KREIS ROTTWEIL – Der Kreis­se­nio­ren­rat wird im Juni 25 Jah­re alt. Und bei der letz­ten Vor­stands- und Aus­schuss­sit­zung in Schram­berg nahm der Vor­sit­zen­de Egon Kal­ba­cher Bezug auf das Pro­to­koll der Grün­dungs­ver­samm­lung, nach der der Kreis­se­nio­ren­rat die Funk­ti­on eines „bera­ten­den Aus­schus­ses des Kreis­tags“ ein­nimmt.

Nach der Begrü­ßung und der Vor­stel­lung der Stadt Schram­berg durch den Stadt­rat und stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter Mar­tin Him­mel­he­ber zeig­te sich Kal­ba­cher zufrie­den, dass alle Mit­glie­der der seit der Mit­glie­der­ver­samm­lung stark ver­än­der­ten Gre­mi­en Vor­stand und Aus­schuss sich dar­über hin­aus in den neu­en Pro­jekt­grup­pen enga­gier­ten. „Wir wol­len etwas bewe­gen, dazu braucht es aber drin­gend die Unter­stüt­zung der Fach­lich­keit. Wir brau­chen als Ehren­amt­li­che den Kon­sens mit der Fach­lich­keit, in unse­rem Fall das Land­rats­amt, Dezer­nat Sozia­les.“ Der Kreis­se­nio­ren­rat wer­de auch dazu bei­tra­gen, den „gelun­ge­nen Kreis­se­nio­ren­plan“ nach­hal­tig umzu­set­zen. Der Vor­sit­zen­de streif­te kurz sei­ne Akti­vi­tä­ten und die ande­rer Vor­stands- und Aus­schuss­mit­glie­der in den ver­gan­ge­nen Wochen.

Sozi­al­de­zer­nent Bernd Hamann und Sozi­al­amts­lei­te­rin Ange­la Jet­ter leg­ten anschlie­ßend die Sicht­wei­se der Ver­wal­tung zum The­ma „Ehren­amt braucht Fach­lich­keit“ dar. Aus Sicht des Sozi­al­de­zer­nen­ten sind auch etli­che Zie­le des Kreis­se­nio­ren­plans bereits umge­setzt: Schaf­fung eines Stel­len­an­teils in der Alten­hil­fe­fach­be­ra­tung, Erstel­lung von Richt­li­ni­en für das Senio­ren-För­der­pro­gramm, Auf­bau einer Inter­net­platt­form, Ein­rich­tung der Bera­tungs­stel­le Alter & Tech­nik für die Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, die Koope­ra­ti­on „Mobil bis ins hohe Alter“ mit der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. Ein Pro­gramm für die För­de­rung von bar­rie­re­frei­en Bus­hal­te­stel­len wer­de im Kreis­tag bera­ten.

In der aus­gie­bi­gen Dis­kus­si­on wur­den auch ver­schie­de­ne Miss­ver­ständ­nis­se ange­spro­chen und aus­ge­räumt.

Wie Egon Kal­ba­cher unter­strich, sol­len in den kom­men­den Sit­zung auch ver­stärkt Ver­tre­ter von Senio­ren­ak­ti­vi­tä­ten in den Kreis­kom­mu­nen zu Wort kom­men. So stell­te dies­mal Aus­schuss­mit­glied Irma Schwel­lin­ger die Akti­vi­tä­ten der Sozi­al­ge­mein­schaft Vil­lin­gen­dorf vor. Sie skiz­zier­te, wie sich die Akti­on „SPES-Zukunfts­mo­del­le“ (SPES: „Stu­di­en­ge­sell­schaft für Pro­jek­te zur Erneue­rung von Struk­tu­ren“) in Vil­lin­gen­dorf ent­wi­ckelt habe. Seit der Grün­dung sei die Mit­glie­der­zahl von 29 auf 39 gestie­gen. Nach der Prä­sen­ta­ti­on im Gemein­de­rat und einer Bür­ger­ver­an­stal­tung durch den frü­he­ren Eich­stet­tener Bür­ger­meis­ter Ger­hard Kiech­le sei­en Teams und Arbeits­krei­se gebil­det wor­den mit dem Ziel, die Lebens­qua­li­tät in der Gemein­de nach­hal­tig zu sichern.

Schwel­lin­ger ging der Fra­ge nach, was Lebens­qua­li­tät sei. Lebens­qua­li­tät habe mit Nähe zu tun, mit Sicher­heit und Gebor­gen­heit und spre­che den Men­schen an. Sehr posi­tiv sei eine Bür­ger­be­fra­gung dazu ver­lau­fen, die von Pro­fes­sor Tho­mas Klie von der Evan­ge­li­schen Hoch­schu­le Frei­burg wis­sen­schaft­lich beglei­tet wor­den. Die Rück­lauf­quo­te sei mit 34 Pro­zent hoch gewe­sen. Als Befra­gungs­er­geb­nis kön­ne fol­gen­des fest­ge­stellt wer­den: „Älte­re Men­schen wol­len ein selbst­stän­di­ges Leben in ihren eige­nen vier Wän­den füh­ren. Lebens­qua­li­tät bedeu­tet für sie Unter­stüt­zung und Hil­fe durch Men­schen in ihrer Nähe.“ Der Arbeits­kreis „Sozia­les“ enga­gie­re sich nach Qua­li­fi­zie­rungs­kur­sen für „All­tags­be­glei­ter“ unter ande­rem mit haus­wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten bei der Sozi­al­ge­mein­schaft und in der Nach­bar­schafts­hil­fe. Zudem sol­le eine Tages­pfle­ge­grup­pe in einem Neu­bau ein­ge­rich­tet wer­den, erklär­te Schwel­lin­ger.

Sie erläu­ter­te wei­ter die Grün­dung einer „ZEIT­BANKp­lus“ inner­halb der Sozi­al­ge­mein­schaft durch einen Arbeits­kreis. „Die geleis­te­ten oder in Anspruch genom­me­nen Stun­den wer­den auf Zeit­kon­ten gebucht. So kön­nen Zeit­gut­ha­ben ange­spart wer­den. Mit die­sen Stun­den­gut­ha­ben kann man sich wie­der­um von ande­ren hel­fen las­sen.“ Das Ziel sei, dass die Mit­glie­der so lan­ge wie mög­lich selbst­stän­dig in ihrer ver­trau­ten Umge­bung eine hohe Lebens­qua­li­tät genie­ßen könn­ten. Die Zeit­bank­mit­glie­der leis­te­ten sich gegen­sei­ti­ge Hil­fe­stel­lung im All­tag. Als Bei­spie­le für die­se Hil­fe führ­te Schwel­lin­ger unter ande­rem an: Unter­stüt­zung bei Gar­ten­ar­beit, Besuchs­diens­te, Fahrt zum Arzt, Ein­kaufs­fahr­ten und noch vie­les mehr. Die ein­ge­brach­ten Stun­den wür­den mit Hil­fe von unter­schied­li­chen Stun­den­schecks ver­rech­net.