Rabbi Shaul Friberg (zweiter von links) zusammen mit Sebastian Holzhauer, Ali Zarabi und Dennis Mattes (von links) vom Juso-Kreisverband Rottweil. Foto: pm

Die Mit­glie­der des Juso-Kreis­ver­bands Rott­weil haben die Gele­gen­heit bekom­men, mit Rab­bi Fri­berg von der Jüdi­schen Gemein­de Rott­weil-Vil­in­gen-Schwen­nin­gen ins Gespräch zu kom­men. Hier­über berich­tet die SPD-Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­on in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Zu Beginn erzähl­te Rab­bi Fri­berg über die Grund­la­gen der jüdi­schen Kul­tur, was dadurch berei­chert wur­de, dass das Jusos Mit­glied Ali Zara­bi Ver­glei­che mit dem Islam zie­hen konn­te. Dadurch ent­stand eine inter­es­san­te Dis­kus­si­on über die Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de zwi­schen den ver­schie­de­nen Reli­gio­nen. So müs­sen Juden, wenn sie in das Para­dies wol­len, so vie­le Gebo­te wie mög­lich beach­ten, von denen es reich­lich gibt. Nach ihrer Vor­stel­lung müs­sen alle Nicht­ju­den jedoch ledig­lich sie­ben Gebo­te beach­ten, um eben­falls Ein­gang ins Para­dies zu fin­den. Da die­se sie­ben Gebo­te ledig­lich grund­le­gen­de ethi­sche Wer­te umfas­sen, kann jeder, auch ein Athe­ist, dies errei­chen. Dabei sol­len die Gebo­te dazu die­nen, einem zu hel­fen, ein bes­se­rer Mensch zu wer­den. Da es eine zu gro­ße Anzahl an Gebo­ten gibt, ist es nicht das Ziel, sie alle zu befol­gen, aber man betrach­tet es als das Ziel, so vie­le zu befol­gen, wie mög­lich. Auch hier zeig­te sich eine Über­ein­stim­mug mit dem Islam, in dem es eben­falls eine gro­ße Anzahl an Gebo­ten gibt, die man befol­gen soll­te.

Im zwei­ten Teil des Gesprächs, wur­de der wach­sen­de Anti­se­mi­tis­mus the­ma­ti­siert. Dabei zeich­ne­te Rab­bi Fri­berg ein düs­te­res Bild für Euro­pa als Gan­zes. So kom­men immer häu­fi­ger Anfein­dun­gen vor, wes­halb es ver­mie­den wird, in der Öffent­lich­keit jüdi­sche Sym­bo­le zu ver­wen­den. Dies führt dazu, dass die jüdi­sche Kul­tur unsicht­bar für die Mit­bür­ger wird. Dabei ist es sei­ner Mei­nung nach das Wich­tigs­te, dass man mit­ein­an­der ins Gespräch kommt. So berich­te­te er von zahl­rei­chen Besu­chen in Mosche­en, in denen er immer posi­ti­ve Erfah­run­gen gesam­melt hat und auf gro­ßes Inter­es­se gesto­ßen ist. Auch bewun­dert er an der deut­schen Kul­tur, wie mit den Erin­ne­run­gen an den Holo­caust umge­gan­gen wird und die Erin­ne­rung an die jüdi­schen Gemein­den noch am Leben gehal­ten wird. Auch berich­te­te er von einem Pro­jekt jüdi­scher Gym­na­si­as­ten, die ande­re Schu­len besu­chen um ins Gespräch mit Schü­lern zu kom­men. Doch sind die­se Bemü­hun­gen zu wenig, um dem wach­sen­den Anit­s­e­mi­tis­mus wirk­sam zu bekämp­fen. So sehen vie­le Juden ihre Zukunft in Isra­el, wo das Leben zwar teu­rer ist als in Euro­pa, sie jedoch auch kei­ne Anfein­dun­gen erfah­ren.

Das Gespräch ermög­lich­te inter­es­san­te Ein­sich­ten und bestä­tig­te die Jusos in ihrem Engag­ment, noch ent­schlos­se­ner dem Anti­se­mi­tis­mus ent­ge­gen­zu­tre­ten. Mit der Aus­sicht, dass es auch in Zukunft wei­te­re Tref­fen geben wird, fand ein lehr­rei­cher Abend sei­nen Abschluss.