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Rottweil
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Arten­schutz mit berech­tig­ten Inter­es­sen der Lebens­mit­tel­er­zeu­ger ver­bin­den

Artenschutz mit berechtigten Interessen der Lebensmittelerzeuger verbinden

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KREIS ROTTWEIL – Das Volks­be­geh­ren unter dem Titel „Ret­tet die Bie­nen“ klingt prä­gnant und erweckt den Anschein, als wür­de mit der Durch­set­zung der dort gefor­der­ten Maß­nah­men alles gut. So ein­fach ist es aber nicht. Dar­um und um die The­ma­tik des Arten­schut­zes auf wis­sen­schaft­li­cher Basis zu beleuch­ten, hat­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und CDU-Kreis­­vor­­­sit­zen­­de Ste­fan Teu­fel zu einer Dia­log­ver­an­stal­tung ins Hotel „Hirt“ nach Deiß­lin­gen und mit Prof. Dr. Ralf Vöge­le, Dekan der Fakul­tät Agrar­wirt­schaft und Direk­tor des Insti­tuts für Phy­to­me­di­zin der Uni­ver­si­tät Hohen­heim einen abso­lu­ten Exper­ten und renom­mier­ten Bio­lo­gen ein­ge­la­den.

Dass Ste­fan Teu­fel mit die­sem Ange­bot eines sol­chen Gesprächs exakt den Nerv vie­ler Men­schen getrof­fen hat,  zeig­te der  gute Besuch wie auch die sehr rege und fach­lich qua­li­fi­zier­te Dis­kus­si­on im Anschluss an den Vor­trag.

„Ich bin über­wäl­tigt von dem Zuspruch“, freu­te er sich bei der Begrü­ßung des sehr inter­es­sier­ten Publi­kums. Was wie­der­um nicht sehr ver­wun­der­lich ist, denn wenn die Ziel­set­zung des Volks­be­geh­rens mit den dar­in ent­hal­te­nen „uto­pi­schen Maxi­mal­for­de­run­gen“  umge­setzt wür­de, wür­de dies der gesam­ten Land­wirt­schaft und damit auch  der Ver­sor­gung der Men­schen mit der von den Bau­ern pro­du­zier­ten Lebens­mit­teln beträcht­li­chen Scha­den zufü­gen. Mit der Fol­ge, dass wir dann wohl auf den Import aus ande­ren Län­dern, aus Bra­si­li­en oder aus Chi­na ange­wie­sen wären. Sei­ne gan­ze Fakul­tät, so der Pro­fes­sor in sei­nem wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Bei­trag, leh­ne den von den Initia­to­ren gefor­der­ten Vor­stoß ab. Nicht nur ein­mal an die­sem Abend jedoch zeig­te er sei­ne Über­ein­stim­mung mit dem von der Lan­des­re­gie­rung vor­ge­leg­ten Eck­punk­te­pa­pier: „Die­ses wür­den wir weit­ge­hend mit­tra­gen.“ Es ent­spre­che der von Ste­fan Teu­fel in der Über­schrift über die Ver­an­stal­tung genann­ten und drin­gend not­wen­di­gen gemein­sa­men Bemü­hun­gen und dem Mit­ein­an­der von Umwelt­schutz und Land­wirt­schaft: „Ret­tet die Bie­nen und unse­re regio­na­len Lebens­mit­tel­er­zeu­ger.“

Und auf die­ser Grund­la­ge erläu­ter­te er die Maß­nah­men, die in sei­nem Insti­tut erar­bei­tet wer­den. Unter dem Stich­wort „Land­wirt­schaft 4.0“ nann­te er eine gan­ze Rei­he von Ziel­mar­kie­run­gen, mit denen eine Redu­zie­rung von Pflan­zen­schutz­mit­teln erreicht wer­den kann. Pro­fes­sor Vöge­le bedank­te sich aus­drück­lich bei Ste­fan Teu­fel dafür, dass die Regie­rungs­frak­tio­nen mit dem Eck­punk­te­pa­pier einen gang­ba­ren Weg vor­ge­be. „Wir als CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on haben den dar­in ent­hal­te­nen Kon­sens von Anfang an gefor­dert“, stell­te der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de sei­ner Frak­ti­on fest. Befrie­digt hat­te er auch zur Kennt­nis genom­men, dass man­che Umwelt­ver­bän­de, wie z. B. der NABU,  inzwi­schen Abstand  davon genom­men habe, das Volks­be­geh­ren zu unter­stüt­zen.

Für die Teil­neh­mer die­ser Ver­an­stal­tung ein gutes Zei­chen, wonach die Aus­sa­ge „Sie säen nicht, sie ern­ten nicht, aber sie wis­sen alles bes­ser“ viel­leicht doch nicht mehr so zum Tra­gen kom­me und einer fun­dier­te­ren Ein­schät­zung eines in der Tat wich­ti­gen The­mas wei­che. In einer Zeit, in der nicht mehr 30 Pro­zent der Bevöl­ke­rung unmit­tel­ba­ren Kon­takt zur Land­wirt­schaft haben, son­dern nur noch drei, sei­en Auf­klä­rung, ver­nünf­ti­ges Vor­ge­hen, sach­li­che Debat­ten und das Wis­sen dar­um, was mög­lich ist und was nicht, eine sta­bi­le Grund­la­ge für alle Betei­lig­ten, um im Kon­sens trag­ba­re Lösun­gen zu fin­den. Über­ein­stim­mend stell­ten Poli­tik, Wis­sen­schaft und  Teil­neh­mer der Ver­an­stal­tung fest, dass die Jugend heut­zu­ta­ge viel weni­ger ideo­lo­gisch geprägt sei und guten Argu­men­ten und einer

sach­li­chen Debat­te viel auf­ge­schlos­se­ner gegen­über­tre­te als dies bei etli­chen Zeit­ge­nos­sen der Fall sei: „Hier gilt es anzu­set­zen.“ Neben dem Eck­punk­te­pa­pier ein wei­te­res posi­ti­ves Zei­chen, das allen Betei­lig­ten Mut mach­te, den Dia­log zwi­schen den Inter­es­sen­grup­pen  wei­ter­zu­füh­ren. „Alle müs­sen sich bewe­gen, dann errei­chen wir gemein­sam die ange­streb­ten Zie­le“, stell­te Prof. Vöge­le abschlie­ßend fest. Der star­ke Bei­fall, die Dan­kes­wor­te von Ste­fan Teu­fel und ein Apfel­baum aus der Gärt­ne­rei Läng­le in Dun­nin­gen bestä­tig­ten ihn und sei­ne Dar­stel­lung der von ihm auf­ge­zeig­ten Fak­ten­la­ge.

 

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