CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Stefan Teufel stellt dem Kreisvorstand seine Vorschläge für ein verpflichtendes gesellschaftliches Jahr vor. Neben ihm seine Stellvertreter (von links) Jochen Schwarz, Monika Schneider und Lothar Reinhardt. Foto: pm

ROTTWEIL – Der CDU-Kreis­vor­stand Rott­weil for­dert die Ein­füh­rung eines ver­pflich­ten­den gesell­schaft­li­chen Jah­res für jun­ge Frau­en und Män­ner, um den Zusam­men­halt in einer in zahl­rei­chen Umbrü­chen befind­li­chen Gesell­schaft zu stär­ken.

In ihrer jüngs­ten Kreis­vor­stands­sit­zung im Gast­haus „Trau­be“ in Beffen­dorf stimm­ten die Christ­de­mo­kra­ten der vom Kreis­vor­sit­zen­den Ste­fan Teu­fel vor­ge­leg­ten Beschluss­vor­la­ge  nach einer inten­si­ven und sehr offe­nen Dis­kus­si­on zu. Zwar wur­den die recht­li­chen Beden­ken genau­so wenig ver­kannt wie mög­li­che Pro­ble­me der Umset­zung und der Akzep­tanz, doch über­wo­gen die Grün­de und Argu­men­te, die für ein solch evo­lu­tio­nä­res Pro­jekt ins Feld geführt wur­den.

So ist für die CDU im Kreis unver­kenn­bar, dass der demo­gra­fi­sche Wan­del „uns in den nächs­ten Jah­ren in allen Berei­chen tref­fen wird.“ Als ein Bei­spiel für gro­ße Her­aus­for­de­run­gen, vor denen die Gesell­schaft steht, steht die immer pre­kä­rer wer­den­de  Per­so­nal­not im Gesund­heits­we­sen, die sich auch mit aus­län­di­schen Kräf­ten nicht lösen las­se: „Es gibt eini­ge viel ver­spre­chen­de Maß­nah­men, eine grund­le­gen­de Lösung ist aber nicht in Sicht.“

Die bun­des­wei­te Ein­füh­rung eines ver­pflich­ten­den gesell­schaft­li­chen Jah­res für alle jun­ge Frau­en und Män­ner sieht die CDU als einen Bau­stein zur Bewäl­ti­gung die­ser gro­ßen Her­aus­for­de­rung. Damit  kön­ne ein wich­ti­ger Bei­trag ermög­licht wer­den, um den sozia­len Zusam­men­halt in einer aus­ein­an­der­drif­ten­den Gesell­schaft zu erneu­ern. Der Dienst soll ange­mes­sen bezahlt wer­den, und die jun­gen Men­schen sol­len zwi­schen ver­schie­de­nen sinn­vol­len gemein­nüt­zi­gen Tätig­kei­ten wäh­len kön­nen.

Wei­ter schreibt die CDU: „Gera­de im Pfle­ge­be­reich kann dies dazu füh­ren, dass wir nicht nur kurz­fris­tig not­wen­di­ge Zusatz­kräf­te gene­rie­ren, son­dern dass die­se an ein Berufs­feld her­an­ge­führt wer­den und anschlie­ßend mög­li­cher­wei­se in der Bran­che ihre Beru­fung fin­den.“

Wenn sich jun­ge Män­ner und Frau­en in ihrem Leben für einen über­schau­ba­ren Zeit­raum in den Dienst der All­ge­mein­heit stel­len, sei dies sowohl ein Gewinn für unser Land und des­sen Men­schen und wür­de mit dazu bei­tra­gen, die Struk­tu­ren in den Sozi­al­ver­bän­den und Ver­ei­nen, in den Sozi­al­sta­tio­nen und frei­en sowie kirch­li­chen Trä­gern zu erhal­ten.

Ein sol­cher gesell­schaft­li­cher Dienst bedeu­tet, sich für ande­re Men­schen ein­zu­set­zen, ande­re Lebens­wel­ten ken­nen­zu­ler­nen, und er bedeu­tet, „der Gesell­schaft, deren Soli­da­ri­tät wir allen in Anspruch neh­men, für eine bestimm­te Zeit sein Kön­nen und Wis­sen, sein Enga­ge­ment und sei­ne Hil­fe anzu­bie­ten.“

Die­ser Dienst, der in vie­ler­lei Aus­ge­stal­tung und auch und auch im Aus­land im Rah­men der Ent­wick­lungs­hil­fe statt­fin­den kön­nen soll, soll nicht als „Opfer“, son­dern soll mög­lichst als berei­chern­de und prä­gen­de Erfah­rung  emp­fun­den wer­den kön­nen.

Schließ­lich sieht die CDU im Kreis die für die­se Maß­nah­me not­wen­dig ver­bun­de­ne Über­zeu­gungs­ar­beit und ver­kennt auch nicht die bestehen­den gesetz­li­chen Hür­den, aber auf der ande­ren Sei­te steht der gesell­schaft­li­che Mehr­wert, der es loh­nend macht, „dass wir die­sen Weg bege­hen.“ Denn ohne inno­va­ti­ve, auch unkon­ven­tio­nel­le Ide­en „wer­den wir vor nicht zu lösen­den Pro­ble­men bezüg­lich der Her­aus­for­de­run­gen durch die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung ste­hen.“