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Dienstag, 22. September 2020

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Fünf Prozent der Zehn- bis 14-Jährigen im Landkreis Rottweil haben ADHS

Zahl der Betroffenen steigt laut AOK

Unaufmerksamkeit, Impulsivität und übermäßige Aktivität sind bei Kindern und Jugendlichen grundsätzlich nicht ungewöhnlich, auch in der bald beginnenden Schulzeit. Wenn die Verhaltensschwierigkeiten allerdings ein Ausmaß annehmen, das sich deutlich vom Verhalten Gleichaltriger unterscheidet, kann ein Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS zugrunde liegen. Dies teilt die AOK in einer Pressemitteilung mit.

„Betroffene haben oft Schwierigkeiten beim Lernen, weil sie sich nicht gut konzentrieren können“, erklärt Sabine Fröchte-Mink vom Gesundheitsteam der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Manche sind auch im Sozialverhalten auffällig und ecken oft an.“ Aufgrund einer ADHS können sich ebenfalls Ängste und Depressionen entwickeln.

Im Landkreis Rottweil zählt die AOK rund 700 Versicherte mit einer ADHS-Diagnose. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung im Kreis sind dies laut Krankenkasse 1200 Personen. Und es werden mehr: innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der Diagnosen um 16 Prozent gestiegen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind von dieser Störung betroffen. Bei gut fünf Prozent der 10- bis 14-Jährigen im Landkreis wurde eine ADHS ärztlich festgestellt. Drei von vier betroffenen Kindern beziehungsweise Jugendlichen sind männlich.

„Bei einer leichten Form der ADHS kann unter Umständen bereits eine Elternschulung verbunden mit Selbsthilfeprogrammen ausreichen“, so AOK-Gesundheitsexpertin Sabine Fröchte-Mink. „Vor allem wenn es bei einer schwereren ADHS zu sozialen oder schulischen Problemen kommt, kann eine Familien- oder Verhaltenstherapie angezeigt sein.“ Welche Maßnahmen im sozialen Umfeld und in der Schule hilfreich sind, hänge aber immer von der individuellen Symptomatik der Betroffenen ab. Auch Medikamente werden bei schwerer ADHS eingesetzt. Neben dem Alter des Kindes wird dabei mitberücksichtigt, ob bereits eine Psychotherapie oder pädagogische Mittel ausprobiert wurden und wie Eltern und Kind die Vor- und Nachteile von ADHS-Medikamenten abwägen.

Eltern von betroffenen Kindern hören immer wieder Erziehungsratschläge von anderen Vätern und Müttern, ob gut gemeint oder nicht. „ADHS ist eine gesundheitliche Störung, die viele Ursachen hat und bei der eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielen kann. Die Kinder sind nicht etwa einfach ‚schlecht erzogen‘, wie viele Außenstehende fälschlicherweise annehmen“, so Sabine Fröchte-Mink.

 

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