Am 11. Oktober leerte ein ALBA-Mitarbeiter in Schramberg die Biomülltonnen – zwei Tage nach dem regulären Abfuhrtermin. Foto: him

KREIS ROTTWEIL  (him) –  Das Abfuhr­un­ter­neh­men ALBA muss sich der­zeit jede Men­ge Kri­tik anhö­ren. Im Kreis­tag und im Land­rats­amt ist man sau­er dar­über, dass es in die­sem Som­mer, aber auch bis in den Herbst hin­ein immer wie­der Ver­spä­tun­gen bei der Müll­ab­fuhr gab. Die NRWZ hat Han­nes Oes­ter­le, Geschäfts­füh­rer der ALBA Süd befragt, wie es zu den Pro­ble­men kam, wel­che  Plä­ne sei­ne Fir­ma hat, sie zu lösen und ob viel­leicht eine bes­se­re Bezah­lung für die Mit­ar­bei­ter ein Mit­tel gegen die Fluk­tua­ti­on  wäre.

NRWZ: Wor­an liegt es, trotz zusätz­li­cher zwei Fahr­zeu­ge, trotz  Fah­rer­ein­stel­lun­gen?

Han­nes Oes­ter­le: Per­so­nell sind wir nach Über­win­dung der über­durch­schnitt­li­chen Krank­heits­aus­fäl­le in den letz­ten Wochen aus­rei­chend besetzt und es gel­ten wie­der die nor­ma­len Tou­ren­plä­ne. Punk­tu­ell kam es nur rund um den Fei­er­tag am 3. Okto­ber zu Eng­päs­sen. Die aktu­el­le Rekla­ma­ti­ons­quo­te im Land­kreis Rott­weil ist de fac­to nicht höher als in ande­ren Land­krei­sen auch und bewegt sich im Pro­mil­le-Bereich. Von anhal­ten­den Unre­gel­mä­ßig­kei­ten kann inso­fern kei­ne Rede sein.

Wie will ALBA dafür sor­gen, dass es in der Win­ter­zeit klappt? Wenn mit Schnee  zusätz­li­che Pro­ble­me erwach­sen und Weih­nach­ten völ­lig über­ra­schend am 24. Dezem­ber kom­men wird?

Da für uns weder der Win­ter noch Weih­nach­ten über­ra­schend kom­men, sind wir auch in die­sem Jahr sehr gut auf­ge­stellt. Aktu­ell sind unse­re Vor­be­rei­tung für den Win­ter­dienst bereits wei­test­ge­hend abge­schlos­sen. Sämt­li­che Fahr­zeu­ge sind mit Win­ter­rei­fen und Schnee­ket­ten aus­ge­stat­tet und auch die Son­der­ein­satz­pla­nung  steht.

Wie schult ALBA die neu­en Fah­rer, die oft mit den loka­len Pro­ble­men nicht ver­traut sind? Wie will ALBA das Pro­blem der Lenk­zei­ten­über­schrei­tung bei den Fah­rern in den Griff bekom­men. Ich höre, dass Fah­rer aus die­sem Grund ihre Tou­ren abbre­chen muss­ten.

Grund­sätz­lich wer­den neue Fah­rer inten­siv geschult und ler­nen dabei auch die loka­len Gege­ben­hei­ten ken­nen. Dass in den ers­ten Tagen noch nicht die glei­che Rou­ti­ne herrscht wie bei erfah­re­ne­ren Kol­le­gen, liegt in der Natur der Sache. Aller­dings spielt dies bereits nach kur­zer Zeit kei­ne Rol­le mehr. Kei­ner­lei Über­schrei­tun­gen gibt es bei den Lenk­zei­ten, da wir die Arbeits­zei­ten unse­rer Mit­ar­bei­ter fort­lau­fend kon­trol­lie­ren.

Wel­che  per­so­nel­len Kon­se­quen­zen hat ALBA nach dem „Kata­stro­phen­som­mer“ im Kreis Rott­weil gezo­gen? Trifft es zu, dass die Ver­ant­wort­li­chen in Dun­nin­gen ent­las­sen wur­den? Hat das etwas genützt?

Zual­ler­erst: Von Kata­stro­phe kann kei­ne Rede sein. Unse­ren Pflich­ten als Ent­sor­ger sind wir, bis auf eini­ge krank­heits­be­ding­te Eng­päs­se, im ange­spro­che­nen Zeit­raum ganz nor­mal nach­ge­kom­men.  Wir bit­ten um Ver­ständ­nis, dass wir uns zu per­so­nel­len  Details grund­sätz­lich nicht äußern.

Ist dar­an gedacht, bei der Bezah­lung der Mit­ar­bei­ter nach­zu­bes­sern, um auch qua­li­fi­zier­te Leu­te zu hal­ten?

Wir ent­loh­nen bran­chen­üb­lich und erhö­hen fort­lau­fend die Zah­lun­gen an unse­re Mit­ar­bei­ter. Lei­der herrscht über unse­re Bran­che hin­aus bun­des­weit ein gro­ßer Man­gel an Fah­rern – bun­des­weit sind rund 150.000  Stel­len unbe­setzt. Zur Akqui­se von Per­so­nal haben wir zahl­rei­che Initia­ti­ven ins Leben geru­fen, die erfreu­li­cher­wei­se mitt­ler­wei­le auch ers­te Erfol­ge zei­gen. Zu die­sen Maß­nah­men gehö­ren unter ande­rem Pla­ka­te an Fahr­zeu­gen und Betriebs­stät­ten, Zei­tungs­an­zei­gen, Anzei­gen in Inter­net­platt­for­men, Anspra­che von Fahr­schu­len, und vie­les mehr. Des Wei­te­ren ver­su­chen wir, durch eine Viel­zahl von inter­nen Maß­nah­men eine even­tu­el­le Fluk­tua­ti­on zu ver­mei­den.