Artenschutz mit berechtigten Interessen der Lebensmittelerzeuger verbinden

KREIS ROTTWEIL – Das Volksbegehren unter dem Titel „Rettet die Bienen“ klingt prägnant und erweckt den Anschein, als würde mit der Durchsetzung der dort geforderten Maßnahmen alles gut. So einfach ist es aber nicht. Darum und um die Thematik des Artenschutzes auf wissenschaftlicher Basis zu beleuchten, hatte der Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Stefan Teufel zu einer Dialogveranstaltung ins Hotel „Hirt“ nach Deißlingen und mit Prof. Dr. Ralf Vögele, Dekan der Fakultät Agrarwirtschaft und Direktor des Instituts für Phytomedizin der Universität Hohenheim einen absoluten Experten und renommierten Biologen eingeladen.

Dass Stefan Teufel mit diesem Angebot eines solchen Gesprächs exakt den Nerv vieler Menschen getroffen hat,  zeigte der  gute Besuch wie auch die sehr rege und fachlich qualifizierte Diskussion im Anschluss an den Vortrag.

„Ich bin überwältigt von dem Zuspruch“, freute er sich bei der Begrüßung des sehr interessierten Publikums. Was wiederum nicht sehr verwunderlich ist, denn wenn die Zielsetzung des Volksbegehrens mit den darin enthaltenen „utopischen Maximalforderungen“  umgesetzt würde, würde dies der gesamten Landwirtschaft und damit auch  der Versorgung der Menschen mit der von den Bauern produzierten Lebensmitteln beträchtlichen Schaden zufügen. Mit der Folge, dass wir dann wohl auf den Import aus anderen Ländern, aus Brasilien oder aus China angewiesen wären. Seine ganze Fakultät, so der Professor in seinem wissenschaftlich fundierten Beitrag, lehne den von den Initiatoren geforderten Vorstoß ab. Nicht nur einmal an diesem Abend jedoch zeigte er seine Übereinstimmung mit dem von der Landesregierung vorgelegten Eckpunktepapier: „Dieses würden wir weitgehend mittragen.“ Es entspreche der von Stefan Teufel in der Überschrift über die Veranstaltung genannten und dringend notwendigen gemeinsamen Bemühungen und dem Miteinander von Umweltschutz und Landwirtschaft: „Rettet die Bienen und unsere regionalen Lebensmittelerzeuger.“

Und auf dieser Grundlage erläuterte er die Maßnahmen, die in seinem Institut erarbeitet werden. Unter dem Stichwort „Landwirtschaft 4.0“ nannte er eine ganze Reihe von Zielmarkierungen, mit denen eine Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln erreicht werden kann. Professor Vögele bedankte sich ausdrücklich bei Stefan Teufel dafür, dass die Regierungsfraktionen mit dem Eckpunktepapier einen gangbaren Weg vorgebe. „Wir als CDU-Landtagsfraktion haben den darin enthaltenen Konsens von Anfang an gefordert“, stellte der stellvertretende Vorsitzende seiner Fraktion fest. Befriedigt hatte er auch zur Kenntnis genommen, dass manche Umweltverbände, wie z. B. der NABU,  inzwischen Abstand  davon genommen habe, das Volksbegehren zu unterstützen.

Für die Teilnehmer dieser Veranstaltung ein gutes Zeichen, wonach die Aussage „Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie wissen alles besser“ vielleicht doch nicht mehr so zum Tragen komme und einer fundierteren Einschätzung eines in der Tat wichtigen Themas weiche. In einer Zeit, in der nicht mehr 30 Prozent der Bevölkerung unmittelbaren Kontakt zur Landwirtschaft haben, sondern nur noch drei, seien Aufklärung, vernünftiges Vorgehen, sachliche Debatten und das Wissen darum, was möglich ist und was nicht, eine stabile Grundlage für alle Beteiligten, um im Konsens tragbare Lösungen zu finden. Übereinstimmend stellten Politik, Wissenschaft und  Teilnehmer der Veranstaltung fest, dass die Jugend heutzutage viel weniger ideologisch geprägt sei und guten Argumenten und einer

sachlichen Debatte viel aufgeschlossener gegenübertrete als dies bei etlichen Zeitgenossen der Fall sei: „Hier gilt es anzusetzen.“ Neben dem Eckpunktepapier ein weiteres positives Zeichen, das allen Beteiligten Mut machte, den Dialog zwischen den Interessengruppen  weiterzuführen. „Alle müssen sich bewegen, dann erreichen wir gemeinsam die angestrebten Ziele“, stellte Prof. Vögele abschließend fest. Der starke Beifall, die Dankesworte von Stefan Teufel und ein Apfelbaum aus der Gärtnerei Längle in Dunningen bestätigten ihn und seine Darstellung der von ihm aufgezeigten Faktenlage.

 

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