Der Unterdrückung die Stirn bieten”

Beim gemeinsamen Treffen der Jusos mit der Alevitischen Jugend ging es um Religion und Politik

Treffen der Jusos mit der Alevitischen Jugend: Unser Foto zeigt von links Süleyman Karabacak, Sebastian Holzhauer, Selina Dogan, Helin Tufan, Dennis Mattes, Ali Zarabi. Foto: pm

Kreis Rott­weil (pm) – Am letz­ten Sonn­tag tra­fen sich der Juso-Kreis­ver­band Rott­weil und die Ale­vi­ti­sche Jugend Vil­lin­gen-Schwen­ni­gen in deren Räu­men zu einem Gesprächs­nach­mit­tag. Dies tei­len die Jusos (die Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­on der SPD) in einer Pres­se­mit­tei­lung mit.

Dabei wur­den viel­fäl­ti­ge The­men ange­spro­chen und ange­regt dis­ku­tiert. Nach­dem sich zunächst bei­de Grup­pen per­sön­lich und insti­tu­tio­nell vor­ge­stellt hat­ten, wur­de der ale­vi­ti­sche Glau­be von der Vor­sit­zen­den Seli­na Dogan, sowie deren Stell­ver­tre­te­rin Helin Tufan aus­führ­lich beschrie­ben. So gibt es beim Ale­vi­ten­tum zwar einen gemein­sa­men Weg, aber vie­le Pfa­de, wobei sich das Gött­li­che in allen Lebe­we­sen mani­fes­tiert. Auch sind auf­grund der stän­di­gen Unter­drü­ckung kei­ne schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen über­lie­fert, son­dern das Wis­sen wur­de in Lie­dern und Gedich­ten wei­ter­ge­ge­ben. Die­se erstaun­li­che und facet­ten­rei­che Geschich­te fas­zi­nier­te die Jusos, gera­de im Hin­blick auf die ste­ti­ge Unter­stüt­zung der Unter­drück­ten. Sei­en es in der Tür­kei die, für ihre Rech­te pro­tes­tie­ren­den, Kur­den oder in Deutsch­land, die um gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung wer­ben­de, LGBTQ Gemein­schaft. Immer stan­den die Ale­vi­ten an ihrer Sei­te und unter­stütz­ten sie in ihren Bemü­hun­gen, wobei sie dadurch oft selbst Opfer von Repres­sio­nen wur­den.

Auch wur­den die Unter­schie­de in der Aus­übung ihres Glau­bens in der Tür­kei und in Deutsch­land bei dem Gespräch beleuch­tet, wo gro­ße Unter­schie­de zum Vor­schein kamen. So gibt es hier in Deutsch­land dank Mei­nungs- und Reli­gi­ons­frei­heit kei­ne Ein­schrän­kun­gen. Betrach­tet man die Tür­kei, ist es für sie häu­fig pro­ble­ma­tisch, ihre reli­giö­sen Bräu­che und Ansich­ten zu ver­tre­ten. Daher kann das Ale­vi­ten­tum weni­ger als Reli­gi­on gelebt wer­den, son­dern eher als eth­ni­sche Zuge­hö­rig­keit gel­ten. Viel­fach wur­de in der Tür­kei Druck aus­ge­übt, sich zum Islam zu beken­nen, so dass eine Ver­schmel­zung dort ver­brei­tet ist. Dies führ­te auch dazu, dass vie­le Ale­vi­ten kein oder kaum Wis­sen über ihre Reli­gi­on haben. Hier in Deutsch­land wird die­se Ver­schmel­zung gelöst, die Ale­vi­ten kön­nen „die Mas­ke abneh­men“.

Gera­de im Ver­gleich zur Tür­kei sind sie mit der poli­ti­schen Situa­ti­on in Deutsch­land zufrie­den, was auch durch eini­ge ale­vi­ti­sche Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, wie die Sozi­al­de­mo­kra­tin Elvan Kork­maz, gestärkt wird. Aber es gibt auch ein gro­ßes Inter­es­se an der poli­ti­schen Lage und Ent­wick­lung in der Tür­kei, da noch immer vie­le Ver­wand­te dort leben.

Mit der gegen­sei­ti­gen Zusa­ge sich ger­ne bei zukünf­ti­gen Akti­vi­tä­ten zu unter­stüt­zen ende­te ein inter­es­san­ter Besuch der vie­le neue Ein­drü­cke und Blick­win­kel auf bei­den Sei­ten hin­ter­ließ.