Brustkrebs: Früherkennung erhöht die Chancen auf Heilung

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Dr. Stefan Pastor, Sektionsleiter Mammachirurgie und Leiter des Brustzentrums in der Helios Klinik Rottweil, spricht am Donnerstag, 7. Dezember über Vorsorge, Warnsignale und Behandlungsmöglichkeiten.

Kreis Rottweil. Brustkrebs oder Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sich über die Vorsorge und die Therapie zu informieren, ist heute wichtiger denn je – denn die Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs haben sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. In ganz Deutschland haben sich Brustzentren etabliert – eines davon in der Helios Klinik Rottweil. Hier werden Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs umfassend und interdisziplinär behandelt.

Über die Vorsorge, die Warnsignale und die Behandlungsmöglichkeiten, die die moderne Medizin bietet, informiert Dr. Stefan Pastor, Sektionsleiter Mammachirurgie und Leiter des Brustzentrums an der Helios Klinik Rottweil, am Donnerstag, 7. Dezember, ab 18 Uhr in einem Vortrag mit Fragerunde.

„Das frühzeitige Entdecken eines Brusttumors ist entscheidend für die Erfolgsaussichten der Behandlung. Deshalb raten alle Frauenärzte und Krebsorganisationen zu einem regelmäßigen Abtasten der Brüste“, betont Dr. Stefan Pastor. „Da jede Frau die Beschaffenheit ihrer Brüste am besten beurteilen kann, kann sie kleinste Veränderungen in der „Drüsenlandschaft“ besonders frühzeitig erkennen – und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem ein kleiner Brusttumor noch keine Beschwerden verursacht. Spürt eine Frau eine Veränderung an ihrer Brust, sollte sie nicht lange mit dem Gang zum Arzt warten“, führt er weiter aus.

Wichtig sei dabei, die Balance zwischen sinnvollen Kontrollen und unnötiger Verunsicherung zu finden – denn nicht jede Verhärtung sei auch gleich ein positiver Befund. „Und auch bei der Behandlung von Brustkrebs müssen möglicher Nutzen und Nebenwirkungen von Operationen, Medikamenten und anderen Maßnahmen in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden“, unterstreicht der Mediziner.

„Häufig kann der Arzt schonende diagnostische Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall oder auch eine Stanzbiopsie einsetzen. Hier wird in örtlicher Betäubung mit einer dünnen Punktionsnadel, die keine oder kaum Narben hinterlässt, aus einem unklaren Herdbefund gerade so viel Gewebe entnommen, dass eine sichere Diagnose gestellt werden kann. Eine größere Gewebsentnahme ist dann nicht mehr nötig“, erklärt Dr. Stefan Pastor.

Auch bei bösartigen Tumoren der Brust geht laut dem Leiter des Brustzentrums die Tendenz immer mehr zu schonenden Methoden: So sei es bei kleinen Tumoren fast immer möglich, brusterhaltend zu operieren. Gleichzeitig setze man die „Wächterlymphknoten-Methode“ ein: Diese ermögliche, nur einen oder zwei Wächterlymphknoten zu entfernen und die restlichen Lymphknoten in der Achselhöhle zu belassen. „Dadurch haben die Frauen natürlich erheblich geringere Beschwerden nach der Operation wie zum Beispiel Schmerzen oder auch Lymphödeme“, betont Dr. Stefan Pastor.

Da die Heilungschancen bei frühzeitiger Erkennung sehr gut sind, empfiehlt er den Frauen, unbedingt das Mammographie-Screening in Anspruch zu nehmen. Dieses wird von den meisten Krankenkassen ab 50 Jahren übernommen. „Gerade in diesem Alter ist die Gefahr groß, an Brustkrebs zu erkranken“, sagt Dr. Stefan Pastor.

Wer die Diagnose erhalten hat und sich mit anderen Betroffenen austauschen möchte, hat in Rottweil mit dem Onko-Café der Frauenselbsthilfe Krebs eine Anlaufstelle. Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 30. November, ab 17Uhr in der Cafeteria der Helios Klinik Rottweil statt.

Info: In Deutschland gibt es jährlich rund 70.000 Neuerkrankungen, zusätzlich wird bei mehr als 6000 Frauen eine Vorstufe von Brustkrebs diagnostiziert. Etwa ein Prozent aller Neuerkrankungen betrifft Männer. Diagnostik und Therapie des männlichen Brustkrebses entsprechen in der Regel dem Vorgehen beim weiblichen Brustkrebs.

 

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