NRWZ.de, 29. Juli 2022, Autor/Quelle: Gastbeitrag

Auswilderung geglückt

Jungstorch AAY66 zurück in Winzeln / Seit Samstag wieder im Nest

Am Freitag hat der Storchenbeauftragten Hartmut Polet Jungstorch AAY66 im Vogelschutzzentrum Mössingen abgeholt. Dort war er nun eine Woche in einem Freigehege mit anderen Jungstörchen. Der Storch war nachts in Winzeln beim Kindergarten gefangen worden. Über die Rückkehr und Auswilderung berichtet Polet:

In Mössingen brachte der Jungstorch die Betreuerin beim Einfangen schon ins Schwitzen. Nach dem Einfangen kam der Storch in eine spezielle Transportkiste. Der Boden ist mit Heu abgedeckt,  Lüftungsbohrungen sorgen für Frischluft. Die Kiste bekommt für die Zukunft nachträglich noch einen Lüftungsventilator.

Transportbereit in Mössingen.

In Winzeln wurde der Storch dann unter Mithilfe von Eugen Schmid in den Wannwiesen ausgewildert. Die Kiste wurde vorsichtig geöffnet. Der Schnabel gegen Angriffe gesichert und Meister Adebar auf die Weise gesetzt. Nach etwa 15 Minuten flog er über den Wiesen und landete dann in einiger Entfernung sicher auf einem Baukran.

Erste Schritte auf der Wiese. Fotos: pm

Um 19 Uhr war die Auswilderung Jungstorch erfolgreich abgeschlossen. Jetzt darf man gespannt sein, ob der Jungstorch im Ort bleibt. In Mössingen haben Helfer heute schon wieder drei flugunfähige Jungstörche angeliefert.

Dass es überhaupt zur Rettungsaktion un d späteren Auswilderung gekommen war, ist Alina Faißt-Höderath zu verdanken. Sie hat den Storch damals im Kindergarten gefunden und dem Storchenbeauftragten telefonisch gemeldet. Drei Stunden hat sie ihn im Vorhof im Kindergarten Winzeln bewacht, damit ihre Katze nicht noch den Storch angreift.

Die Gemeinde Fluorn-Winzeln hat die Fahrkosten für die ehrenamtliche Storchenrettung in Winzeln an Hartmut Polet bezahlt. Zwei Jungstörche fliegen im August dann hoffentlich nach Afrika.

Update Sonntag

Wie Polet berichtet, hat es der Jungstorch am Samstag wieder ins Nest auf dem Kirchturm geschafft. Über Nacht war er noch auf den Wannwiesen, wo die“Alten“ immer auf Futtersuche sind. Polet vermutet nun, dass der Jungstorch bei Flugübungen aus dem Nest gefallen war.

Zurück im Nest. Foto: polet

 

Auswilderung geglückt