Baustellenunfall wird zum Übungsszenario für die Feuerwehren aus Villingendorf und Rottweil

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Einen Unfall auf einer Bau­stel­le in Vil­lin­gen­dorf haben die Orga­ni­sa­to­ren als Sze­na­rio für eine wei­te­re gemein­sa­me Übung der Kame­ra­den aus Vil­lin­gen­dorf und Rott­weil gewählt. 

Der­zeit wird die Rott­wei­ler Stra­ße in Vil­lin­gen­dorf kom­plett saniert und ist damit für eine Übung die­ser Art gera­de­zu ide­al”, so Sven Habe­rer, Spre­cher der Vil­lin­gen­dor­fer Wehr. Im Vor­feld sei klar gewe­sen, dass eine Übung die­ser Art rich­tig viel Arbeit macht und die Weh­ren in Bezug auf das nöti­ge Ein­satz­ma­te­ri­al an die Gren­zen bring. „Genau des­halb”, so Habe­rer, „muss das auch in die­ser Grö­ßen­ord­nung geprobt wer­den.” 

Fotos: Feu­er­wehr Vil­lin­gen­dorf

Die Ein­satz­an­nah­me: Ein Stein mit rund zwei Ton­nen Gewicht ist einem Bag­ger aus der Schau­fel gerutscht und hat einen Mann unter sich begra­ben. Die­ses Sze­na­rio hat sich in einer gut fünf Meter tie­fen Gru­be abge­spielt. Der Mann ist noch ansprech­bar, aber im Bein und Hüft­be­reich schwerst ein­ge­klemmt.

Fotos: Feu­er­wehr Vil­lin­gen­dorf

Um 17 Uhr fuhr die Feu­er­wehr Vil­lin­gen­dorf zum Ein­satz­ort, es erfolg­te eine ers­te Erkun­dung durch den Ein­satz­lei­ter Robert Flaig. Die Kräf­te aus Vil­lin­gen­dorf über­nah­men sofort die Betreu­ung des Ver­letz­ten und sicher­ten mit Pla­nen den Hang gegen her­un­ter­fal­len­de Stei­ne ab. Die Ein­satz­lei­tung ent­schied dann, wei­te­re Kräf­te aus Rott­weil nach­zu­for­dern, um an der Ein­satz­stel­le etwa mit­tels einem Rüst­wa­gen genug Mate­ri­al und Per­so­nal vor Ort zu haben. Bis zum Ein­tref­fen der Kame­ra­den aus Rott­weil sicher­ten die Kräf­te aus Vil­lin­gen­dorf den Stein gegen Abrut­schen und schu­fen zugleich auch eine Mög­lich­keit zum Anschla­gen für die Kame­ra­den aus Rott­weil. Eben­falls wur­de eine Lei­ter in Stel­lung gebracht, um einen wei­te­ren Flucht­weg aus der Gru­be zu haben.

Mit Flat­ter­band haben wei­te­re Ein­satz­kräf­te die Bau­stel­le abge­sperrt, damit sich kei­ne unbe­fug­ten Per­so­nen im Bereich der Böschung auf­hal­ten konn­ten, da auch für die Feu­er­wehr­leu­te, die in der Gru­be arbei­te­ten, ein erhöh­tes Gefah­ren­po­ten­zi­al herrsch­te.

Fotos: Feu­er­wehr Vil­lin­gen­dorf

Nach­dem auch die Kräf­te aus Rott­weil vor Ort waren, wur­de ein Bereit­stel­lungs­platz für das benö­tig­te Equip­ment an der Ein­satz­stel­le geschaf­fen. Nach einer kur­zen Rück­spra­che der Füh­rungs­kräf­te vor Ort ent­schied man sich dazu, den Stein mit­tels Schlupf und Seil­win­de gegen weg­rut­schen zu sichern und mit Hebe­kis­sen anzu­he­ben. Zudem hat man den Koloss mit Holz unter­baut. Zusätz­lich sicher­ten Eisen­nä­gel den Fels gegen seit­li­ches Weg­rut­schen. Nach­dem der Stein soweit ange­ho­ben war, ist der Pati­ent mit­tels Spi­ne­board unter dem Stein her­vor geholt und aus dem Gefah­ren­be­reich gebracht wor­den. Die Feu­er­weh­ren bau­ten dann ihr Equip­ment zurück, da der Stein noch in einem zwei­ten Ver­such ange­ho­ben wer­den soll­te.

Für die­sen zwei­ten Ver­such kam der gro­ße Sprei­zer des Rüst­wa­gens zum Ein­satz. Der hob den Stein stirn­sei­tig an, mit­tels Holz und Kei­len ist er wie­der­um gegen seit­li­ches Weg­rut­schen gesi­chert wor­den. „Auch die­se Vari­an­te funk­tio­nier­te her­vor­ra­gen”, so Habe­rer, die Zusam­men­ar­beit müs­se aber sehr koor­di­niert ablau­fen, da beim Anhe­ben stän­dig das Holz nach­ge­scho­ben wer­den müs­se. 

Bei der anschlie­ßen­den Manö­ver­kri­tik kamen die bei­den Mög­lich­kei­ten noch­mals zu Spra­che. „Man war sich einig, dass es bei einer schnel­len Ret­tung mit­hil­fe des Sprei­zers einen zeit­li­chen Vor­teil gibt. Aller­dings ist die Vari­an­te mit Hebe­kis­sen unge­fähr­li­cher, da man eine brei­te­re Auf­la­ge­flä­che hat”, so der Feu­er­wehr­spre­cher.

Die Zusam­men­ar­beit der Feu­er­weh­ren aus Rott­weil und Vil­lin­gen­dorf habe wie zuletzt bei einer Übung am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag her­vor­ra­gen funk­tio­niert. Es sei wich­tig, gemein­sam zu pro­ben, um die Abläu­fe und die Mög­lich­kei­ten der ver­schie­de­nen Weh­ren ken­nen zu ler­nen. Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler ergänz­te noch, dass es im Land­kreis Tutt­lin­gen bei der Feu­er­wehr Spai­chin­gen einen Abroll­be­häl­ter Bau gibt, der bei einer sol­chen Ein­satz­la­ge sicher­lich auch Sinn machen wür­de, da auf die­sem Fahr­zeug noch mehr Mate­ri­al für Bau­un­fäl­le ver­la­den ist.

Im Anschluss saßen die Ein­satz­kräf­te bei­der Weh­ren noch am Gerä­te­haus in Vil­lin­gen­dorf zusam­men, nut­zen die Mög­lich­keit, sich gegen­sei­tig aus­zu­tau­schen. Bei Apfel­saft­schor­le, übri­gens.

Im Übungs­ein­satz waren rund 35 Kräf­te mit meh­re­ren Fahr­zeu­gen aus Vil­lin­gen­dorf und Rott­weil. Es habe sich gezeigt, so Habe­rer, dass in einem ver­gleich­ba­ren Ernst­fall jede Ein­satz­kraft gebraucht wer­de.

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