Besucher erhalten fundierte Informationen zum Nationalpark

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Besucher aus dem Rottweiler Kreisgebiet waren im Nationalpark unterwegs. Foto: Alexander Rustler

KREIS ROTTWEIL – Auf Ein­la­dung des Kreis­ver­ban­des der Grü­nen konn­ten am Sams­tag bei Som­mer­wet­ter im Okto­ber Besu­cher aus dem Rott­wei­ler Kreis­ge­biet den Natio­nal­park besu­chen. Aus­ge­hend vom Treff­punkt mit Ran­ger Patrick Stader am Natio­nal­park­zen­trum Ruhe­stein ging es vier span­nen­de und infor­ma­ti­ve Stun­den durch den Süd­teil des Natio­nal­parks. Auf den mar­kier­ten Wegen des Natio­nal­parks ging es mit vie­len erklä­ren­den Hal­te­punk­ten zur Bedeu­tung des Natio­nal­parks zum Wild­see hin­un­ter.

Der Natio­nal­park mit sei­nen ins­ge­samt 10.062 Hekt­ar, gegrün­det unter der grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung zum 1. Janu­ar 2014, ist mitt­ler­wei­le fest in der Regi­on eta­bliert und vor allem an Wochen­en­den ein rich­ti­ger Anzie­hungs­punkt für Natur­ent­de­cker.

Gegen­wär­tig wer­den das Infor­ma­ti­ons- und das Ver­wal­tungs­zen­trum am Ruhe­stein neu gebaut und ermög­li­chen so, dass der Natio­nal­park kom­men­den Besu­cher­zah­len gerecht wird. Bereits jetzt sind zehn Ran­ger fest in der Lan­des­be­hör­de ange­stellt und sor­gen dafür, dass die Besu­cher geziel­te und fun­dier­te Infor­ma­tio­nen zum Park erhal­ten.

Im Natio­nal­park ist alles eine Spur wil­der. Der Natur wird das Ruder über­las­sen und der Mensch greift nicht mehr ein, so Ran­ger Patrick Stader. Das bedeu­tet auch Mut für Neu­es. Die­ser Mut schöpft sich aus dem Ver­trau­en in die Kraft der Natur. „Wir kön­nen gespannt sein auf neue Wald­bil­der und Struk­tu­ren auf das Schau­spiel der natür­li­chen und unge­zähm­ten Ent­wick­lun­gen. Ein Baum der nach forst­wirt­schaft­li­chen Regeln nach spä­tes­tens 60 Jah­ren gefällt wird kann hier sei­nen Lebens­ab­lauf behal­ten, der bei einer Tan­ne auch 600 Jah­re dau­ern kann. Sie schafft damit in ihrem Lebens­zy­klus ganz ande­re Räu­me für Lebe­we­sen, wie das in der Forst­wirt­schaft mög­lich ist.“

Der Natio­nal­park Schwarz­wald wird als Ent­wick­lungs­na­tio­nal­park bezeich­net, da es Zonen gibt von denen sich der Mensch völ­lig zurück­ge­zo­gen hat. Es gibt auch Berei­che, in die der Mensch ein­greift und soge­nann­te Manage­ment­zo­nen als Puf­fer­be­rei­che, um die benach­bar­ten Wäl­der vor allem vor dem Bor­ken­kä­fer zu schüt­zen. Des­sen Ver­brei­tung, wo und wie er ein­ge­dämmt wer­den kann, sorg­te für aus­führ­li­chen Gesprächs­stoff in der Besu­cher­grup­pe. Die Aus­brei­tung des Bor­ken­kä­fers hat wesent­lich mit der Wald­be­wirt­schaf­tung zu tun, die mit der Fich­te als Mono­kul­tur weni­ger Wider­stand­kraft als ande­re, eben­falls hei­mi­sche aber ver­dräng­te Bäu­me hat.

Der Natio­nal­park bie­tet Schutz­zo­ne für sel­te­ne und vom Aus­ster­ben bedroh­te Tier­ar­ten wie den Auer­hahn. Stader spricht von noch 500 frei­le­ben­den Exem­pla­ren. Der Natio­nal­park bie­tet dem Sper­lings­kauz, den Drei­ze­hen­specht oder ver­schie­de­nen Kreuz­ot­tern geschütz­ten Lebens­raum. Federn vom Auer­hahn und gran­dio­se Bli­cke auf den Herbst­wald und den Wild­see lie­ßen den Tag für die mit­ge­reis­ten Besu­cher aus dem Kreis Rott­weil zum ein­drucks­vol­len Erleb­nis wer­den.

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