Anklage nach Dreifachmord in Villingendorf wohl noch in diesem Jahr

Der Tatort. Ein Wohnhaus in der Klippeneckstraße in Villingendorf. Foto: Peter Arnegger

Nach dem Drei­fach­mord von Vil­lin­gen­dorf schweigt der mut­maß­li­che Täter wei­ter­hin. Die Rott­wei­ler Staats­an­walt­schaft rech­net den­noch mit einer Ankla­ge­er­he­bung noch in die­sem Jahr.

Zunächst müss­ten noch die Ergeb­nis­se und der Abschluss­be­richt der poli­zei­li­chen Ermitt­lun­gen abge­war­tet wer­den, bestä­tig­te ein Spre­cher der dpa auf Nach­fra­ge. Dem 40-jäh­ri­gen Dra­zen D. wird vor­ge­wor­fen, am Abend des 14. Sep­tem­ber in Vil­lin­gen­dorf drei Men­schen erschos­sen zu haben. Er war nach einer Flucht mit einem Wagen und zu Fuß am 20. Sep­tem­ber wider­stands­los in Rott­weil-Neuf­ra ver­haf­tet wor­den.

„Ich bin der, den ihr sucht”, soll Dra­zen D. zu den bei­den Strei­fen­be­am­ten, 33 und 39 Jah­re alt und vom Revier Rott­weil, gesagt haben, als sie ihn anspra­chen. Und fest­nah­men. Das waren offen­bar sei­ne letz­ten Wor­te, seit­her schweigt der Tat­ver­däch­ti­ge.

Der Vor­wurf gegen ihn ist schreck­lich: Am Abend des 14. Sep­tem­ber soll D. in Vil­lin­gen­dorf  sei­nen sechs­jäh­ri­gen Sohn, den neu­en Part­ner sei­ner Ex-Frau sowie die Cou­si­ne des 34-Jäh­ri­gen erschos­sen haben. Die Mut­ter des Jun­gen hat­te flie­hen und die Poli­zei rufen kön­nen.

Die nach der Tat ein­ge­setz­te, 60-köp­fi­ge Son­der­kom­mis­si­on „Hoch­wald” ist zwi­schen­zeit­lich auf­ge­löst wor­den. Meh­re­re hun­dert Beam­te waren in Baden-Würt­tem­berg, Bay­ern und an den Gren­zen mit dem Fall befasst – vor allem mit der Fahn­dung nach dem 40-jäh­ri­gen Dra­zen D. Er war in einem Wald­stück bei Vil­lin­gen­dorf ver­mu­tet wor­den, in des­sen Nähe sein Flucht­fahr­zeug gefun­den wor­den war. Die­ses ist akri­bisch durch­sucht wor­den. Am Ende spa­zier­te der Mann ziel­los und offen­bar auch ent­kräf­tet durch den Rott­wei­ler Stadt­teil Neuf­ra, wo er nach zwei Hin­wei­sen aus der Bevöl­ke­rung von einer Strei­fe der Rott­wei­ler Poli­zei wider­stands­los fest­ge­nom­men wor­den ist.