Dudu Ulucanli folgt auf Jochen Schwarz

Der neu gewählte Ortsvorstand der CDU Deißlingen-Lauffen mit (von links) Herbert Maier, Klaus Bodmer, Jochen Schwarz, Karin Schmeh, Siegfried Bucher, Dudu Ulucanli und - rechts neben Stefan Teufel - Bernd Krause. Foto: pm

DEISSLINGEN – Nach knapp 19 Jah­ren als Vor­sit­zen­der des CDU-Orts­ver­ban­des Deiß­lin­gen-Lauf­fen gab Jochen Schwarz bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung im katho­li­schen Gemein­de­treff St. Georg in Lauf­fen den Stab wei­ter. Zu sei­ner Nach­fol­ge­rin wähl­te das Gre­mi­um  Dudu Ulucan­li. Ein­stim­mig.

So weit, so gut. Auch dass die als  Stell­ver­tre­te­rin bestä­tig­te Karin Schmeh sich über die neue  „ jun­ge Frau, Mus­li­min und Lauf­fe­ne­rin mit tür­ki­schen Wur­zeln“ freu­te und damit die „Welt­of­fen­heit“ der CDU in Deiß­lin­gen-Lauf­fen her­vor­hob, war bemer­kens­wert.

Wie jedoch Jochen Schwarz sei­ne nahe­zu zwei Jahr­zehn­te wäh­ren­de Tätig­keit als Vor­sit­zen­der in sei­nem letz­ten Rechen­schafts­be­richt beschrieb, das war mehr als ein Rück­blick über eine Zeit­span­ne, „die geprägt war von Aufs und Abs, von Mit­ein­an­der, von freund­schaft­li­chen  Begeg­nun­gen und vom poli­ti­schen Mit­wir­ken  in so vie­len Jah­ren.“

Es war dies eine Rede, in der der schei­den­de Vor­sit­zen­de weit über den eige­nen Orts­ver­band hin­aus die Situa­ti­on in einem Land beschrieb, „in dem so gut wie nichts mehr ist wie zu den Zei­ten, als ich, im Jah­re 1996 in die CDU ein­ge­tre­ten bin, recht früh im Vor­stand mit­ar­bei­ten durf­te und 2001 die Nach­fol­ge von Karl-Heinz Glow­al­la ange­tre­ten habe.“ Heu­te treibt ihn, vor allem auch als His­to­ri­ker mit einem aus­ge­präg­ten Wer­te­fun­dus, die Sor­ge um den Bestand der Demo­kra­tie, der Sta­bi­li­tät um. Unauf­ge­regt und nüch­tern, „ich jam­me­re nicht, ich stel­le ledig­lich fest“, beschrieb er die „man­geln­de Wert­schät­zung gegen­über der Poli­tik“ wie die Zunah­me an extre­men, demo­kra­tie­feind­li­chen  Posi­tio­nen auf bei­den Sei­ten des poli­ti­schen Spek­trums.

Mit dem Hin­weis auf das Ende der Wei­ma­rer Repu­blik und den für ihn schwer­lich auf­zu­lö­sen­den Wider­spruch der Tat­sa­che, dass vie­le Bür­ger einer­seits der Poli­tik sehr kri­tisch gegen­über­ste­hen, gleich­zei­tig aber erwar­ten, dass bei den anste­hen­den Kom­mu­nal­wah­len gute und über­zeu­gen­de Kan­di­da­ten sich bewer­ben mögen.

Und Jochen Schwarz erwähn­te all die Per­sön­lich­kei­ten, die vor ihm Ver­ant­wor­tung getra­gen haben im Orts­ver­band, er bedank­te sich bei den Mit­strei­tern, die mit ihm zusam­men mit­ge­wirkt haben in den zurück­lie­gen­den Jah­ren.

Vie­le nach­denk­li­che, wür­di­ge Dan­kes­wor­te, sie waren Teil die­ses Abends, der durch­aus als Ver­mächt­nis in die Anna­len der Par­tei ein­ge­hen kann. Und da war die Erleich­te­rung dar­über, dass Jochen Schwarz mit Rat und Tat dem Orts­ver­band auch in Zukunft erhal­ten bleibt: zusam­men mit Her­bert Mai­er und Bernd Krau­se gehört er als Bei­sit­zer wei­ter­hin dem Vor­stand an.

Auch schon eine nicht mehr weg­zu­den­ken­de Insti­tu­ti­on ist Schatz­meis­ter Sieg­fried Bucher. Seit 48 Jah­ren hat er das Amt inne (!), wie er bemerk­te: Noch ein­mal nahm er das Amt an, doch das ist das letz­te Mal“, sag­te er. Dass er sei­ne Kas­se vor­bild­lich führ­te, bestä­tig­te   Kas­sen­prü­fer Robert Schuh­bau­er, der zusam­men mit Peter Kel­ler den Finanz­be­richt unter die Lupe genom­men hat­te. Bei der nächs­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung wer­den Schuh­bau­er und der neu Gewähl­te Gui­do Effin­ger die­se Auf­ga­be über­neh­men.

Ergänzt wird das Vor­stands­gre­mi­um durch Klaus Bod­mer, der das Amt des Schrift­füh­rers von Dudu Ulucan­li über­nahm. Die­se wie­der­um wur­de ist nun­mehr auch für die Pres­se ver­ant­wort­lich und erklär­te sich bereit, die Funk­ti­on der Mit­glie­der­be­auf­trag­ten in Per­so­nal­uni­on aus­zu­fül­len.

Mit Bru­no Ried­lin­ger und Hans Baron konn­ten zwei Par­tei­freun­de für ihre 50- bzw. 40-jäh­ri­ge Mit­glied­schaft in der CDU geehrt und mit Ehren­na­del, Urkun­de und Geschenk gewür­digt wer­den.

Im Mit­tel­stand stand jedoch Jochen Schwarz, dem der CDU-Kreis­vor­sit­zen­de Ste­fan Teu­fel ganz per­sön­lich, im Namen aller und der gesam­ten Kreis-CDU für sein her­aus­ra­gen­des Wir­ken herz­lich dank­te: „Gleich in mehr­fa­cher Hin­sicht will ich dies, für dei­ne Arbeit im Orts­ver­band, als stell­ver­tre­ten­der Kreis­vor­sit­zen­der, als mein Zweit­kan­di­dat – und als guter und ver­läss­li­cher Freund.“

Viel war an die­sem Abend vom „Ende einer Ära“ die Rede. Was alle Anwe­sen­den genau so spür­ten. Noch mehr aber von Dank und dem Stolz, mit­ge­wirkt zu haben am poli­ti­schen Gesche­hen. Und dass die­ses wei­ter­geht, dass der CDU-Orts­ver­band nie wie vor wei­ter­ar­bei­tet an den The­men, die für die Men­schen wich­tig sind, das zeig­te das Gespräch mit Ste­fan Teu­fel. Wie­der ein­mal dau­er­te es viel län­ger als geplant, wie­der ein­mal er in der CDU-Land­tags­frak­ti­on die ent­schei­den­den The­men auf­greift und vor­an­treibt. Ob in der Bil­dungs- oder in der Gesund­heits- und Sozi­al­po­li­tik. „Wir wol­len annä­hernd glei­che Lebens­be­din­gun­gen für uns im länd­li­chen Raum wie sie die Men­schen in den Bal­lungs­ge­bie­ten haben“, das ist das Man­tra, unter des­sen Ziel­set­zung der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te die­ses Wahl­krei­ses in Stutt­gart kämpft. Und dies auch bei der drei­tä­gi­gen Klau­sur­ta­gung der Land­tags­frak­ti­on in Nür­tin­gen getan hat. Uner­müd­lich.

Und das ist es auch, was den CDU-Orts­ver­band Deiß­lin­gen-Lauf­fen antreibt. Unter der neu­en Füh­rung von Dudu Ulucan­li. Und ganz zum Schluss der Ver­an­stal­tung hat ihr Jochen Schwarz zuge­si­chert, dass er ihr die Glo­cke, die er von sei­nem Vor­gän­ger damals vor knapp 19 Jah­ren erhal­ten hat­te, in naher Zukunft über­ge­ben wer­de.

Damit nicht nur der Stab wei­ter­ge­reicht wird, son­dern auch die Glo­cke als hör­ba­res und deut­li­ches Zei­chen: es geht wei­ter mit der CDU Deiß­lin­gen-Lauf­fen. Auch nach einer solch ein­schnei­den­den Zäsur.