Gemeinsamer Arbeitseinsatz für die seltene Azur-Jungfer

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Helfer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und und eine große Gruppe von Flüchtlingen befreite den Tümpel von Bäumen und Sträuchern. Foto: pm

DEISSLINGEN – Mitten im Deißlinger Wald gibt es einen Tümpel, und hier lebt eine seltene Libellen-Art, die Azur-Jungfer. Und weil die Licht und Sonne braucht, haben sich Helfer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und und eine große Gruppe von Flüchtlingen aufgemacht, um den Tümpel von Bäumen und Sträuchern zu befreien.

Bei Temperaturen knapp unterm Gefrierpunkt kein Zuckerschlecken, doch gut ausgerüstet mit Astscheren, Motorsägen, Handschuhen und Arbeitschuhen ging es flott ans Werk. Förster Thomas Zihsler gab den Helfern noch so manch einen Rat mit auf den Weg, denn der Tümpel trägt zwar eine Eisschicht, die aber wiederum trägt nicht mehr wirklich gut.

Dafür ist sie Lebensraum für die seltene Libelle, und das wusste bis vor Kurzem keiner. Daher zeigte sich BUND-Frau Ulrike von Kutzleben-Hausen auch entsprechend erfreut. Denn durch Drainagen, den Autobahnbau und die Gewerbeflächen fehlt es auf der Gemarkung Deißlingens an Feuchtgebieten, wo sich solche geschützten Tiere wohlfühlen.

Das Gebiet, wo die Azur-Jungfer lebt, ist in das EU-Artenschutzprogramm aufgenommen worden, nachdem die Libelle entdeckt wurde. „Die Gemeinde wußte bis vor Kurzem gar nichts davon“, so Ulrike von Kutzleben-Hausen. Das Programm wird vom Regierungspräsidium betreut, und die Gemeinde wird im Herbst den Tümpel mit Baggern ausgraben, damit er nicht verlandet.

Nachdem bekannt wurde, welche Besonderheit er zu bieten hat, haben Forstarbeiter kürzlich gleich mehrere große Bäume gefällt, damit genug Licht und Sonne hinkommen. Einst wurde hier übrigens Sand abgebaut für den Formenbau für Gießereien. Und die fleißigen Helfer vom Samstag, die durften sich am Ende mit einer Hühnersuppe aufwärmen und stärken.