Café am Kän­ze­le. Dann lau­tet das The­ma „Neue Solar­an­la­gen braucht die Stadt“. Dem brei­ten Publi­kum stel­len sich die grü­nen Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten an den vier Sams­ta­gen vor dem Wahl­tag auf dem Wochen­markt. Da geht es vor allem ums Zuhö­ren, weni­ger ums Pre­di­gen poli­ti­scher Bot­schaf­ten.