Deißlinger Gemeinderat beschließt zähneknirschend Forstreform

ROTTWEIL – Mehr Arbeit im Forst und dazu mehr Kosten: Das ist, was auf Deißlingen zukommt durch die vom Bundesgerichtshof erzwungene Forstreform. Der hat beschlossen, dass die Bewirtschaftung der Wälder und der Verkauf des Holzes durch die landeseigene ForstBW gegen das Kartellrecht verstößt, daher müssen die Kommunen nun ihre Forstreviere vergrößern, im Kreis Rottweil fallen drei Reviere weg, und zudem mehr bezahlen. Für Deißlingen bedeutet das: Zum bisherigen Revier kommt Wald auf der anderen Seite des Eschachtals bei Hausen hinzu, der bisher zu Rottweil gehörte.

Das bedeutet: Aus bisher 1064 Hektar werden 1437, also erhebliche Mehrarbeit  für Förster Thomas Zihsler, und das kam im Rat überhaupt nicht gut an. „Wir sind nicht glücklich darüber“, betonte auch Bürgermeister Ralf Ulbrich. In der Konsequenz werde man den Ausbildungsplatz für Forstarbeiter streichen, wenn der jetzige Azubi seine Ausbildung beendet hat. „Wir  haben das intensiv diskutiert, und Förster Zihsler sieht das als machbar an.“

Genervt von dem ganzen Verfahren zeigte sich Tobias Vierkötter (SPD), „ein Kartellverfahren macht dann Sinn, wenn jemand einen Nachteil dadurch hat. Das ist hier nicht der Fall.“ Er werde sich enthalten, kündigte er an, und dann kritisch begleiten, ob das auch funktioniert. „Meine Euphorie hält sich auch in Grenzen“, so Ulbrich. Ein kleiner Trost sei, dass die Kreisgemeinden bereit seien zur Nachjustierung. Heinz Schleicher (DUL) erinnerte daran, dass man tausende Euro in die Einrichtung der Waldarbeiterhütte gesteckt habe, um für die Auszubildenden fit zu sein. Und Zimmern habe weniger zusätzlichen Wald bekommen. „Wir werden in Zimmern Unterstützung für die Ausbildung einfordern“, betonte der Schultes.

Das Vermögen Wald werfe keine Zinsen mehr ab, konstatierte Dietmar Kargoll (CDU), man müsse eine andere Einstellung bekommen, den Wald als Naherholungsgebiet ansehen und nicht als Wirtschaftsfaktor. Karin Schmeh, ebenfalls CDU, fasste es zusammen: „Es kostet mehr, macht mehr Arbeit, und alle sind unglücklich.“ Heinz Schleicher beantragte schließlich die namentliche Abstimmung, und die gab es dann auch: Vier Räte sagten nein, vier enthielten sich, und acht, darunter Bürgermeister Ralf Ulbrich, stimmten für die Neuordnung.  „Dieser Beschluss ist unter Schmerzen zustandegekommen“, so das Fazit des Bürgermeisters.

 

-->

Aktuell auf NRWZ.de

Zugunfall in Horb: Behinderungen auf der Strecke Rottweil-Stuttgart

Nach einem Zugunfall im Bereich des Bahnhofs Horb rechnet die Polizei mit Behinderungen im Berufsverkehr auf der Bahnstrecke Rottweil-Stuttgart. Der Unfall hatte...

Narrenzählung und -kontrolle: Holzäpfel sollen registriert werden

Die Holzäpfelzunft Dunningen, immerhin 114 Jahre alt, möchte sich auf Stand bringen. Die Kleidle und ihre Träger beziehungsweise Eigentümer sollen einerseits registriert...

Mehr auf NRWZ.de