Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Die Volksbank Rottweil warnt vor einem nach ihren Angaben dreisten Betrugsfall. Er hat sich in Dornhan (Kreis Rottweil) ereignet. Demnach hat sich ein Unbekannter als Bankmitarbeiter ausgegeben und eine 83-jährige Frau an ihrer Wohnungstür mit einer erfundenen Geschichte massiv bedrängt, ihre Bankkarte heraus zu geben. Und ihre Pin. Ein Schaden entstand eher durch Zufall nicht. Die Volksbank aber vermutet, dass der Täter weitere Menschen angehen könnte. Die Polizei ist eingeschaltet worden, die Ermittlungen laufen.

Nach Darstellung der Bank hat am vergangenen Freitagabend ein unbekannter Mann bei einer ihrer Kundinnen Sturm geklingelt. Als die Frau aufmachte, erklärte er ihr “verhältnismäßig aufgeregt”, wie es im Bericht der Bank heißt, dass er von der Volksbank sei.

Die Geschichte des Unbekannten laut der Bank: Die Frau, sein Betrugsopfer, sei doch diese Woche schon auf der Bank gewesen und habe Geld abgehoben. Im Geldautomaten würde Geld fehlen und er müsse das überprüfen. Er benötige die Kontonummer von ihr.

Die eingeschüchterte Kundin habe ihm zunächst ihre Kontoauszüge gegeben – und dann auch noch ihre PIN. Währenddessen muss der Mann die Frau weiter bedrängt haben. Schließlich erschlich er sich auch die Bankkarte.

Der Mann habe die Frau daraufhin verlassen. Begründung: Er müsse den Vorgang sofort in der Bank regeln.

Pustekuchen: Direkt von der Wohnung der Frau ist der Täter laut Volksbank zu deren Geschäftsstelle in Dornhan gegangen. Dort wollte er am Geldautomaten 2000 Euro abheben. Das schlug zunächst fehl.

Der Täter soll die Bank dann ohne weiteren Versuch verlassen haben – um wenige Minuten später bei der Dornhaner Kreissparkasse aufzutauchen. Der dortige erneute Versuch, mit der erschlichenen Bankkarte Geld abzuheben, schlug allerdings ebenfalls. “Somit ist glücklicherweise unserer Kundin kein Schaden entstanden”, so die Volksbank gegenüber der NRWZ.

Der Kundin sei erst im Nachhinein bewusst geworden, dass hier etwas faul ist, teilt die Bank weiter mit. Ihre Bankkarte ist mittlerweile gesperrt worden.

Allerdings ermittelt jetzt die Polizei. Der versuchte Betrug wurde seitens der Bank angezeigt. “Allein der Versuch ist strafbar”, erklärt dazu Michael Aschenbrenner, Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen, auf Nachfrage der NRWZ. Es sei unerheblich, ob der Mann Beute gemacht habe. Er habe es schließlich zweimal versucht.

Tatbestand ist Paragraph 263a Computerbetrug. Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Die Bank weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass keiner ihrer Mitarbeiter jemals die PIN eines Kunden abfrage. Dies sei ein sicheres Indiz für einen Betrug.