Unter Leitung des Vorsitzenden Stefan Teufel (3. von rechts) diskutierte der CDU-Kreisvorstand über das Wahlergebnis und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen für die CDU. Foto: King

KREIS ROTTWEIL – Die CDU im Kreis Rott­weil nimmt laut Pres­se­mit­tei­lung das Wahl­er­geb­nis vom 24. Sep­tem­ber mit den dra­ma­ti­schen Ver­lus­ten gera­de auch im Wahl­kreis ernst und reagier­te in der Novem­ber-Sit­zung des Kreis­vor­stan­des im Hotel Hirt in Deiß­lin­gen mit einer tief­grei­fen­den Ana­ly­se auf das so „schmerz­li­che Wäh­ler­vo­tum, das uns nicht ruhen las­sen darf“.

Wäh­rend in Ber­lin die Son­die­rungs­ver­hand­lun­gen um die Bil­dung einer neu­en Bun­des­re­gie­rung in die Ver­län­ge­rung gin­gen, beschäf­tig­te sich das Füh­rungs­gre­mi­um der Christ­de­mo­kra­ten im Kreis  mit den Her­aus­for­de­run­gen  ange­sichts einer  rasant sich ver­än­dern­den Gesell­schaft und der damit not­wen­dig wer­den­den Ant­wort und Reak­ti­on der Poli­tik.

Höchst unter­schied­li­che und auch wider­stre­ben­de Inter­es­sen  ver­lan­gen, „dass wir als die ein­zi­ge noch ver­blie­be­ne Volks­par­tei die Grund­ori­en­tie­rung geben, die in einer glo­ba­li­sier­ten Welt mit all den Unsi­cher­hei­ten und Ver­wer­fun­gen not­wen­dig ist, damit unser Gemein­we­sen auch in Zukunft noch funk­tio­niert“, fass­te Kreis­vor­sit­zen­der Ste­fan Teu­fel die Wort­bei­trä­ge der Vor­stands­mit­glie­der und der Orts­vor­sit­zen­den zusam­men.

Und der Kreis­vor­stand  ver­ab­schie­de­te ein­stim­mig einen Fünf-Punk­te-Kata­log mit den Bot­schaf­ten, „die wir als Leh­re und als not­wen­di­ge und wich­ti­ge Kon­se­quenz aus dem Ergeb­nis der Bun­des­tags­wahl für unab­ding­bar hal­ten.“

Hand­lung und Spra­che: Die Spit­zen der CDU müs­sen schnell und ein­deu­tig in Hand­lung und Spra­che ein „wir haben ver­stan­den“ als Signal an die Bevöl­ke­rung sen­den.

 Kla­re Posi­tio­nie­rung: Die CDU hat in Baden-Würt­tem­berg bei der Land­tags­wahl 2016 und bei der Bun­des­tags­wahl 2017 in  der glei­chen Grö­ßen­ord­nung ver­lo­ren. Der Grund ist jeweils der­sel­be. Vie­le Men­schen haben infol­ge der Flücht­lings­kri­se das Gefühl, unser Land und unse­re Gesell­schaft ent­wi­ckel­ten sich in die fal­sche Rich­tung. Des­halb brau­chen wir eine kla­re Posi­tio­nie­rung der Uni­on.

Mar­ken­kern: Die CDU muss klä­ren, wel­ches ihr Mar­ken­kern in einer Jamai­ka-Koali­ti­on sein könn­te. Dazu gehö­ren kla­re Vor­ga­ben in der Asyl­po­li­tik. Wir sind gegen die dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft.  Die Auf­ga­ben und Zustän­dig­kei­ten der Bun­des­län­der, also das Wesen unse­rer föde­ra­len Grund­ord­nung,  dür­fen nicht wei­ter vom Bund beschnit­ten wer­den. Außer­dem wäre in einer Jamai­ka-Koali­ti­on die CDU gera­de­zu natür­lich für die Sozi­al­po­li­tik prä­de­sti­niert.

 Die inter­na­tio­na­le Rol­le: Eine Jamai­ka-Koali­ti­on muss sich über­grei­fen­de Zie­le ste­cken. Ins­be­son­de­re in der Euro­pa-, Außen- und Sicher­heits­po­li­tik muss eine Koali­ti­on auf Bun­des­ebe­ne mit einer Stim­me spre­chen, damit Deutsch­land inter­na­tio­nal wei­ter­hin eine posi­ti­ve Rol­le spie­len kann.

Zusam­men­halt der Gesell­schaft: Es ist Auf­ga­be einer Volks­par­tei, das Land zusam­men­zu­füh­ren. Das gilt im Beson­de­ren für das wert­schät­zen­de Mit­ein­an­der der Genera­tio­nen. Im Bereich der Pfle­ge droht ein Not­stand. Wir wer­ben für einen all­ge­mei­nen Gemein­schafts­dienst für alle Frau­en und Män­ner – ob im sozia­len Bereich, bei der Bun­des­wehr oder im Ent­wick­lungs­dienst. Dies wür­de den Zusam­men­halt der Gesell­schaft stär­ken. Wenn in die­sen Dienst auch Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund ein­be­zo­gen wür­den, könn­te das eine zusätz­li­che inte­gra­ti­ve Kraft für das Gemein­we­sen ent­fal­ten.

Die­ser For­de­rungs­ka­ta­log wur­de in der gemein­sa­men Sit­zung des CDU-Kreis­vor­stan­des mit den Orts­vor­sit­zen­den am 17. Novem­ber 2017 ein­stim­mig beschlos­sen.