Das neue Jahr beginnt zu oft im Krankenhaus

Mehr Alkoholvergiftungen als an Fasnacht

In den frühen Morgenstunden des Neujahrtages kommen landesweit mehr junge Menschen mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus als am „Schmotzigen“ oder an sonst einem Tag des Jahres. Das berichtet die AOK in einwer pressmitteilung. weiter schreibt die Krankenkasse:

„Viele gesellschaftliche Rituale sind eng mit dem Konsum alkoholischer Getränke verbunden: Geburtstage, Hochzeiten, Silvester, sportliche Siege und berufliche Erfolge – wo gefeiert wird, gehört für viele Alkohol oft wie selbstverständlich dazu“, so Sabine Fröchte-Mink, Leiterin des Gesundheitsteams bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg – solange Alkohol in Maßen konsumiert werde ist auch nichts dagegen einzuwenden.“

Im Landkreis Rottweil sind rund 310 Personen wegen Alkoholmissbrauchs in ärztlicher Behandlung, drei Viertel davon Männer. Rund 160 Personen wurden 2018 wegen einer akuten Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert, darunter etwa 30 Jugendliche unter 20 Jahren. Dies teilt die AOK auf Grundlage einer Hochrechnung ihrer Versichertendiagnosen auf die Gesamtbevölkerung im Landkreis mit.

Trendwende beim Alkoholkonsum

Neben den saisonalen Schwerpunkten an Fastnacht und in der Sommerfestsaison sind traditionell die Zahlen auch im Dezember höher als in den Monaten zuvor, so die Präventionsexpertin. Die gute Nachricht: „Man kann mit Fug und Recht sagen, dass beim Alkoholkonsum die Trendwende erreicht ist.“ Nach der AOK-Erhebung ist die Zahl der Personen, die sich wegen Alkoholproblemen behandeln lassen müssen, von 2014 bis 2018 landesweit jährlich um fünf Prozent gesunken.

Insbesondere Jugendliche verzichten sogar vollständig auf Alkohol. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben 37 von 100 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren noch nie Alkohol getrunken. Im Jahr 2001 hatten in dieser Altersgruppe lediglich 13 Prozent keine Alkoholerfahrung. „Der reifere Umgang mit Alkohol ist erfreulich“, findet Sabine Fröchte-Mink. „Denn Studien zeigen, dass Menschen, die einen problematischen Umgang mit Alkohol haben, damit oft schon in frühen Lebensjahren in Berührung gekommen sind. Der beste Schutz ist also, Trinken nicht als Strategie für Spaß in der Gruppe oder zum Entledigen von Sorgen zu erlernen.“

An Silvester gelte auch wie sonst: „Viel trinken ist nicht gleich viel Genuss. Damit aus der Silvesterparty kein komatöser Neujahrsanfang wird, sollte man sein Limit einhalten“, empfiehlt die AOK-Gesundheitsexpertin. Eltern und Verwandte müssen sich dabei bewusst sein, dass sie Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen sind.

Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstützt die Arbeit der kommunalen Suchtberatung. Wenn ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert wird, beraten Präventionsexperten zu Vorsorgemaßnahmen bei Alkoholmissbrauch.

 

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