Deißlinger Telekom-Kunden ohne Netz

DEISSLINGEN – Fast drei Wochen lang konnten Telekom-Kunden in Deißlingen mit dem Handy kaum noch telefonieren, Grund waren Arbeiten am Mobilfunk-Mast auf dem Grüner-Gelände. Ein Firmeninhaber erzählt, er musste, um mit seinen Kunden telefonieren zu können, auf eine Wiese neben seinem Betrieb gehen, dort habe er dann wenigstens 2G für ein Telefonat gehabt.

Die Telekom antwortete ihm auf seine Anfrage, es handle sich um einen Senderumbau wegen Renovierungsarbeiten in dem von der Telekom gemieteten Objekt. Das Ende sei am 15. August zu erwarten, man bitte daher noch um etwas Geduld. Die wurde dann allerdings noch weiter strapaziert, denn weder am 15. noch an den Tagen danach war an normales mobiles Telefonieren zu denken. Dabei, so der Firmeninhaber, ruhten die Arbeiten auf dem Areal, wo derzeit 44 Wohnungen in der ehemaligen Uhrenfabrik entstehen.

„Die Antworten der Telekom sind so viel wert wie die Dateigröße, Vodafone, O2 inklusive“, wendet er sich an Presse und Rathaus. Durch einen pensionierten Telekom-Mitarbeiter, der mit Ex-Kollegen stets verbunden sei und Interna kenne, „konnte ich vor Jahren bereits Worthülsen und Phrasen der Telekom Geschäftskunden-Betreuung über massive, langfristige Störungen widerlegen. Wir Telekom/t-mobile Kunden werden hier von zwei Stationen versorgt. Draußen bei Biogas Hengstler und auf dem Grüner-Gebäude. Fällt eine der beiden Stationen aus, bricht das Netz zusammen.“ Fahre man mit einem Scanner durch die Gemeinde, erkenne man große Lücken in der Versorgung. „Und dabei geht es mir persönlich nicht um die 4G Versorgung für Surfen am Smartphone – das ist eh ein Übel unserer Zeit. Ich spreche vom reinen Telefonat.“

Inzwischen hat die Telekom auch die offizielle Presseanfrage beantwortet: „Auf Wunsch unseres Vermieters müssen wir vor Ort an einer Mobilfunkstation mit der gesamten Übertragungstechnik in einen neuen Raum umziehen, das bedeutet für uns umfangreichere Ab- und Aufbauarbeiten der Technik für alle drei Frequenzen, die wir dort nutzen, also LTE 800, GSM und UMTS. Dafür brauchen wir leider länger als zunächst geplant. Wir gehen aktuell davon aus, die Arbeiten bis zum 22. August abschließen zu können“, sagt Pressesprecher Hubertus Kischkewitz.

Das traf dann auch zu. Kischkewitz begründet, warum die Telekom-Kunden nicht vorab informiert wurden: „Bei solchen komplexen Umbauten technischer Art kann es hin und wieder zu unerwarteten Schwierigkeiten kommen. Wir haben aber keinen kompletten Ausfall über die gesamte Zelle. Eine gewisse Versorgung findet auch über die Nachbarzellen statt. Deshalb haben wir keine Vorabinformation gegeben.“

 

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