Archivarin Dr. Brigit Tuchen (2. v. r.) hält das Findbuch in Händen, das sie vor dem Rathaus in Irslingen im Beisein von Bürgermeister Frank Scholz, Archivar Armin Braun und Kreisarchivar Johannes Waldschütz an Ortsvorsteher Klaus Häsler (v. l. n. r.) übergibt. Foto: pm
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Dietingen. Mit der Übergabe des Findbuchs für das Ortsteilarchiv Irslingen, die im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 14. Juni erfolgte, endete die Aufarbeitung und Erschließung der fünf Ortsteilarchive der Gemeinde Dietingen. Das teilt die Gemeindeverwaltung mit.








Die Erfassung und Dokumentation archivwürdigen Materials gehört zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden, die oftmals unbeachtet von der Öffentlichkeit geschieht und dabei für die Zeitgeschichte und die zukünftige Recherche nachfolgender Generationen eine wichtige Grundlage bildet.

Seit dem Jahr 2006 wurden in der Gemeinde Dietingen nacheinander die Ortsteilarchive Böhringen, Dietingen, Rotenzimmern, Gößlingen und zuletzt Irslingen erfasst und aufbereitet. Dabei galt es, umfangreiches Material zu prüfen, das Registraturgut auf Archivreife und Archivwürdigkeit zu bewerten, Verzeichnisse zu erstellen und alles zu dokumentieren. Wie zuvor für die Ortsteile Rotenzimmern und Gößlingen, erfüllte diese Aufgabe für den Ortsteil Irslingen die überaus erfahrene, Tübinger Archivarin und Publizistin Dr. Birgit Tuchen. Mit der symbolischen Übergabe des Findbuchs (Verzeichnis des Archivbestands) im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 14.06.2023 endete die Tätigkeit, die von allen Beteiligten als überaus engagiert und nachhaltig beschrieben wurde.

Kreisarchivar Johannes Waldschütz würdigte die Archivtätigkeit mit einem Augenzwinkern, die so gar nicht dem landläufigen Klischee entspricht, sondern sich in vielseitiger Weise unterschiedlichen Themenbereichen zuwendet und damit dem Erhalt von Kulturgütern für nachfolgende Generationen widmet.

Unterstützt wurde die Gemeinde von Archivar Armin Braun, der in seiner Ansprache an den Gemeinderat mit vielen Daten und Fakten aufwarten konnte. So umfasst das Ortsteilarchiv Irslingen rund 50 Regalmeter Archivgut. Im Findbuch sind auf 443 Seiten 2208 Archivalieneinheiten aufgelistet. Die Überlieferung des Ortes reicht punktuell ins 17. Jahrhundert zurück und setzt bezüglich von kirchlichen Dokumenten, darunter die Rechnungen der Wallfahrtskapelle Maria Hochheim und die Rechnungen der Kirchenfabrik St. Martin zu Irslingen, fast lückenlos ab 1736/ 1776 ein. Älteste Archivalie ist die Baurechnung zum Wiederaufbau der Wallfahrtskapelle und des Mesnerhauses zu Maria Hochheim aus dem Jahr 1660. Zum ältesten Bestand gehören außerdem drei Urkunden mit Zins- und Kapitalverschreibungen aus den Jahren 1676 und 1757 sowie ein Kaufbrief aus dem Jahr 1758.

Bürgermeister Frank Scholz richtete in einer kurzen Ansprache Dankesworte an Frau Dr. Tuchen, die sehr engagiert die Aufarbeitung der Archivalien ausführte und der Gemeinde als sehr zugewandte Ansprechpartnerin in Erinnerung bleibt. Die Aufarbeitung aller fünf Ortsteilarchive mit Verzeichniserstellung kann als ein Schatz gelten, der bleibend ist und auf lange Sicht in die Zukunft ausstrahlt. In seine Dankesworte schloss der Bürgermeister Herrn Archivar Armin Braun mit ein, der die Gemeinde über Jahre hinweg begleitete. Archivarin Dr. Birgit Tuchen, Kreisarchivar Johannes Waldschütz und Archivar Armin Braun wurden mit Präsenten der Gemeinde und mit einem anhaltenden Applaus der Gemeinderatsmitglieder verabschiedet.

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