Die Beruf­li­chen Schu­len in Schram­berg Sul­gen waren am Sams­tag offen: Schü­ler, Eltern und ande­re inter­es­sier­te konn­ten in alle Werk­stät­ten, Klas­sen­zim­mer aber auch in die neue Men­sa schau­en. Das beson­de­re: Schü­ler Aus­zu­bil­den­de und Lehr­kräf­te waren vor Ort und zeig­ten, wie in den ein­zel­nen Schul­ab­tei­lun­gen gear­bei­tet wird.

Wir wol­len zei­gen, was wir zu bie­ten haben“, hat­te Schul­lei­ter Axel Rom­bach denn auch die Ehren­gäs­te begrüßt. Der Tag der offe­nen Schu­le sol­le aber auch eine „Platt­form für das Hand­werk den Han­del und die Pfle­ge­be­ru­fe“ sein. Land­rat Wolf Rüdi­ger Michel begrüß­te die Öff­nung nach außen. Dem Kreis sei es wich­tig, dass sei­ne beruf­li­chen Schu­len auf dem neus­ten Stand sei­en. Etwa fünf Mil­lio­nen Euro habe man für die Sul­ge­ner schu­len inves­tiert.

Pädagogische Aufrüstung

Es gehe aber nicht nur um bau­li­che, son­dern auch päd­ago­gi­sche Auf­rüs­tung. So wer­de der Kreis für etwa 600.000 Euro eine „Lern­fa­brik 4.0“  anschaf­fe und  wei­te­re knapp 400.000 Euro in die Erwei­te­rung der Metall­werk­statt ste­cken. Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas her­zog lob­te das Enga­ge­ment des Krei­ses  und  „viel­fäl­ti­ge Ange­bot der beruf­li­chen Schu­len“, die das Bil­dungs­an­ge­bot der Stadt ergänz­ten.

In der neu­en Men­sa stell­ten sich die ange­hen­den Fri­seu­rin­nen, die Ein­zel­han­dels­kauf­leu­te, die Schrei­ner die Alten­pfle­ge­rin­nen und die Maler vor. Bei letz­te­ren herrscht Nach­wuchs­man­gel, berich­te­te Moni­que Züf­le. Zwar sei­en die Ver­diens­te der Lehr­lin­ge nicht so beson­ders, aber nach der Leh­re hät­ten die Maler­ge­sel­len bes­te Berufs­chan­cen: „Maler wer­den gesucht.“

Beim Rund­gang durch die Werk­stät­ten zeig­te Vere­na Moos­mann von der Fir­ma Schnei­der in Ten­nen­bronn, was sie in ihrer Aus­bil­dung zur Werk­zeug­me­cha­ni­ke­rin bereits gelernt hat. Sie habe sich für einen tech­ni­schen Beruf ent­schie­den, weil die Arbeit im Büro ihr „zu ein­tö­nig“ erschien: „Als Werk­zeug­me­cha­ni­ke­rin hab‘ ich gleich was in der Hand und sehe, was ich her­ge­stellt habe.“

In der Klas­se der Berufs­vor­be­rei­ten­den Ein­rich­tung stel­len die Jugend­li­chen bei­spiels­wei­se Nist­käs­ten her, sie ler­nen aber auch durch­zu­hal­ten. Es habe mehr als ein Jahr gedau­ert, bis die­se Koope­ra­ti­on mit der Stif­tung St. Fran­zis­kus end­lich geneh­migt war, erin­nert sich Land­rat Michel.

Lernfabrik 4.0

Tobi­as Amann erläu­ter­te der Besu­cher­grup­pe, zu der auch Ver­tre­ter des Kreis­tags, des Regie­rungs­prä­si­di­ums, der Kam­mern und der Kreis­ver­wal­tung gehör­ten, wie die  Lern­fa­brik 4.0 funk­tio­nie­ren wird.“Die Anla­ge wird kom­plett ver­netzt. Hoch­re­gal­la­ger, Robo­ter und Fer­ti­gungs­sta­tio­nen mit­ein­an­der ver­knüpft und über das Inter­net  vom Tablet oder PC aus gesteu­ert.“ So wer­den die Schü­ler die moderns­ten Pro­duk­ti­ons­tech­ni­ken rea­li­täts­nah  erpro­ben. Mit den Fir­men Kern-Lie­bers, Trumpf-Laser und HGe­ars, aber auch mit den beruf­li­chen Schu­len in Obern­dorf und Rott­weil habe man sich abge­stimmt, so Amann.

Auch die Fir­ma HGe­ars aus Schram­berg-Sul­gen infor­mier­te über ihre beruf­li­chen Ange­bo­te beim „Tag der offe­nen Schu­le” Foto: pm

Für die nächs­te Zukunft hat­te Michel in die­sem Zusam­men­hang noch eine gute Nach­richt: „Wir wol­len in die­sem Jahr alle Berufs­schu­len direkt ans Glas­fa­ser­netz anbin­den.“

Den gan­zen Vor­mit­tag über ström­ten Besu­cher in den gro­ßen Schul­kom­plex und lie­ßen sich über die ver­schie­de­nen Berufs­bil­der, aber auch über das Ange­bot der Ganz­tags­schu­len und beruf­li­chen Gym­na­si­en auf dem Sul­gen infor­mie­ren.