Wie „grün“ sind E‑Tretroller verkehrspolitisch?

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Stadtrat Hubert Nowack testet den E-Tretroller in der Suppengasse. Foto: pm

ROTTWEIL – E‑Tretroller machen der­zeit Schlag­zei­len. Am 17. Mai könn­ten die­se „Elek­tro­kleinst­fahr­zeu­ge“, wie sie in der Fach­spra­che hei­ßen, auch in Deutsch­land zuge­las­sen wer­den. Die Orts­grü­nen prä­sen­tier­ten an ihrem Dia­log- und Akti­ons­stand auf dem Wochen­markt einen vor­läu­fig zuge­las­se­nen E‑Scooter zum Tes­ten. Der Zuspruch war groß und die Reak­tio­nen unter­schied­lich. Im Kern ging’s immer wie­der um die Fra­ge: Wie „grün“ sind E‑Tretroller ver­kehrs­po­li­tisch?

In einem waren sich jedoch alle Tes­ter einig: „Die­se E‑Scooter machen ein­fach einen Rie­sen­spaß.“ Und das kei­nes­wegs nur bei hip­pen jun­gen Leu­ten. Auch etli­che Ü50er trau­ten sich nach einer Ein­wei­sung eine klei­ne Tour durch die Sup­pen­gas­se zu und kehr­ten strah­lend wie­der an den Stand zurück. All das lässt erwar­ten, dass nach dem 17. Mai der Markt mit die­sem neu­en Ver­kehrs­mit­tel in Schwung gerät. Was letzt­lich auch bedeu­tet, dass die städ­ti­sche Ver­kehrs­po­li­tik sich pla­ne­risch dar­auf ein­stel­len muss.

Alle, die den E‑Scooter tes­te­ten, waren der Mei­nung: Die­se Fahr­zeu­ge gehö­ren nicht auf Geh­we­ge, wenn sie mit Tem­po 20 unter­wegs sind. Die­se Räu­me sind ein­fach zu sen­si­bel. Klei­ne wie gro­ße Fuß­gän­ge­rin­nen und Fuß­gän­ger brau­chen Schutz, um sich unbe­läs­tigt bewe­gen zu kön­nen. Sol­che E‑Tretroller sind also eher den Fahr­rä­dern zuzu­ord­nen. Das erhöht den Druck, in Rott­weil ein siche­res, attrak­ti­ves Rad­we­ge­netz zu schaf­fen und die begrenz­ten öffent­li­chen Räu­me gerech­ter unter die ver­schie­de­nen Ver­kehrs­mit­tel zu ver­tei­len.

Bei allem Fahr­spaß reg­te sich auch Fun­da­men­tal­kri­tik gegen den anste­hen­den E‑S­coo­ter-Boom: Sind die­se nicht nur eine wei­te­re Spie­le­rei, die Roh­stof­fe und Ener­gie ver­schwen­det? Ande­re hin­ge­gen sahen in Tret­rol­lern eher Chan­cen für die Ver­kehrs­wen­de. Sie könn­ten mehr Men­schen dazu ver­füh­ren, das schwer­fäl­li­ge Auto öfters ste­hen zu las­sen und so hel­fen, die Stadt von Staus und Schad­stof­fen zu ent­las­ten. Man­che Tes­ter mein­ten auch, dass die­se neu­ar­ti­gen Fahr­zeu­ge sich gut in ein viel­fäl­ti­ges Mobi­li­täts­an­ge­bot ein­fü­gen. Sie eig­nen sich etwa für kur­ze inner­städ­ti­sche Stre­cken zu ÖPNV-Hal­te­stel­len oder ins Büro. Man kön­ne sie auch prak­tisch in Bus und Bahn mit­neh­men. Wobei man ein­räu­men muss, dass man­che Besu­cher sich die­sen Rol­ler noch etwas leich­ter vor­stell­ten.

Inter­es­sant war die Idee, für E‑Scooter inter­net-gestütz­te Ver­leih­sta­tio­nen ein­zu­rich­ten. In ande­ren Län­dern gebe schon einen wach­sen­den Markt für die­ses Rol­ler-Sharing. Über­le­gun­gen die­ser Art könn­ten womög­lich mit Blick auf die Lan­des­gar­ten­schau noch sehr span­nend wer­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter:

Home­page der Grü­nen Rott­weil-Zim­mern: http://www.gruene-rottweil-zimmern.de
Der Ver­kehrs­ex­per­te Ste­fan Kauf­mann: https://www.youtube.com/watch?v=XKU5EnuLuPE

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