Mit 90,4 Prozent der Stimmen – und damit einem riesigen Vertrauensvorschuss – ist Carmen Merz aus Schömberg am Sonntag zur künftigen Bürgermeisterin von Zimmern ob Rottweil gewählt worden. Sie folgt Emil Maser nach, der nicht mehr antrat. Abgeschlagen mit 8,5 Prozent der Stimmen auf Platz zwei landete der Eingemeinder Dieter E. Albrecht.

Große Anteilnahme – der Bürger, der Feuerwehr, der Trachtengruppe und des Musikvereins. Fotos: Peter Arnegger

Der Ort bekommt eine Bürgermeisterin und keinen Abwickler. Carmen Merz war angetreten, für alle Bürger da sein zu wollen, auch für die in den Zimmerner Teilorten. Dieter E. Albrecht war angetreten, Zimmern nach Rottweil eingemeinden zu wollen. Bei aller finanziellen Sinnfälligkeit dieses Plans: Die Zimmerner Wähler machten da nicht mit.

Und wenn der Verzicht auf den Bürgermeister in nur einer Amtszeit von acht Jahren auch eine Million Euro sparen soll, die dann für andere Zimmerner Zwecke zur Verfügung stünden – die Bürger der kleinen Gemeinde knapp neben Rottweil wollen eigenständig bleiben und eine richtige Bürgermeisterin.

Albrecht, dem Maser und Merz den Dank dafür aussprachen, einen fairen Wahlkampf abgeliefert zu haben – und seinen Zwist mit einem Ortsvorsteher und mit allen in Zimmern, die Teufel oder Thieringer heißen, damit ausblendeten – irrte sich mit seiner Einschätzung, die Zeit sei reif für eine Eingemeindung. „Nicht mit der Holzhammermethode“, lautete da das öfter ausgesprochene Gegenargument.

Carmen Merz freute sich sehr über das Votum. „Zimmern hat Zukunft, diese Zukunft wollen wir gemeinsam gestalten“, sagte sie und dankte ihren Wählern.

57,4 Prozent Wahlbeteiligung – das ist allerdings ein Wermutstropfen und die Zahl schmälert den eindeutigen Sieg Merz‘ etwas, wenn auch nur ein wenig. Sie will eine Bürgermeisterin auch derer sein, die sie nicht gewählt haben – neben den 238 Wählern Albrechts waren das immerhin 2387 Nicht-Wähler. Mögen die sich die nächsten acht Jahre nicht beschweren.

Während Merz noch freudig-gefasst in die Kameras und die vielen Gesichter ihrer künftigen Bürger lächelte, gab ihr Mann seinen Gefühlen nach – und weinte. Freudentränen.

Emil Maser wiederum, der eine der letzten großen Reden seiner im Mai endenden Amtszeit gehalten hat, weiß, dass ihm nun eine tatkräftige Bürgermeisterin folgt, die wie er die Zimmerner Bürger im Blick hat. Und die sie nicht zu Rottweilern machen will.