Das Gespräch als wirksamstes Mittel gegen Antisemitismus

Gemeinsammer Abend von Rabbi Shaul Friberg mit dem Juso-Kreisverband Rottweil

Die Mitglieder des Juso-Kreisverbands Rottweil haben die Gelegenheit bekommen, mit Rabbi Friberg von der Jüdischen Gemeinde Rottweil-Vilingen-Schwenningen ins Gespräch zu kommen. Hierüber berichtet die SPD-Nachwuchsorganisation in einer Pressemitteilung.

Zu Beginn erzählte Rabbi Friberg über die Grundlagen der jüdischen Kultur, was dadurch bereichert wurde, dass das Jusos Mitglied Ali Zarabi Vergleiche mit dem Islam ziehen konnte. Dadurch entstand eine interessante Diskussion über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Religionen. So müssen Juden, wenn sie in das Paradies wollen, so viele Gebote wie möglich beachten, von denen es reichlich gibt. Nach ihrer Vorstellung müssen alle Nichtjuden jedoch lediglich sieben Gebote beachten, um ebenfalls Eingang ins Paradies zu finden. Da diese sieben Gebote lediglich grundlegende ethische Werte umfassen, kann jeder, auch ein Atheist, dies erreichen. Dabei sollen die Gebote dazu dienen, einem zu helfen, ein besserer Mensch zu werden. Da es eine zu große Anzahl an Geboten gibt, ist es nicht das Ziel, sie alle zu befolgen, aber man betrachtet es als das Ziel, so viele zu befolgen, wie möglich. Auch hier zeigte sich eine Übereinstimmug mit dem Islam, in dem es ebenfalls eine große Anzahl an Geboten gibt, die man befolgen sollte.

Im zweiten Teil des Gesprächs, wurde der wachsende Antisemitismus thematisiert. Dabei zeichnete Rabbi Friberg ein düsteres Bild für Europa als Ganzes. So kommen immer häufiger Anfeindungen vor, weshalb es vermieden wird, in der Öffentlichkeit jüdische Symbole zu verwenden. Dies führt dazu, dass die jüdische Kultur unsichtbar für die Mitbürger wird. Dabei ist es seiner Meinung nach das Wichtigste, dass man miteinander ins Gespräch kommt. So berichtete er von zahlreichen Besuchen in Moscheen, in denen er immer positive Erfahrungen gesammelt hat und auf großes Interesse gestoßen ist. Auch bewundert er an der deutschen Kultur, wie mit den Erinnerungen an den Holocaust umgegangen wird und die Erinnerung an die jüdischen Gemeinden noch am Leben gehalten wird. Auch berichtete er von einem Projekt jüdischer Gymnasiasten, die andere Schulen besuchen um ins Gespräch mit Schülern zu kommen. Doch sind diese Bemühungen zu wenig, um dem wachsenden Anitsemitismus wirksam zu bekämpfen. So sehen viele Juden ihre Zukunft in Israel, wo das Leben zwar teurer ist als in Europa, sie jedoch auch keine Anfeindungen erfahren.

Das Gespräch ermöglichte interessante Einsichten und bestätigte die Jusos in ihrem Engagment, noch entschlossener dem Antisemitismus entgegenzutreten. Mit der Aussicht, dass es auch in Zukunft weitere Treffen geben wird, fand ein lehrreicher Abend seinen Abschluss.

 

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